DJI pulverisiert die Preise: Diese 400-Euro-Drohne fliegt der Pro-Konkurrenz davon

Die DJI Lito X1 bringt High-End-Technik in die 400-Euro-Klasse. Mehr Drohne fürs Geld gibt’s nirgendwo anders, wie der Test zeigt.


DJI sprengt die Klassengrenzen. Mit der Lito X1 bringt der Marktführer eine Drohne auf den Markt, die nur rund 400 Euro kostet, technisch aber in die Domäne der deutlich teureren Pro-Modelle vorstößt. Im Test zeigt sich: Mit LiDAR-Sensorik, 10-Bit D-Log M und dem aggressiven Kampfpreis ist die Lito X1 die neue Preis-Leistungs-Referenz – doch wie schlägt sie sich gegen den neuen 1-Zoll-Standard der Mini 5 Pro und den Klassiker Mini 4 Pro?

Lito X1 und Lito 1
Neben der Lito X1 bringt DJI auch die abgespeckte Lito 1 (hinten). © OutdoorMonster

DJI Lito X1 auf einen Blick

  • Gewicht: 246 g (Klasse C0)
  • Sensor: 1/1,3-Zoll CMOS (f/1.7)
  • Video: 4K mit bis zu 100 fps
  • Farbprofile: 10-Bit D-Log M und HLG
  • Sensorik: Omnidirektionales LiDAR (laserbasiert)
  • Verfolgung: Volles ActiveTrack mit 360-Grad-Blickwinkelwahl
  • Speicher: 42 GB intern
  • Flugzeit: bis zu 36 Minuten
  • Funk: DJI O4 Übertragungssystem
  • Akku: Hub für simultanes Laden von 3 Batterien

Kurzfazit

Die DJI Lito X1 ist der neue Preis-Leistungs-König der C0-Klasse. Sie löst das Dilemma zwischen Profi-Qualität und hohen Kosten, indem sie High-End-Features wie 10-Bit-Video und LiDAR-Sensoren für rund 400 Euro erschwinglich macht. Wer nicht zwingend natives 4K-Hochformat oder maximale Low-Light-Performance benötigt, findet hier die derzeit ein der effizientesten Kamera-Drohnen am Markt.

DJI Lito X1

DJI Lito X1

  • Gute Bildqualität
  • 10-Bit D-Log M & HDR Unterstützung
  • LiDAR-Sensor für besserer Hinderniserkennung
  • 42 GB interner Speicher
  • Top Preis/Leistungs-Verhältnis
  • Empfindlich bei Crashs
  • Kein physisches True Vertical Shooting
Testergebnis: i 2,00 (gut)
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Das Dilemma in der 250-Gramm-Klasse

Wer als ambitionierter Drohnenpilot professionelle Ergebnisse erzielen wollte, ohne sich mit den strengen Auflagen für schwere Drohnen (Führerscheinpflicht, Abstandsregeln usw.) herumzuschlagen, saß bisher in einer Preisfalle. Die Wahl beschränkte sich zwangsläufig auf die DJI Mini 4 Pro oder das neue 1-Zoll-Flaggschiff Mini 5 Pro.

Beide Modelle lassen sich ihre Sonderstellung in der C0-Klasse aber teuer bezahlen: Mit Preisen zwischen 700 und über 1.100 Euro war die “führerscheinfreie Profiqualität” ein kostspieliges Luxusgut. Wer weniger ausgeben wollte, musste bisher bei günstigeren Modellen Abstriche bei der Bildqualität (8-Bit, geringere Dynamik) und der Sicherheit (kein LiDAR) hinnehmen.

Die DJI Lito X1 sprengt dieses Dilemma nun auf: Mit einem Kampfpreis von 419 Euro bietet sie erstmals den nahezu vollen professionellen Werkzeugkasten inklusive 10-Bit D-Log M und LiDAR-Sensorik. Mit ihrem geringen Gewicht bietet sie zudem eine rechtliche Sicherheit, die das Flaggschiff Mini 5 Pro – welche bereits bei kleinsten Gewichtsabweichungen über die kritische 250-Gramm-Marke rutscht – derzeit vermissen lässt.

