DJI Mic Mini 2S im Test: Wir standen vor einem Wasserfall – dieses Mini-Mikro blendete ihn fast komplett aus

Zwei Wochen mit dem DJI Mic Mini 2S: Alpenüberquerung, Reels und Wasserfall-Test. So gut ist das 99-Euro-Mikro für Content Creator.


Ein Wasserfall ist eigentlich ein ziemlich schlechter Ort für eine Moderation. Das Wasser rauscht so laut, dass ein normales Smartphone-Mikrofon kaum eine Chance hat, die Stimme sauber davon zu trennen. Genau dort entstand während unserer Reise allerdings eine der Aufnahmen, die am besten zeigt, was das kleine DJI Mic Mini 2S so alles kann.

Ich stand unmittelbar vor dem Wasserfall, die Kamera etwa zwei Meter entfernt. Das kleine Funkmikrofon hielt ich in der Hand und sprach ganz normal meine Moderation. Vor Ort war die Geräuschkulisse ohrenbetäubend. In der Aufnahme war davon anschließend praktisch nichts mehr zu hören. Meine Stimme dagegen: klar und sauber verständlich.

Und genau darum geht es in diesem Test. Wir haben das DJI Mic Mini 2S nicht für ein paar Sprachproben am Schreibtisch benutzt. Es war während unserer Alpenüberquerung dabei, anschließend noch eine Woche in der Schweiz und hat einen großen Teil der Reels begleitet, die unterwegs entstanden sind. Getestet haben wir die Solo-Creator-Variante mit einem Sender, Handy-Empfänger und Ladeschale für 99 Euro.

Nach mehreren Wochen steht deshalb weniger die Frage im Raum, ob das Mic Mini 2S technisch gute Aufnahmen beherrscht. Spannender ist, ob ein gerade einmal rund 12 Gramm schweres Mikrofon die mobile Content-Produktion tatsächlich einfacher macht.

Unsere Antwort darauf fällt ziemlich eindeutig aus.

Reels haben wir unterwegs mit dem Mic Mini 2S produziert. © OutdoorMonster

DJI Mic Mini 2S auf einen Blick

Preis: 99 Euro (UVP)
System: Kabelloses Funkmikrofon mit interner Aufzeichnung
Getestetes Set: 1 Sender + 1 Handy-Empfänger + Ladeschale
Gewicht Sender: ca. 12 g
Interner Speicher: ca. 14,5 GB
Interne Aufnahme: 32-Bit Float
Aufnahmekapazität: Bis zu 28 Stunden im 24-Bit-Modus laut Hersteller
Rauschminderung: Zweistufig, „Einfach“ und „Stark“
Klangprofile: Regulär, Hell und Kräftig
Mehrkanalbetrieb: Bis zu 4 Sender an einem Empfänger
Befestigung: Clip und Magnet
Kompatibilität: Smartphones sowie ausgewählte DJI-Osmo-Kameras
Getestete Geräte: iPhone 17 Pro Max, Google Pixel 10 Pro XL und DJI Osmo Pocket 4P
Lieferumfang unseres Sets: 1 Sender, 1 Handy-Empfänger, Ladeschale und Zubehör

DJI Mic Mini 2S

DJI Mic Mini 2S

  • Sehr klare Sprachaufnahmen
  • Starke Geräuschunterdrückung
  • Extrem kompakt und leicht
  • Interne Aufnahme mit einfachem Datei-Workflow
  • Windschutz passt montiert nicht in die Ladeschale
  • Magnet muss zum Verstauen abgenommen werden
  • Kleine Zubehörteile dadurch leichter zu verlieren
Testergebnis: i 1,41 (sehr gut)
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Kurzfazit

Für mobile Solo-Creator ist das Mic Mini 2S weit mehr als ein besseres Smartphone-Mikrofon. Vor allem die Kombination aus sehr guter Sprachverständlichkeit, geringer Größe und internem Recording hat unseren Reel-Workflow unterwegs spürbar vereinfacht. Die zu kleine Ladeschale verhindert eine noch bessere Wertung.

DJI Mic Mini 2S: Für diesen Test musste es mit über die Alpen

Wer mehrere Tage zu Fuß unterwegs ist, bekommt schnell ein anderes Verhältnis zum Gepäck. Was morgens noch kaum auffällt, kann nach Stunden und einigen Höhenmetern anfangen zu nerven. Gleichzeitig wollten wir auf der Alpenüberquerung regelmäßig Reels produzieren und nicht jedes Mal auf den Ton eines Smartphones angewiesen sein.

Genau dafür passt das kleine DJI ziemlich gut. Nach Herstellerangaben wiegt der Sender etwa 12 Gramm. In unserem Reisegepäck spielte sein Gewicht damit praktisch keine Rolle. Gleichzeitig ist das Mikrofon klein genug, um beim Filmen nicht ständig als großer schwarzer Klotz im Bild zu hängen.

