Schon nach den ersten Flügen ist klar: Die DJI Mini 5 Pro ist derzeit die überzeugendste Mini-Drohne am Markt. Sie vereint ein extrem kompaktes Gehäuse mit einer Kamera, die selbst anspruchsvolle Filmer und Fotografen begeistert. Der neue 1-Zoll-Sensor, echtes DLOG, LiDAR und deutlich erweiterte Automatikfunktionen heben sie klar von der Mini 4 Pro ab. Viele ihrer Eigenschaften kennt man sonst nur aus der Oberklasse. Im Alltag punktet sie mit agilem Flugverhalten, angenehm leiser Geräuschkulisse und erstaunlicher Stabilität bei Wind.

Mini 5 Pro: was steckt drin?
Doch der Reihe nach: Nachdem DJI mit der Flip und ihrer Handflächensteuerung samt Sicherheitsfeatures einen Überraschungserfolg landete, legt der Hersteller nun mit der Mini 5 Pro nach. Aber kann sie mit der auf Einfachheit getrimmten Flip mithalten? Und was unterscheidet sie wirklich von ihrer Vorgängerin Mini 4 Pro?
Herzstück: Der 1-Zoll-Sensor
Bislang galt bei Drohnen unter 250 Gramm das Prinzip Kompromiss: Entweder kompakt oder gute Bildqualität. Mit der Mini 5 Pro beendet DJI dieses Dilemma. Der 1-Zoll-CMOS-Sensor mit 3,2 μm großen Pixeln ist ein echter Meilenstein. Wer sich auskennt, wird aufhorchen: Genau dieser Sensor steckt auch in der Hauptkamera der größeren und teureren Air 3S.
Warum das wichtig ist? Ein größerer Sensor fängt mehr Licht ein. Mehr Licht bedeutet bessere Auflösung, feinere Details und vor allem klarere Ergebnisse bei wenig Licht. Die Integration in eine Drohne dieser Größe ist eine technische Meisterleistung, bei der Aerodynamik, Gewicht, Wärmeabfuhr und Datenverarbeitung perfekt zusammenspielen mussten.

Im Alltag heißt das: Während die Mini 4 Pro bei Dämmerung noch sichtbar rauschte und Details verschluckte, liefert die Mini 5 Pro klare, detailreiche Aufnahmen. Subtile Farbverläufe beim Sonnenuntergang oder Stadtlichter bei Nacht wirken so präzise, wie man es in dieser Gewichtsklasse bisher nicht kannte. Auch bei Tageslicht macht sich der Unterschied bemerkbar. Zwar bleibt die Auflösung auf dem Papier bei 4K identisch, aber das Bild wirkt schlicht „reicher“, plastischer und detailgetreuer. Der Sensor ist damit nicht nur ein Gewinn für Nachtaufnahmen, sondern für jede Lichtsituation.
Bildverarbeitung: HDR, Dynamik und D-Log
Der Sensor wäre allerdings nichts ohne die passende Bildverarbeitung. Hier liefert DJI ebenfalls ab: 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde in HDR und bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang sind drin. In Szenen mit starkem Kontrast bleiben helle und dunkle Bereiche besser erkennbar, was mehr Spielraum für die Nachbearbeitung bietet. Wem die Standardfarben zu künstlich wirken, der greift zu 10-bit D-Log M. Damit lassen sich Videos mit deutlich größerer Farbtiefe aufnehmen. Dennoch: Die Mavic 4 Pro bleibt in Sachen Video- und Fotoqualität die Königsklasse.
Dazu kommen 4K/120fps für Slow Motion. Damit entstehen Zeitlupenaufnahmen, die selbst feinste Bewegungen gestochen scharf einfangen. Auch der neue Med-Tele-Modus mit 48 Millimeter Brennweite ist spannend, so kann man Objekte und Personen näher heranholen, ohne näher heranfliegen zu müssen. Der Zoom bleibt zwar ein Kompromiss, nutzt aber geschickt die hohe Sensorauflösung. Wer genau hinschaut, erkennt Unterschiede zu echten Telekameras wie sie die Air 3S bietet. Der Gimbal erlaubt nun Roll-Rotationen bis 225 Grad, was spannende Perspektiven eröffnet. Außerdem gibt es native vertikale Videos. Perfekt für Social Media, ohne dass man nachträglich Bildqualität opfern muss.
Mini 5 Pro: Schärfe wie bei den Großen
Auch Fotografen kommen voll auf ihre Kosten. Der 1-Zoll-Sensor liefert Fotos mit 50 Megapixeln und detailgetreuer Schärfe. Neu ist die SmartPhoto-Funktion, die die Szene analysiert und den Dynamikumfang automatisch optimiert. Das sorgt selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen für klare Ergebnisse. Dazu gibt es den Free-Panorama-Modi mit bis zu 100 Megapixeln. Ob 180 Grad oder Kugelpanorama: Die Ergebnisse sind beeindruckend.