Lito X1 Hand
Die modernen LIDAR-Sensoren verstecken sich in den “Augen”. © OutdoorMonster

Lito X1: 247 Gramm pure Technik

Die DJI Lito X1 wiegt mit der Standard-Batterie gemessene 247 Gramm. Damit unterbietet DJI die europäische C0-Grenze von 249 Gramm recht deutlich. Trotz des geringen Gewicht wirkt die Konstruktion stabil. Die Abmessungen von 144,4 × 93,9 × 62,4 mm (eingefaltet) machen sie sehr handlich. Ein wichtiger rechtlicher Hinweis: DJI bietet in einigen Ländern – aber nicht in der EU – optional den „Intelligent Flight Battery Plus“-Akku an. Dieser hebt die Flugzeit auf über 50 Minuten, treibt das Gewicht aber auf ca. 340 Gramm, womit die Drohne die C0-Privilegien verliert. Für den Standard-Nutzer sind die 247 Gramm und 36 Minuten Flugzeit laut Hersteller jedoch der ideale „Sweet Spot“, auch wenn wir bei unseren Tests auf eine realistische Flugzeit von rund 28 Minuten kamen.

Lito X1 Gewicht
Die Lito X1 bleibt recht deutlich unter den magischen 249 Gramm. © OutdoorMonster

LiDAR: Mehr Sicherheit für die untere Mittelklasse

Ein weiteres, für diese Preisklasse ungewöhnliches Feature ist das hybride System der Lito X1 mit nach vorne gerichtetem LiDAR. Während die Mini 4 Pro rein auf optische Vision-Sensoren setzt, tastet die Lito X1 wie die Mini 5 Pro ihre Umgebung mit Laserimpulsen ab.

Im Praxistest zeigt sich die Überlegenheit des LiDAR-Systems. Während rein optische Sensoren bei direktem Gegenlicht oder kontrastarmen, homogenen Flächen oft kapitulieren, tastet der Laser die Umgebung physisch ab. Das bedeutet zusätzliche Sicherheit in Situationen, in denen Kameras gerne versagen: etwa beim Flug direkt gegen die tiefstehende Abendsonne oder über spiegelnde Glasfassaden. Das LiDAR liefert hier eine präzise 3D-Punktwolke, wo optische Systeme lediglich weißes Rauschen sehen. Zusätzlich kann sich die Lito X1 Flugpfade merken, was eine sichere Rückkehr selbst in Umgebungen mit instabilem GPS-Empfang ermöglicht. Aber: Während das LiDAR im Vorwärtsflug brilliert, ist die seitliche Hinderniserkennung weiterhin optisch basiert und benötigt entsprechendes Umgebungslicht.

360° Obstacle Sensing
Die LiDAR-Technik der Lito X1 nutzt Laserpulse statt rein optischer Kameras, wodurch die Drohne Hindernisse selbst bei völliger Dunkelheit oder Gegenlicht besser erkennt. © DJI

Lito X1: leise – aber fragil

Ein Aspekt, der im Test sofort auffällt, ist die akustische Signatur der Lito X1. Aufgrund des geringen Gewichts müssen die Motoren deutlich weniger Auftrieb leisten als bei schwereren Drohnen. Das Ergebnis ist eine Drohne, die im Schwebeflug angenehm leise ist (siehe Video). In rund 15 Metern Entfernung verschwindet das Surren bereits im normalen Umgebungslärm.

Dieses „offene Konzept“ ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es ein Segen für diskretes Filmen in der Natur, ohne Tiere oder andere Menschen zu stören. Da sie aber über kein geschlossenes Propeller-Schutzsystem verfügt, steigt aber das Verletzungsrisiko bei Kollisionen. Doch das Risiko betrifft nicht nur unbeteiligte Dritte: Durch die offene Bauweise ohne Käfig sind auch die filigranen Motoren bei einem Crash ungeschützt. Während etwa eine Neo 2 oder auch eine Avata 360 dank Propellerschutz kleinere Stöße gegen Wände oder Äste fast immer unbeschadet überstehen, führt bei der Lito X1 fast jeder Crash potenziell zu direkten Schäden an den Rotoren oder der Mechanik. Hier sind also trotz LIDAR-Hinderniserkennung erhöhte Vorsicht und ein verantwortungsvoller Umgang gefragt.

