Dieses 399-Euro-E-Bike ist überall auf YouTube – unser Test endet mit dem Bus

Fiido D3 Pro im Test: 23,5 km Reichweite, 17,9 kg Gewicht und Probleme mit der Straßenausstattung. Lohnt sich das 399-Euro-E-Bike?

e-bike vor MonsterBulli

Das kleine E-Bike ist in unzähligen YouTube- und Instagram-Videos zu sehen. Wir haben das Fiido D3 Pro deshalb nicht als Testgerät angefragt, sondern im aktuellen Sale selbst gekauft. Nach 32,89 Kilometern endete unsere Tour im Bus – doch die größte Überraschung wartete schon vorher.

Irgendwann ist Schluss. Nach 23,5 Kilometern entlang der Hamburger Alster hat das Fiido D3 Pro seinen Akku leergefahren. Also kommt aus dem Rucksack eine Jackery Explorer 500 v2, das Ladegerät wird angeschlossen und aus der Fahrradtour eine längere Pause. 81 Minuten später reicht die Energie für weitere 9,39 Kilometer.

Am Ende stehen 32,89 Kilometer auf dem Tacho. Die von Fiido genannten 33 Kilometer haben wir damit praktisch erreicht – allerdings nur mit einer 512-Wh-Powerstation im Rucksack und einer Ladepause unterwegs. Die letzten Kilometer fahren wir mit dem Bus nach Hause.

Dabei ist die Reichweite nicht einmal das größte Problem unseres 399-Euro-E-Bikes. Denn das Fiido D3 Pro fährt besser, als wir zu diesem Preis erwartet hatten. Nur sollte es in dem von uns erhaltenen Auslieferungszustand nicht einfach auf öffentlichen Straßen losfahren.

Genau dieser Widerspruch zieht sich durch unseren Test.

Kurze Verschnaufpause auf der Testfahrt: Das D3 Pro von Fiido. © OutdoorMonster

Fiido D3 Pro: Das Wichtigste in Kürze

Im OutdoorMonster-Reichweitentest schaffte das Fiido D3 Pro im Eco-Modus 23,5 Kilometer bei 90,7 Kilogramm Gesamtlast und 20 Grad Außentemperatur. Fiido nennt unter eigenen Testbedingungen bis zu 33 Kilometer.

Nachgewogen bringt unser Exemplar 17,9 Kilogramm auf die Waage. Zusammengeklappt messen wir 100 × 50 × 70 Zentimeter, denn anders als bei einem klassischen Faltrad klappt nicht der Rahmen, sondern lediglich der Vorbau.

Beim Nachladen an einer Powerstation kamen wir auf einen für Camper interessanten Wert: 8,6 Minuten Ladezeit brachten in unserem Test ungefähr einen zusätzlichen Kilometer Reichweite.

Der wichtigste Kritikpunkt betrifft allerdings die Ausstattung für den deutschen Straßenverkehr. An unserem gekauften Exemplar fehlten unter anderem die vorgeschriebene mechanische Klingel und der weiße Frontreflektor. Außerdem fanden wir nur einen Speichenreflektor pro Laufrad und an den verbauten Leuchten kein amtliches Prüfzeichen.

Fiido D3 Pro auf einen Blick

  • Motor: 250-W-Nabenmotor
  • Unterstützung: bis 25 km/h
  • Akku: 280,8 Wh, fest verbaut
  • Reichweite: bis zu 33 km laut Hersteller
  • Räder: 14 Zoll
  • Bremsen: mechanische Scheibenbremsen
  • Faltmechanismus: klappbarer Vorbau
  • Beleuchtung: Front- und Rücklicht
  • App: Fiido-App
  • Gewicht: 17,3 kg laut Hersteller
  • Maximale Zuladung: 120 kg
  • Ladezeit: laut Hersteller rund 4 Stunden
  • Preis: 399 Euro zum Zeitpunkt unseres Kaufs
Fiido D3 Pro

Fiido D3 Pro

  • Angenehmes, wendiges Fahrverhalten
  • Zuverlässige Bremsen
  • Bequeme Sitzposition
  • Einfacher Aufbau
  • Korrekt begrenzte Anfahrhilfe
  • Unser Exemplar nicht straßenfertig ausgestattet
  • Keine mechanische Klingel mitgeliefert
  • Beleuchtung ohne für uns erkennbares Prüfzeichen
  • Akku nicht entnehmbar
  • Nur Vorbau statt Rahmen faltbar
Testergebnis: i 3,65 (ausreichend)
Shop Zum Angebot i

Kurzfazit

Ein überraschend angenehm fahrendes Mini-E-Bike zum Kampfpreis, das sich seine Schwächen nicht beim Fahren, sondern bei Ausstattung, Alltag und Produktpflege leistet. Wer selbst nachrüstet und mit gut 20 Kilometern Praxisreichweite leben kann, bekommt viel Fahrrad fürs Geld. Für Käufer, die einfach auspacken und legal losfahren möchten, ist unser Testexemplar aber keine Empfehlung.

Lieferung und Aufbau: schnell fahrbereit, aber nicht makellos

Aus dem Karton heraus macht es einem das D3 Pro zunächst leicht. Das benötigte Werkzeug liegt bei und wir konnten das Rad ohne Blick in die Anleitung zusammenbauen. Wer schon einmal einen Lenker ausgerichtet und einige Schrauben nachgezogen hat, dürfte nach rund einer halben Stunde fertig sein.