Speicher und Flugverhalten
Im Sportmodus schafft die Drohne bis zu 64,8 km/h. Die Steuerung wirkt präzise und agil, das Fluggefühl macht Spaß. Auch die Lautstärke ist angenehm niedrig. Schon ab etwa zehn Metern Entfernung ist die Drohne kaum mehr zu hören. Und auch bei Wind bleibt das Bild stabil, nur bei stärkeren Böen muss der Gimbal nachkorrigieren. Ebenfalls gut: Mit 42 Gigabyte internem Speicher kann man auch ohne microSD-Karte weitermachen. Das Gewicht bleibt mit 249,9 Gramm offiziell knapp unter der entscheidenden 250-Gramm-Grenze.
Unser Testmodell zeigte auf der Waage exakt 250 Gramm an. Allerdings berichten diverse Nutzer und Tester davon, dass die ihre Mini 5 Pros die kritische 250-Gramm-Schwelle überschreiten (siehe unten). Das hätte gravierende Folgen: Zum einen würde die Drohne dadurch ihre C0-Klassifizierung einbüßen, zum anderen hätte das direkte Auswirkungen auf Registrierungspflichten und rechtliche Vorgaben für den Betrieb.
Die Flugzeit liegt bei rund 25 Minuten, etwas mehr als bei der Mini 4 Pro. Mit dem in Europa nicht erhältlichen Plus-Akku wären sogar bis zu 52 Minuten möglich. Praktisch: Die neue Ladestation lädt zwei Akkus parallel in 30 Minuten auf 80 Prozent. Außerdem startet die Mini 5 Pro automatisch, sobald man die Arme ausklappt.
Sicherheit: Mini 5 Pro mit LiDAR an Bord
Ein Highlight ist die neue Hinderniserkennung. Statt rein visueller Sensoren setzt DJI nun auf LiDAR. Ergänzt durch binokulare Kameras und einen 3D-Infrarotsensor scannt die Drohne ihre Umgebung in alle Richtungen, selbst bei Dunkelheit oder Nebel. Im Test funktionierte das System in der Regle erstklassig. Selbst enge Manöver zwischen Ästen meisterte die Drohne meist ohne Probleme. Ausnahmen bestätige allerdings die Regel. Hundertprozentig darf man sich auch auf Sicherheitssystem der Mini 5 Pro nicht verlassen.

Das System wird durch das Advanced Pilot Assistance System ergänzt. Besonders spannend: Der neue Auto-Modus erkennt Szenarien wie Radfahren oder Skifahren und optimiert automatisch die Verfolgung. ActiveTrack 360° wurde ebenfalls verbessert und umfliegt Hindernisse aktiv. Für Einsteiger praktisch ist die MasterShots-Funktion. Hier erstellt die Drohne auf Knopfdruck komplette Videos inklusive Effekten und Musik. Auch QuickShots wie Dronie, Helix oder Asteroid sind dabei.
Mini 5 Pro, Air 3S oder Flip?
Die Mini 5 Pro hebt sich deutlich von der Mini 4 Pro ab: Kamera, Sensor und LiDAR-System katapultieren sie in eine neue Liga. Nichtsdestotrotz bleibt die Mini 4 Pro eine erstklassige Drohne.
Die DJI Flip bleibt ein Gerät für schnelle Social-Media-Clips. Ihre Handflächensteuerung ist praktisch, die Bildqualität ist mehr als solide, doch mit der Mini 5 Pro kann sie nicht mithalten. Ein Nachteil der Mini 5 Pro bleibt allerdings: die sperrige Fernbedienung, die immer dabei sein muss.
Im Vergleich zur Air 3S ist die Mini 5 Pro deutlich kompakter, bietet aber eine vergleichbare Bildqualität. Wer Wert auf lange Flugzeiten und eine echte Telekamera legt, fährt mit der Air 3S besser. Wer auf Gewicht und Transportfreundlichkeit achtet, ist mit der Mini 5 Pro bestens bedient.
Mini 5 Pro: Preise und Pakete
Die Mini 5 Pro kostet mit der Standard-Fernsteuerung 799 Euro. Das Fly More Combo mit Tasche, ND-Filtern, drei Akkus und Ladestation liegt bei 999 Euro. Mit der RC 2 steigt der Preis auf 1.129 Euro. Damit ist sie deutlich teurer als die Flip (599 Euro), aber günstiger als die Air 3S (ab 1.099 Euro).

Fazit Mini 5 Pro
Die DJI Mini 5 Pro ist die neue Referenz unter den Mini-Drohnen. Sie kombiniert Kompaktheit mit Profi-Funktionen, die man sonst nur aus der Oberklasse kennt. Wer Wert auf sehr gute Bildqualität, ausgeklügelte Sicherheit und kreative Möglichkeiten legt, findet hier das perfekte Werkzeug. Nicht ideal sind der hybride Zoom und die Pflicht zur Fernbedienung. Dennoch zeigt die Mini 5 Pro, dass Top-Videoqualität längst nicht mehr mit großen, schweren Drohnen verbunden sein muss.