Bildqualität: Top für Landschaftsfotografen

Das Herzstück der Lito X1 ist der exzellente 1/1,3-Zoll-CMOS-Sensor mit einer lichtstarken Blende von f/1.7. Dieser Sensor entspricht technisch im Prinzip dem der deutlich teureren Mini 4 Pro und liefert so Ergebnisse, die in dieser Preisklasse bisher einmalig sind.

Die Videoqualität ist vor allem für Landschafts- und Naturaufnahmen erstklassig, da der Sensor einen enormen Dynamikumfang bietet, der gerade bei weiten Panoramen für detailreiche Wolkenformationen und tiefgründige Schatten sorgt. Für klassische Landschaftsfotografen ist zudem die Unterstützung von 10-Bit D-Log M und HLG (HDR) der Gamechanger. Bisher litten Aufnahmen preiswerterer Drohnen bei Sonnenuntergängen oft unter „Banding“ – unschönen Farbabstufungen im Himmel. Die Lito X1 fängt dank der 10-Bit-Farbtiefe über eine Milliarde Nuancen ein. Gepaart mit einem Dynamikumfang von 14 Blendenstufen bleiben selbst in schwierigen Gegenlichtsituationen die meisten Details erhalten. Die Drohne liefert damit Rohmaterial, das sich in der Nachbearbeitung kaum von der Pro-Serie unterscheidet.

Zusätzlich bietet die Kamera 4K bei 100 fps für beeindruckende Zeitlupen. Wer seine Aufnahmen direkt teilen möchte, profitiert von der neuen Portrait-Optimierung und dem 4K SmartPhoto-Algorithmus, der HDR-Fotos intelligent optimiert. Einziger Wermutstropfen für Social-Media-Profis: Das Gimbal lässt sich nicht wie bei der Mini 4 und Mini 5 Pro mechanisch um 90 Grad drehen. Die Lito X1 löst das Hochformat stattdessen über einen 2,7K-Vertikal-Modus per Sensor-Crop.

Und: Wer auch gerne bei Dunkelheit filmt, stellt fest, dass die Mini 5 Pro hier noch besser aufgestellt ist. Während die Lito X1 bei Nacht dank LiDAR zwar sicher ausweicht, liefert erst der 1-Zoll-Sensor der Mini 5 Pro die nötige Lichtausbeute für rauschfreie Aufnahmen. Die Mini 5 Pro ist damit das ultimative Nachtsicht-Werkzeug, kostet in der Combo aber mit ca. 1.100 Euro auch fast das Doppelte der Lito X1.

Lito X1: Alles Wichtige an Bord

In puncto Funktionen hat DJI ebenfalls kaum den Rotstift angesetzt. Beim Active Track nutzt die Lito X1 beispielsweise dasselbe omnidirektionale System wie die Pro-Serie, was sie in Kombination mit dem LiDAR bei Verfolgungsjagden sogar agiler wirken lässt. Während die Mini 4 Pro rein visuell navigiert, berechnet die Lito X1 (genau wie die Mini 5 Pro) dank der Laser-Punktwolke deutlich präzisere Ausweichrouten in Echtzeit.

Bei den Videomodi bietet sie mit 4K/100fps flüssige Zeitlupen auf dem Niveau der Mini 4 Pro, muss sich aber der Mini 5 Pro geschlagen geben, die mit 4K/120fps noch mehr Spielraum für dramatische Verlangsamungen lässt. In den Fotomodi punktet die Pro-Serie ferner ebenfalls mit der mechanischen Gimbal-Drehung für natives Hochformat. Die Lito X1 beherrscht zwar Panorama- und HDR-Aufnahmen sowie MasterShots und QuickShots (wie Dronie, Helix oder Asteroid), erzeugt vertikale Inhalte aber genau wie bei den Videos nur durch einen digitalen Ausschnitt (Crop).

Flugleistung und Übertragung

Trotz ihres geringen Gewichts zeigt sich die Lito X1 im Flug recht stabil. Die maximale Aufstiegsgeschwindigkeit von 10 m/s und die Windwiderstandsfähigkeit sind auf Augenhöhe mit der Mini-Serie. Das Funkübertragungssystem basiert ferner auf dem aktuellen O4-Standard. In Verbindung mit der DJI RC 2 Fernsteuerung (Teil der Fly More Combo) ergibt dies eine stabile Verbindung mit bis zu 1080p/60fps Live-View. Selbst in urbanen Umgebungen mit hoher WLAN-Interferenz blieb das Bild in unserem Test stabil.