Das kleine 2S-Set kostet nur 99 Euro und ist unser Preistipp. © OutdoorMonster

Wir waren allein unterwegs und hatten deshalb bewusst nicht das große Set mit zwei Sendern dabei. Getestet wurde das DJI Mic Mini 2S mit einem Sender, Handy-Empfänger und Ladeschale für 99 Euro. Für Solo-Moderationen und Reels ist das die interessantere Konfiguration.

Dabei wechselte das Mikrofon zwischen einem iPhone 17 Pro Max, einem Google Pixel 10 Pro XL und einer DJI Osmo Pocket 4P. Statt also nur die theoretische Kompatibilität abzuhaken, konnte das Mic Mini 2S genau das tun, wofür wir es mitgenommen hatten: Content produzieren.

Wie gut klingt das DJI Mic Mini 2S draußen?

Zurück zum Wasserfall. Denn eine bessere Demonstration der Geräuschunterdrückung hätten wir uns vorher kaum ausdenken können.

In der DJI-App lässt sich die Rauschminderung deaktivieren oder auf die Stufen „Einfach“ und „Stark“ stellen. Für die Aufnahme am Wasserfall hatten wir „Stark“ aktiviert. DJI sieht diese Einstellung ausdrücklich für laute Umgebungen im Freien vor.

Und laut war es.

Trotzdem war der Wasserfall in unserer Aufnahme praktisch nicht mehr zu hören. Entscheidend ist dabei nicht allein, wie konsequent die Software das Hintergrundgeräusch herausfilterte. Die Stimme blieb gleichzeitig klar und verständlich. Sie klang nicht so, als hätte die Geräuschunterdrückung aus unserer Moderation gleich die Hälfte mit entfernt.

Für Content Creator ist das ein wichtiger Unterschied. Eine beeindruckende Audiofunktion nützt unterwegs wenig, wenn anschließend am Rechner doch wieder umfangreich nachgearbeitet werden muss. Bei unseren Reels wollten wir aufnehmen, weitergehen und das Material später möglichst unkompliziert verwenden.

Genau das hat funktioniert.

Natürlich ist die Aufnahme vor dem Wasserfall kein standardisierter Labortest. Für unsere Nutzung ist sie allerdings wesentlich aussagekräftiger: Das Mic Mini 2S musste mit einer Geräuschkulisse umgehen, die draußen tatsächlich vorkommen kann – und nicht mit einem Testsignal im Redaktionsbüro.

Der größte Vorteil zeigte sich erst nach der Aufnahme

Guter Ton ist nur die Hälfte der Geschichte. Wer regelmäßig Reels produziert, kennt den anderen Zeitfresser: Dateien übertragen, Material sortieren und alles für die weitere Bearbeitung zusammensuchen.

Hier hat uns eine Funktion des Mic Mini 2S im Laufe der Reise zunehmend gefallen. Der Sender kann Audio intern aufzeichnen. DJI setzt beim 2S auf rund 14,5 GB integrierten Speicher und unterstützt auch 32-Bit-Float-Aufnahmen. Laut Hersteller sind im normalen 24-Bit-Modus bis zu 28 Stunden Audio auf dem internen Speicher möglich.

Die Bedienknöpfe sind einfach zu erreichen. © OutdoorMonster

Für uns war allerdings weniger die Zahl entscheidend als das, was danach passiert. Eine kleine Ladeschale lässt sich direkt mit dem Mac verbinden. Setzt man das Mikrofon hinein, steht der interne Speicher am Rechner zur Verfügung. Die Aufnahmen liegen als WAV-Dateien vor und können direkt in den weiteren Produktionsworkflow übernommen werden.

Unser Screenshot dokumentiert Aufnahmen vom 21. Juli bis zum 9. August 2026. Eine der Dateien kommt dabei sogar auf mehr als 259 MB. Das Mic Mini 2S war also nicht nur für zwei oder drei Demonstrationen eingeschaltet, sondern wurde über Wochen tatsächlich als Arbeitsgerät benutzt.

Gerade darin unterscheidet sich unsere Erfahrung deutlich von der Aufnahme direkt mit dem eingebauten Mikrofon eines Smartphones. iPhone und Pixel liefern längst brauchbaren Ton. Mit dem DJI entsteht jedoch eine separate Audiospur über ein Mikrofon, das unmittelbar an der Person sitzt – und die entsprechenden Dateien stehen anschließend direkt für die weitere Bearbeitung bereit. Für unsere Content-Produktion war das einer der größten Vorteile des gesamten Systems.

