Wer heute Videos für YouTube, Instagram oder TikTok produziert, schleppt oft erstaunlich viel Technik mit sich herum. Smartphone, Gimbal, Mikrofon, Licht, Stativ und manchmal sogar eine zweite Person, die die Kamera bedient. Genau hier setzt DJI mit dem neuen Osmo Mobile 8P an.
Auf der Adventure Southside haben wir den Gimbal mehrere Tage im Praxiseinsatz genutzt – für Standrundgänge, Interviews und spontane Moderationen. Dabei zeigte sich schnell: Der Osmo Mobile 8P stabilisiert nicht einfach nur das Smartphone. DJI macht aus einem klassischen Gimbal ein kleines mobiles Creator-Studio.

DJI Osmo Mobile 8P auf einen Blick
- Produkttyp: 3-Achsen-Smartphone-Gimbal
- Gewicht (gemessen): 388 g
- Ausstattung: Ausziehbare Teleskopstange, Integriertes Stativ, Magnetische Smartphone-Klemme, Integriertes LED-Fülllicht, Abnehmbare Fernbedienung mit Livebild
- App: DJI Mimo (iOS und Android)
- Besondere Funktionen: ActiveTrack, SpinShot, Panorama, Timelapse, Motionlapse, Dynamic Zoom
- Preis (Creator Combo): 219 Euro UVP
- Lieferumfang Creator Combo: Gimbal, DJI OM Multifunktions-Modul 2, DJI Mic Mini Sender, DJI Mic Mini Empfänger, Magnetische Smartphone-Klemme, USB-C-Kabel, Transportzubehör, Dokumentation
Kurzfazit
Der DJI Osmo Mobile 8P ist weniger ein klassischer Smartphone-Gimbal als ein mobiles Creator-Studio. Tracking-Kamera, Fernbedienung mit Livebild, integriertes Fülllicht und die ausziehbare Teleskopstange machen das System besonders für Solo-Creator interessant. Wer regelmäßig Interviews, Messe-Rundgänge oder Reisevideos produziert, bekommt hier deutlich mehr als nur eine Bildstabilisierung.

Was ist neu am DJI Osmo Mobile 8P?
Wer bereits mit einem DJI Osmo Mobile 6 gearbeitet hat, wird sich sofort zurechtfinden. Der grundsätzliche Aufbau bleibt unverändert. Das Smartphone wird über eine magnetische Halterung befestigt und der Gimbal ist innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit.
Die eigentliche Neuerung steckt im DJI OM Multifunktions-Modul 2, das Bestandteil der Advanced Tracking Combo und der Creator Combo ist.

Dieses kleine Zusatzmodul erweitert den Gimbal um drei entscheidende Funktionen:
- integrierte Tracking-Kamera
- regelbares Fülllicht
- Unterstützung für die neue Fernbedienung mit Livebild
Genau dieses Modul macht den Unterschied zwischen einem klassischen Smartphone-Gimbal und einem Werkzeug für Content Creator.
Einrichtung: In wenigen Minuten startklar
Die Einrichtung gelingt erfreulich unkompliziert. Smartphone einspannen, Gimbal einschalten, DJI Mimo App starten und die Verbindung herstellen. Wer bereits andere DJI-Produkte nutzt, wird sich sofort zurechtfinden.
Im Test kamen ein iPhone 15 Pro Max und das neue Google Pixel 10 Pro XL zum Einsatz. Trotz seiner Größe und seines Gewichts saß das Smartphone jederzeit sicher in der magnetischen Halterung. Auch bei schnellen Bewegungen oder Richtungswechseln gab es keine Auffälligkeiten.
Positiv fällt außerdem auf, dass der Gimbal beim Einschalten sofort betriebsbereit ist. Lange Kalibrierungen oder komplizierte Menüs bleiben aus.
Das Multifunktionsmodul verändert den Alltag
Auf den ersten Blick wirkt das kleine Zusatzmodul unscheinbar. Im Alltag entwickelt es sich jedoch schnell zum wichtigsten Bauteil des gesamten Systems.

Direkt neben dem Smartphone sitzt eine zusätzliche Kamera für das Tracking sowie ein integriertes LED-Fülllicht. Dadurch kann der Gimbal Personen erkennen und verfolgen, ohne ausschließlich auf die Smartphone-Kamera angewiesen zu sein.
Für alle, die regelmäßig alleine vor der Kamera stehen, ist das ein echter Fortschritt. Während früher oft zusätzliche Tracking-Lösungen oder externe Lampen notwendig waren, steckt hier alles direkt am Gimbal.

ActiveTrack des Osmo Mobile 8P
Die wohl größte Überraschung im Test war die Tracking-Leistung. Sobald die Gesichtserkennung aktiviert ist, verfolgt der Gimbal die gefilmte Person automatisch. Das funktioniert nicht nur direkt vor dem Smartphone, sondern auch noch in mehreren Metern Entfernung.
Im Praxistest konnten wir uns problemlos drei bis vier Meter vom Gerät entfernen. Das System hielt das Gesicht weiterhin zuverlässig im Bild und passte die Ausrichtung des Gimbals automatisch an.
Für Interviews, Moderationen oder Produktvorstellungen bedeutet das deutlich mehr Bewegungsfreiheit. Wer alleine arbeitet, erhält damit Aufnahmen, für die bislang häufig eine zweite Person hinter der Kamera notwendig war.
Das eigentliche Highlight des Osmo Mobile 8P
Die größte Neuerung des Osmo Mobile 8P ist für uns nicht die Stabilisierung und auch nicht das Tracking. Es ist die neue Fernbedienung.
Sie lässt sich vom Gimbal abnehmen und zeigt ein Livebild des Smartphones an. Gleichzeitig können darüber Aufnahme, Kameramodus, Lichtsteuerung und die Ausrichtung des Gimbals kontrolliert werden.

