Beim Bikepacking zählt jedes Gramm. Wer mehrere Tage mit dem Gravelbike unterwegs ist, muss genau überlegen, was mitkommt – und was nicht. Besonders das Schlafsetup stellt viele vor eine Herausforderung: Es soll leicht, klein verpackbar und trotzdem komfortabel sein. Big Agnes verspricht mit dem Fly Creek HV UL2 Bikepack Zelt, dem Torchlight EXP 20 Schlafsack und der Rapide SL Isomatte genau das – ein Komplettsystem speziell fürs Bikepacking. Zeit für einen echten Praxistest: Drei Tage Niedersachsen, durch Wind und Wetter.

Aufbau & Handling: schnell und stabil
Das Zwei-Personen-Zelt (oder 1-Person-und-1-Hund-Zelt) wiegt nur 1,19 kg und kommt im eigens für den Lenkertransport entwickelten Packsack. Dank integrierter Riemen und Ösen lässt es sich direkt an der Lenkerstange befestigen – zusätzliche Packsäcke sind überflüssig.
Der Aufbau geht flott von der Hand: Zwei Teleskopstangen verbinden sich zu einem Kreuz, das Innenzelt wird eingeklipst, die Außenzeltplane per Klett und Klick fixiert. Reflektierende Abspannleinen und leichte Aluminium-Heringe sorgen für Stabilität. Nach wenigen Minuten steht eine winddichte Konstruktion mit erstaunlich viel Platz.
Mit im Test: die separat erhältliche Bodenplane („Footprint“). Sie reicht über das Zelt hinaus, schützt vor Abrieb und Feuchtigkeit und schafft im Eingangsbereich eine saubere Ablagefläche für Schuhe und Ausrüstung. Praktisch: Nur mit Plane, Heringen und Gestänge lässt sich ein minimalistisches Shelter bauen – ideal für warme Nächte ohne Insekten.
Innenraum & Komfort: durchdacht bis ins Detail
Trotz minimalem Gewicht bietet das Zelt durchdachte Features: Ein Fach zwischen Innen- und Außenzelt hält den Helm trocken und griffbereit. Innen gibt es unter anderem ein kleines Netzfach für Wertsachen. Dank der steilen Wände entsteht ein gutes Raumgefühl – auch für größere Personen.
Schlafsystem: Fixiert, isoliert, bequem
Die Rapide SL Isomatte überzeugt mit 11 cm Dicke 709 Gramm Packgewicht – genug für kühle Nächte. Sie lässt sich prall aufpumpen, bleibt stabil und komfortabel, selbst in Seitenlage.

Der Torchlight EXP 20 Daunenschlafsack punktet mit weichem Material und zwei cleveren Features: Per Gummizug und Stoffüberhang lässt er sich an der Isomatte fixieren – so bleibt nachts alles an Ort und Stelle. Außerdem lässt sich der Schnitt über seitliche Reißverschlüsse erweitern – mehr Platz für breite Schultern oder unruhige Schläfer. Der Kopfbereich kann eng zugezogen werden, was bei nächtlicher Kälte auch für wohlige Wärme im Gesicht sorgt.
Im Test blieb das Zelt auch bei Regen innen komplett trocken. Der Schlafsack hielt zuverlässig warm, zusätzliche Kleidung war nicht nötig. Morgens passte alles problemlos zurück in die Taschen und war schnell wieder am Rad verstaut.
Kritikpunkt: Heringe ohne Komfort
Einziger echter Schwachpunkt: die Heringe. Ihre schmale Form macht das händische Eindrücken schmerzhaft, per Fuß besteht die Sorge, sie zu verbiegen. Eine gummierte Kappe würde hier nicht viel wiegen aber den Komfort deutlich verbessern.

Fazit: Leicht, praktisch, tourentauglich
Big Agnes liefert mit dem getesteten Schlafsetup ein rundum stimmiges Gesamtpaket fürs Bikepacking. Alles ist leicht, durchdacht und schnell einsatzbereit. Besonders stark: Wie gut sich das System ins Packkonzept kleiner Gravelrahmen integrieren lässt. Der Komfort passt, der Wetterschutz stimmt – nur bei den Heringen gibt’s noch Luft nach oben. Wer öfter mit dem Rad übernachtet, bekommt hier ein Setup, das in Sachen Gewicht, Packmaß und Funktion überzeugt – und künftig sicher öfter mitfährt.