32-Bit-Float und Backup: Sicherheit für Aufnahmen, die sich nicht wiederholen lassen

Die interne Aufzeichnung hat unterwegs noch einen zweiten Vorteil. Manche Szenen lassen sich schlicht nicht wiederholen. Wenn eine Moderation auf einer Tour gelungen ist, möchte niemand später feststellen, dass mit der Tonspur etwas schiefgegangen ist.

DJI ermöglicht deshalb nicht nur interne 32-Bit-Float-Aufnahmen, sondern bietet über die App weitere Einstellungen für die Absicherung des Tons. In unserem Setup ließ sich beispielsweise im Mono-Modus eine Backup-Aufnahme aktivieren.

32-Bit Float ist dabei vor allem für Situationen mit stark wechselnden Lautstärken interessant. Der größere Dynamikumfang gibt bei der späteren Bearbeitung mehr Spielraum, wenn eine Aufnahme deutlich lauter oder leiser ausgefallen ist als geplant. Das ist kein Freifahrtschein für schlechten Ton – kann bei einmaligen Aufnahmen unterwegs aber wertvolle Reserven schaffen.

Die Aktualisierung geht über die Mimo-App. © OutdoorMonster

Während unseres Tests erschien außerdem ein Firmware-Update für den Sender auf Version V30.00.0300. Laut den in der App angezeigten Release Notes aktiviert DJI damit die Clipping Control standardmäßig und behebt weitere nicht näher bezeichnete Probleme.

Das zeigt nebenbei einen Vorteil der App-Anbindung: Das Mic Mini 2S ist zwar ein ausgesprochen kleines Stück Hardware, bietet aber deutlich mehr Einstellmöglichkeiten, als die Größe vermuten lässt.

Kleine Ladeschale – leider ein bisschen zu klein gedacht

Ausgerechnet bei der Eigenschaft, die uns auf der Alpenüberquerung am besten gefallen hat, leistet sich DJI allerdings auch den nervigsten Patzer: der Kompaktheit.

Wir haben unterwegs je nach Situation mit und ohne Windschutz gearbeitet. Der kleine Puschel lässt sich schnell auf das Mikrofon setzen und ist draußen natürlich sinnvoll. Soll der Sender anschließend zurück in die Ladeschale unseres 99-Euro-Sets, muss der Windschutz allerdings wieder herunter.

Klippt man einfach auf das Mikron. © OutdoorMonster

Auch der angesetzte Magnet findet in unserer Konfiguration nicht einfach zusammen mit dem komplett ausgerüsteten Sender seinen Platz. Die kleinen Teile müssen abgenommen und separat in der mitgelieferten Tasche verstaut werden.

Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit. Unterwegs nervt es aber. Aus „Mikro einpacken und weiter“ wird immer wieder: Windschutz abnehmen, Magnet abnehmen, Kleinteile verstauen und darauf achten, dass nichts verloren geht.

Der kleine Magnet passt so nicht mit in das Ladecase. © OutdoorMonster

Vor allem deshalb fällt es auf, weil DJI es bei der größeren Box für zwei Mikrofone besser löst. Dort ist genügend Platz vorhanden, um die Sender mit Zubehör unterzubringen.

Für das kleine Solo-Set wurde die Idee „möglichst kompakt“ aus unserer Sicht ein Stück zu weit getrieben. Ein paar Millimeter mehr Platz wären unterwegs hilfreicher als die minimal kleinere Ladeschale gewesen.

Wie unkompliziert funktioniert das Mic Mini 2S mit verschiedenen Geräten?

Ein mobiles Mikrofon wird schnell lästig, wenn bei jedem Gerätewechsel erst wieder das große Verbindungsrätsel beginnt. Unsere Reise war deshalb auch ein guter Kompatibilitätstest.

Das Mic Mini 2S kam sowohl am iPhone 17 Pro Max als auch am Google Pixel 10 Pro XL zum Einsatz. Zusätzlich haben wir es mit der DJI Osmo Pocket 4P verwendet. Damit deckte unser Praxistest zwei aktuelle Smartphone-Plattformen und eine (bnrandneue) kompakte DJI-Kamera ab.

Gerade die Verbindung zum DJI-Ökosystem gehört ohnehin zum Konzept des Systems. DJI unterstützt bei kompatiblen Osmo-Geräten die eigene OsmoAudio-Direktverbindung, sodass kein separater klassischer Empfänger nötig ist. Für alle, die bereits mit einer aktuellen Osmo-Kamera arbeiten, kann das das Setup nochmals reduzieren.

Das Mic Mini 2S lässt sich mit auch mit den Pocket-Kameras von DJI verbinden.

