DJI Lito 1 im Test: Die günstige Wahl, die sich kaum rechnet

Ohne LiDAR und 10-Bit-Farben steht die DJI Lito 1 im Schatten ihrer großer Schwester X1. Wer hier am falsche Ende spart, verzichtet auf wichtige Technik.

DJI Lito 1 im Flug

DJI will seine Dominanz im Einstiegssegment festigen. Mit der Lito 1 präsentiert der Marktführer eine Drohne, die preisbewusste Einsteiger anspricht, aber ein interessantes Dilemma aufwirft: Ist die Ersparnis gegenüber der technisch überlegenen Lito X1 groß genug? Im Test zeigt sich: Nein. Die DJI Lito 1 ist zwar eine solide Kamera-Drohne mit dreiachsigem Gimbal und omnidirektionaler Sicherheit, die jedoch im Schatten ihrer eigenen Schwester steht.

Lito 1 vs X1
Lito 1 (hinten) und Lito X1 unterscheiden sich nicht nur technisch. Die Lito 1 ist etwas heller. © OutdoorMonster

DJI Lito 1 auf einen Blick

  • Gewicht: 249 g (Klasse C0)
  • Sensor: 1/2-Zoll CMOS (f/1.8)
  • Video: 4K mit bis zu 60 fps (Standard) / 100 fps (Slow Motion)
  • Sicherheit: Omnidirektionale Hinderniserkennung (optisch)
  • Stabilisierung: Mechanisches 3-Achsen-Gimbal
  • Verfolgung: ActiveTrack mit Hindernisvermeidung
  • Flugzeit: bis zu 36 Minuten
  • Funk: DJI O4 Übertragungssystem

Kurzfazit

Die DJI Lito 1 ist eine vernünftige Wahl für alle, die eine klassische Drohnenerfahrung mit mechanischer Stabilisierung zum kleinen Preis suchen. Sie bietet ein deutlich ruhigeres Bild als die Neo-Serie, verliert aber das interne Duell gegen die Lito X1. Aufgrund des geringen Aufpreises von nur 80 Euro für die deutlich bessere Bildqualität (10-Bit, größerer Sensor) und das LiDAR-System der X1 ist die Lito 1 ein schwieriger Kompromiss.

DJI Lito 1

DJI Lito 1

  • Mechanisches 3-Achsen-Gimbal
  • Lange Flugzeit: Rund 30 Minuten pro Akkuladung
  • Leise
  • Eingeschränkte Farbtiefe: Nur 8-Bit-Video
  • Kein interner Speicher
Testergebnis: i 2,20 (gut)
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Unterschiede zwischen Lito 1 und Lito X1

Optisch bleibt die Lito 1 dem bewährten Mini-Design treu und schöpft mit gemessenen 247 Gramm unter dem C0-Limit der EU-Drohnenverordnung. Im Flug zeigt sie sich stabil, doch ihre technologische Basis markiert das untere Ende dessen, was DJI derzeit in der klassischen Drohnenklasse anbietet. Im direkten Vergleich zur Lito X1 gibt es drei markante Unterschiede:

Omnidirectional Obstacle Avoidance
Die Lito 1 verfügt zwar über eine Rundum-Hinderniserkennung, aber lediglich über eine optische. © DJI
  • Bildqualität: Während die Lito 1 auf einen 1/2-Zoll-Sensor mit 8-Bit-Video setzt, bietet die X1 einen deutlich größeren 1/1,3-Zoll-Sensor und professionelle 10-Bit-Farbprofile (D-Log M). Das bedeutet für die X1: Mehr Details in den Schatten, kein „Banding“ im Himmel und mehr Spielraum in der Nachbearbeitung.
  • Sicherheit: Die Hinderniserkennung der Lito 1 arbeitet rein optisch. Sobald das Licht schwindet oder starkes Gegenlicht auftritt, „erblindet“ die Drohne und deaktiviert Sicherheitsfunktionen. Die Lito X1 hingegen nutzt laserbasiertes LiDAR, das bei schwierigen Sichtverhältnissen besser arbeitet und so sichere Flüge ermöglicht.
  • Kein interner Speicher: Es gibt keinen internen Speicher für Aufnahmen. Ohne microSD-Karte lässt sich keine einzige Sekunde Film dokumentieren. Die Lito X1 bietet dagegen 42 GB internen Speicher – ein lebensrettendes Backup, falls die SD-Karte mal vergessen wurde.

Angesichts der drei genannten Defizite wirkt die Lito 1 wie eine Ersparnis am falschen Ende. Für nur 80 Euro mehr bietet die X1 ein Paket, das technisch eine Liga höher spielt.

Lito 1 Auge
Hinter dem “Auge” befindet sich im Gegensatz zur Lito X1 kein Sensor. © OutdoorMonster

Bildqualität: Besser als Neo 2, aber…

Noch ein paar Takte zur Bildqualität: Die entspricht bei der Sensorgröße (1/2-Zoll) der Neo 2, bietet aber eine lichtstärkere Optik mit einer Blende von f/1.8 (Neo 2: f/2.2). Diese Kombination führt in der Praxis zu einem leicht erweiterten Dynamikumfang und etwas saubereren Highlights. Anders ausgedrückt: Während die Neo 2 helle Himmelsbereiche schneller ausbrennen lässt, bewahrt die Lito 1 die Details ein wenig länger.