Natürlich fordert das geringe Gewicht seinen Tribut. Bei starkem Wind muss die Drohne beispielsweise mehr arbeiten als schwerere Modelle, um die Position zu halten. Um den filmischen Look bei hellem Tageslicht beizubehalten, empfiehlt sich aufgrund der festen Blende von f/1.7 zudem der Einsatz von ND-Filtern, um die Verschlusszeit flexibler anpassen zu können.

Workflow: 42 GB Speicher und Simultan-Laden

Ein Bereich, in dem die Lito X1 die Mini 4 Pro ebenfalls alt aussehen lässt, ist der interne Speicher. DJI verbaut hier ordentliche 42 GB. Für Drohnenpiloten ist das ein echter Sicherheitsgewinn: Wer unterwegs etwa feststellt, dass die SD-Karte noch im Laptop steckt, kann dennoch problemlos einige Flugaufnahmen in 4K dokumentieren. Nicht zuletzt hat DJI auch das Lademanagement verbessert: Das neue Charging Hub kann (in Kombination mit einem 45 W Netzteil) drei Akkus gleichzeitig laden. Früher wurden die Akkus nacheinander gefüllt, was die Vorbereitungszeit nun massiv verkürzt.

Lito X1 Back
Neben 42 GB internem Speicher ist auch ein Micro SD-Kartenslot vorhanden. © OutdoorMonster

Kaufberatung: Lito X1, Mini 4 Pro oder Mini 5 Pro?

  • DJI Lito X1 (419 €): Der Preis-Leistungs-Killer. Perfekt für Landschaftsfotografen, die 10-Bit-Farben, LiDAR-Sicherheit und absolute Rechtssicherheit (125 g) suchen. Einziger echter Nachteil: Hochformat nur als digitaler 2,7K-Crop.
  • DJI Mini 4 Pro (ca. 680 €): Der Klassiker für Social Media. Wer professionelle Reels in nativem 4K benötigt, braucht das mechanisch drehbare Gimbal (True Vertical Shooting). Zudem etwas windstabiler als die Lito.
  • DJI Mini 5 Pro (ca. 700 €): Das leichte High-End-Monster. Wer nicht nur im Dunkeln sicher fliegen (LiDAR), sondern auch bei Dunkelheit in Kinoqualität filmen will, profitiert vom 1-Zoll-Sensor und 4K/120fps nicht vorbei. Man zahlt hier einen aber einen schmerzhaften Aufpreis für die bessere Low-Light-Leistung und muss das grenzwertige Gewicht im Auge behalten.

DJI Lito X1: Pakete und Preise

Die Lito X1 bietet DJI ab sofort in zwei Konfigurationen an:

  • Die Standard-Version für 419 Euro richtet sich an Puristen. Sie enthält die Drohne, einen Akku und die RC-N3 Fernsteuerung (Smartphone erforderlich).
  • Die Fly More Combo für 579 Euro bietet den deutlich höheren Mehrwert. Neben drei Akkus und einer Tragetasche ist hier nicht nur der höherwertige RC 2-Controller, sondern auch das neue Two-Way Charging Hub enthalten, das die Akkus simultan lädt.
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DJI Lito X1 Fly More Combo
Die Fly More Combo lässt in Sachen Zubehör kaum Wünsche übrig. © DJI

Fazit: Die neue Preis-/Leistungsreferenz

Die DJI Lito X1 ist ein technisches Meisterstück. Dass DJI es schafft, 10-Bit-Profi-Video, LiDAR-Sicherheit und 42 GB Speicher in ein leichtes Gehäuse zu packen und das Ganze für 419 Euro anzubieten, ist eine Kampfansage an den gesamten Markt.

Für Landschaftsfotografen ist sie aufgrund der Dynamik, der 10-Bit-Reserven und der Nacht-Sicherheit die derzeit logischere Wahl gegenüber der Mini 4 Pro. Man spart nicht nur mehrere hundert Euro, sondern bekommt durch das LiDAR-System einen echten Mehrwert für die Sicherheit bei schwierigen Lichtverhältnissen. Lediglich wer zwingend natives 4K-Hochformat benötigt, muss weiterhin zur Pro-Serie greifen. Für alle anderen bietet die Lito X1 Profi-Technik zum Mittelklasse-Preis.


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