Bei unserer Art der Produktion zählt genau das. Eine Aufnahme entsteht unterwegs nicht immer geplant. Manchmal steht das Smartphone bereit, ein anderes Mal die Osmo. Ein Mikrofon, das nur innerhalb eines einzigen Setups komfortabel funktioniert, wäre auf einer solchen Reise eher Ballast als Hilfe.

Braucht ein Solo-Creator wirklich vier Sender?

DJI bewirbt beim Mic Mini 2S auch deutlich größere Aufnahmeszenarien. Ein Empfänger kann nach Herstellerangaben mit bis zu vier Sendern verbunden werden, außerdem besteht Kompatibilität zu Sendern früherer Generationen. Für unseren Test spielte das praktisch keine Rolle.

Wir führten auf der Tour keine Interviews und produzierten keine Podcasts oder Gesprächsrunden. Deshalb wäre es wenig sinnvoll gewesen, künstlich ein Vier-Personen-Szenario aufzubauen, nur um die Funktion abhaken zu können.

Interessanter ist die Konsequenz daraus: Wer hauptsächlich allein Reels, Reisevideos oder Moderationen produziert, braucht das große Set möglicherweise überhaupt nicht.

Die von uns getestete 99-Euro-Version trifft diesen Einsatzzweck ziemlich genau. Ein Sender, ein Handy-Empfänger und die Lademöglichkeit reichen für einen Solo-Creator bereits weit.

Was kosten die verschiedenen DJI Mic Mini 2S Sets?

Unsere getestete Variante kostet laut DJI 99 Euro und enthält einen Sender, einen Handy-Empfänger sowie die Ladeschale. Ebenfalls 99 Euro verlangt DJI für die Kombination aus einem Sender und einem regulären Empfänger.

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Wer zu zweit produziert oder Interviews führt, kann zum großen Set mit zwei Sendern, einem Empfänger und Ladeschale greifen. Dafür nennt DJI 189 Euro. Ein einzelner Sender kostet 69 Euro, die Ladeschale 33 Euro.

Interessant ist dabei auch der Blick auf den direkten Vorgänger: DJI verkauft das Mic Mini 2 weiterhin deutlich günstiger. Das 1-TX-Set mit Handy-Empfänger und Ladeschale wurde im DJI-Store zuletzt für 59 Euro angeboten. Damit kostet der Schritt zum 2S spürbar mehr.

Dafür ist gerade die interne Aufzeichnung für unsere Nutzung kein nebensächliches Datenblatt-Upgrade. Wer unterwegs Content produziert und eine zusätzliche hochwertige Tonspur direkt auf dem Sender sichern möchte, bekommt damit einen konkreten Mehrwert. Wer diese Funktion nicht braucht, sollte den günstigeren Vorgänger zumindest mit in die Kaufentscheidung nehmen.

DJI Mic Mini 2S Test: Unser Fazit

Nach drei Wochen Reise und zahlreichen Reels bleibt vom DJI Mic Mini 2S vor allem eines hängen: Wir mussten uns erstaunlich wenig Gedanken um den Ton machen.

Das klingt unspektakulär, ist für mobile Content-Produktion aber vielleicht das größte Kompliment. Das Mikrofon ist mit rund 12 Gramm klein genug, um auf einer Alpenüberquerung kaum als zusätzliches Gepäck wahrgenommen zu werden. Gleichzeitig war die Sprachqualität selbst in einer extrem lauten Umgebung wie unserem Wasserfall-Test so gut, dass wir das Material ohne große Audio-Nachbearbeitung weiterverwenden konnten.

Hinzu kommt die interne Aufzeichnung. Die WAV-Dateien direkt am Mac zur Verfügung zu haben, macht das Mic Mini 2S vom kleinen Smartphone-Zubehör zu einem ernsthaften Produktionswerkzeug. Gerade bei Reels und Reise-Content passt dieser kurze Weg von der Aufnahme zur Bearbeitung sehr gut.

In Mono wird automatosch eine Back-Up-Spur erzeugt.

Ganz ohne Kritik kommt DJI trotzdem nicht davon. Bei der von uns getesteten kleinen Ladeschale hätten wir uns ein paar Millimeter mehr Platz gewünscht. Dass Windschutz und Magnet zum Verstauen abgenommen werden müssen, ist ausgerechnet bei einem Produkt ärgerlich, dessen größte Stärke der unkomplizierte Einsatz unterwegs ist.

Für Solo-Creator, die unterwegs regelmäßig Reels, Moderationen oder Reisevideos produzieren, ist die von uns getestete 99-Euro-Konfiguration deshalb besonders interessant. Wer nur gelegentlich besseren Smartphone-Ton benötigt und auf interne Aufzeichnung verzichten kann, sollte dagegen auch den günstigeren Mic Mini 2 in Betracht ziehen.


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