Ein weiterer Vorteil gegenüber der Neo-Serie ist das mechanische 3-Achsen-Gimbal. Während die Neo 2 mit nur zwei Achsen und elektronischer Stabilisierung bei abrupten Richtungswechseln manchmal an Grenzen stößt, glättet die Lito 1 Flugbewegungen besser ab. Das Ergebnis ist ein ruhigeres Bild.

Dennoch bleibt die Lito 1 bildtechnisch über die gesamte Bandbreite im Vergleich zur X1 limitiert: Das Bild ist zwar nicht schlecht und für den Alltagsgebrauch vollkommen ausreichend, anspruchsvollen Filmern könnt es aber an Detailtiefe und Dynamik fehlen. Auch in kontrastreichen Situationen – etwa bei strahlendem Sonnenschein und tiefen Schatten im Wald – brennen helle Bereiche bei der Lito 1 schneller aus, während die X1 noch Zeichnung behält. Zusammen mit der fehlenden 10-Bit-Farbtiefe sorgt das dafür, dass die Lito 1 in Sachen Bildgewalt nicht nur bei Nacht, sondern in jeder Lichtsituation hinter der X1 zurückbleibt.

Volles ActiveTrack mit Blickwinkelwahl

In puncto Software-Intelligenz bietet die Lito 1 immerhin fast das volle Programm. Das ActiveTrack-System erlaubt es, Objekte mit bis zu 12 m/s (43 km/h) zu verfolgen, wobei der Blickwinkel frei wählbar ist. Dank der omnidirektionalen Sensoren erkennt sie Hindernisse zuverlässig, sofern das Licht ausreicht. Wie bei der Lito X1 wird das Hochformat allerdings nur über einen digitalen 2,7K-Crop gelöst, da sich die Kamera nicht mechanisch drehen lässt.

ActiveTrack
Die Lito 1 bietet Motivverfolgung bis zu einer Geschwindigkeit von 43 km/h. © DJI

Kaufberatung: Lito 1, Lito X1 oder Neo 2?

Die Entscheidung hängt primär davon ab, wie wichtig einem die physische Bildstabilisierung und die Reserven für die Nachbearbeitung sind. Die Neo 2 ist die preisliche Untergrenze und das ideale Werkzeug für spontane Selfie-Clips und Social-Media-Einsteiger, die eine robuste Drohne suchen, die man einfach in die Tasche steckt und ohne Fernbedienung fliegen kann. Wer jedoch den klassischen, ruhigen Drohnen-Look will, und lieber mit Fernbedienung fliegt, sollte ins Lito-Regal greifen.

Die Lito 1 bietet für 339 Euro diesen entscheidenden Vorteil eines mechanischen 3-Achsen-Gimbals und liefert dank der f/1.8-Optik etwas sauberere Bilder als die Neo 2. Dennoch steht sie in einer schwierigen Position: Für einen überschaubaren Aufpreis bietet die X1 nicht nur eine laserbasierte LiDAR-Sicherheit, die auch bei völliger Dunkelheit funktioniert, sondern mit 10-Bit D-Log M auch deutliche mehr Potenzial in der Nachbearbeitung.

Die Lito 1 ist die vernünftige Basis, die Neo 2 der spaßige Immer-dabei-Begleiter, doch die Lito X1 bleibt der Preis-Leistungs-Sieger für alle, die ernsthafte Ergebnisse wollen.

DJI Lito 1: Preise und Pakete

Die DJI Lito gibt es in zwei Paketen.

  • Standard-Version (339 €): Drohne, ein Akku und RC-N3 Fernsteuerung (Smartphone erforderlich).
  • Fly More Combo (479 €): Drei Akkus, Tragetasche und RC-N3 Fernsteuerung.
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Hier zeigt sich erneut der bessere Deal der Lito X1: In deren Fly More Combo (579 €) ist bereits der hochwertigere RC 2-Controller mit integriertem Display enthalten.

DJI Lito 1 Fly More Combo (DJI RC-N3) (2)
Die Fly More Combo enthält untertypischer Weise den abgespeckten RC-N3-Controller. © DJI

Fazit Lito 1: Solider Einstieg in die Drohnenwelt

Die DJI Lito 1 ist zweifellos eine solide Drohne für Piloten, die den absolut niedrigsten Einstiegspreis für ein echtes 3-Achsen-Gimbal suchen. Doch beim Blick auf das gesamte Line-up lässt sich der Eindruck nicht erwehren, dass DJI die Lito 1 nur deshalb so positioniert hat, um die Entscheidung für die X1 zu forcieren. Der Aufpreis von lediglich 80 Euro für ein Paket aus deutlich besserem Sensor, LiDAR-Sicherheit und internem Speicher ist so gering, dass die Lito 1 fast wie ein künstlich beschnittenes „Alibi-Modell“ wirkt.

Wer also nicht jeden Cent zweimal umdrehen muss, erkennt schnell, dass DJI den wahren Mehrwert in der X1 versteckt hat. Faktisch ist die Lito 1 zwar günstiger, die X1 aber der weitaus bessere Deal.


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