Im Test konnten wir das Smartphone mehrere Meter entfernt auf einem Tisch positionieren, uns frei im Raum bewegen und trotzdem sämtliche Funktionen steuern. Gerade für Vlogs, Tutorials oder Moderationen ist das ein enormer Komfortgewinn. Noch wichtiger: Man sieht jederzeit, ob man überhaupt noch richtig im Bild steht.
Fülllicht mit einstellbarer Farbtemperatur
Ebenfalls direkt über die Fernbedienung lässt sich das integrierte Fülllicht steuern.
DJI bietet verschiedene Helligkeitsstufen und eine variable Farbtemperatur. Von warmen Lichttönen bis hin zu kühlem Weiß lässt sich die Beleuchtung an die Umgebung anpassen.
Natürlich ersetzt die kleine LED keine professionelle Videoleuchte.
Für Interviews auf Messen, spontane Aufnahmen im Camper oder Social-Media-Videos am Abend reicht die Leistung jedoch oft aus, um Gesichter sichtbar aufzuhellen und Schatten zu reduzieren. Vor allem spart das eine weitere Komponente im Gepäck.
Teleskopstange und Stativ in einem
Wie bereits die Vorgänger verfügt auch das neue Modell über integrierte Standfüße. Neu beziehungsweise besonders praktisch ist die Kombination mit der ausziehbaren Teleskopstange.
Dadurch lässt sich der Gimbal innerhalb weniger Sekunden vom Handgerät zum kleinen Kamerastativ umbauen.

Zusammen mit Tracking, Fernbedienung und Livebild entsteht ein Setup, das komplett ohne Kameramann funktioniert. Gerade für Reisende, Vanlifer und Solo-Creator dürfte das einer der größten Vorteile sein.
Bekannte DJI-Funktionen weiterhin an Bord
Neben den Neuerungen bringt DJI auch die bekannten Aufnahmefunktionen mit.
Dazu gehören unter anderem:
- ActiveTrack
- Timelapse
- Motionlapse
- Dynamic Zoom
- Panorama-Aufnahmen
- Spin Shot
- Story-Modi
Besonders der Spin-Shot-Modus macht Spaß. Dabei rotiert der Gimbal das Smartphone gleichmäßig um die eigene Achse. Die Drehdauer lässt sich individuell zwischen fünf und zwanzig Sekunden einstellen. Dadurch entstehen saubere, reproduzierbare Effekte, die per Hand kaum umzusetzen wären.
Stabilisierung auf gewohnt hohem Niveau
Bei der eigentlichen Kernaufgabe gibt sich der Osmo Mobile 8P keine Blöße. Laufbewegungen werden sauber geglättet und Schwenks wirken deutlich ruhiger als aus der Hand gefilmte Aufnahmen. Wer bereits einen Osmo Mobile 6 besitzt, wird hier allerdings keine Revolution erleben. Die Stabilisierung war bereits beim Vorgänger auf einem sehr hohen Niveau. Die wirklichen Fortschritte liegen eindeutig bei Tracking, Licht und Fernsteuerung.
Der einzige echte Kritikpunkt
So vielseitig der Osmo Mobile 8P auch ist, ganz ohne Nachteile bleibt das Konzept nicht. Mit gemessenen 388 Gramm bringt der Gimbal bereits ohne Smartphone ein spürbares Gewicht mit. Zusammen mit einem großen Gerät wie dem iPhone 15 Pro Max entsteht ein Setup, das man über Stunden in der Hand hält. Während kurzer Drehs fällt das kaum auf.

Nach einem kompletten Messetag merkt die Arbeitshand allerdings deutlich, was sie geleistet hat. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern die logische Folge der umfangreichen Ausstattung. Wer regelmäßig stundenlange Rundgänge filmt, sollte diesen Punkt dennoch berücksichtigen.
Preis
DJI bietet den Osmo Mobile 8P in mehreren Varianten an. Die von uns getestete Creator Combo inklusive DJI-Mikrofonsystem und OM Multifunktions-Modul 2 liegt bei 219 Euro
Angesichts der zusätzlichen Tracking-Kamera, des Fülllichts und der Fernbedienung erscheint der Aufpreis gegenüber klassischen Smartphone-Gimbals durchaus nachvollziehbar.
Fazit
Der DJI Osmo Mobile 8P ist einer der interessantesten Smartphone-Gimbals der vergangenen Jahre. Nicht weil die Stabilisierung plötzlich deutlich besser geworden wäre, sondern weil DJI das gesamte Konzept erweitert.
Die Kombination aus ActiveTrack, Fernbedienung mit Livebild, integrierter Beleuchtung und Stativfunktion verändert den praktischen Einsatz spürbar. Besonders für Messeberichte, Reisevideos, Camping-Content, Interviews oder Social-Media-Produktionen entsteht ein Werkzeug, das viele bisher getrennte Geräte ersetzt.
Wer lediglich Urlaubsaufnahmen stabilisieren möchte, wird das Potenzial des Systems kaum ausschöpfen. Für Creator, die regelmäßig alleine produzieren, gehört der Osmo Mobile 8P dagegen aktuell zu den spannendsten Lösungen auf dem Markt und verdient sich den OutdoorMonster-Kauftipp.