Auch der Akku kam bei uns vollständig geladen an. Eigentlich hätte die erste Tour damit sofort beginnen können. Allerdings fanden wir an Sattel, hinterem Schutzblech und Rahmen bereits Abnutzungsspuren. Unser Exemplar wirkte deshalb, als wäre es vorher schon einmal ausgepackt oder bewegt worden. Ob es sich tatsächlich um eine Retoure handelte, können wir nicht belegen.

Insgesamt haben wir den Hersteller fünfmal per E-Mail kontaktiert und zusätzlich über Instagram zu erreichen versucht. Bis Redaktionsschluss erhielten wir keine Antwort.

Darf das Fiido D3 Pro so auf deutsche Straßen?

Vor der ersten längeren Fahrt haben wir uns die Ausstattung genauer angesehen – und genau hier änderte sich der Charakter dieses Tests.

Zwei voneinander unabhängige Bremsen sind vorhanden. Ebenso Pedalreflektoren, ein roter Rückstrahler hinten, ein aufsteckbares batteriebetriebenes Rücklicht sowie ein über den Hauptakku versorgter Frontscheinwerfer.

An unserem Rad fehlen beziehungsweise beanstanden wir jedoch mehrere andere Punkte.

Die Klingel: § 64a StVZO verlangt an Fahrrädern mindestens eine helltönende Glocke. Andere Einrichtungen für Schallzeichen dürfen nicht angebracht sein. Unser D3 Pro kam ohne mechanische Klingel. Stattdessen sitzt am Lenker der Taster einer elektronischen Hupe, die bei unserem für Deutschland gelieferten Rad allerdings deaktiviert war.

Der Frontreflektor: Einen vorgeschriebenen weißen Rückstrahler nach vorn konnten wir an unserem Exemplar nicht finden.

Die seitlichen Reflektoren: Unser Rad besitzt lediglich einen gelben Speichenreflektor pro Laufrad. Die StVZO sieht unter anderem mindestens zwei um 180 Grad versetzte gelbe Speichenrückstrahler je Rad als zulässige Lösung vor; alternativ sind andere zugelassene Reflexlösungen möglich.

Ein Reflektor pro Rad fehlt und muss nachgerüstet werden. © OutdoorMonster

Die Beleuchtung: Scheinwerfer und Rücklicht haben wir sorgfältig untersucht, an unserem Exemplar aber kein amtliches Prüfzeichen gefunden. § 67 StVZO verlangt für den öffentlichen Straßenverkehr die vorgeschriebenen und bauartgenehmigten lichttechnischen Einrichtungen; § 22a regelt die entsprechende Bauartgenehmigung und Kennzeichnung.

Damit würden wir unser Testexemplar im erhaltenen Zustand nicht im öffentlichen Straßenverkehr fahren.

Fiido bezeichnet das D3 Pro selbst nur als „bedingt“ konform

Interessant wird die Sache beim Blick auf Fiidos eigene deutsche Informationsseite zur StVZO. Dort führt Fiido das D3 Pro aktuell ausdrücklich als „StVZO-konform (bedingt)“. Beim Punkt Klingel nennt die Tabelle dennoch eine mechanische, klar hörbare Klingel und bezeichnet sie als werkseitige Voreinstellung. Unser gekauftes Exemplar kam ohne diese Klingel.

Bei den Reflektoren wird Fiido konkreter: Für das D3 Pro seien reflektierende Aufkleber erforderlich, die separat vom Nutzer gekauft werden müssten. Gleichzeitig schreibt das Unternehmen, dass sich bestimmte Modelle noch im aktiven Zertifizierungsprozess befinden und offizielle K-Mark-Kennzeichnungen für bestimmte Produktionschargen noch finalisiert würden.

Damit entsteht eine merkwürdige Situation. Wer ein D3 Pro in Deutschland bestellt, bekommt zwar ein auf 25 km/h begrenztes Pedelec mit korrekt begrenzter Anfahrhilfe. Gleichzeitig weist Fiido selbst darauf hin, dass beim D3 Pro für die vollständige Ausstattung weitere Maßnahmen nötig sind.

Raketensymbol beim Fiido e-bike
Alle Begrenzungen für Deutschland sind software-seitig gelöst und können via Debug-Modus ausgeschaltet werden. Die Zulassung ist damit aber sofort weg. © OutdoorMonster

Besonders auffällig war bei unserem Rad die elektronische Hupe: Sie war bereits deaktiviert. Das zeigt zumindest, dass unser Exemplar nicht einfach völlig unverändert für jeden Markt konfiguriert wurde. Warum gleichzeitig keine mechanische Klingel beilag, obwohl Fiido diese auf seiner eigenen StVZO-Seite aufführt, bleibt aktuell das Geheimnis von Fiido.

Auf der Straße überrascht das D3 Pro

Nach dieser Vorgeschichte hatten wir beim eigentlichen Fahren keine besonders hohen Erwartungen. Und genau dort überrascht das kleine Fiido.

Unsere längere Testfahrt führte über den Hamburger Alsterwanderweg. Die Strecke war überwiegend flach, enthielt aber auch einige kleinere Anstiege. Trotz seiner 14-Zoll-Räder fährt sich das D3 Pro erstaunlich souverän und gleichzeitig angenehm wendig.

Auch nach mehr als einer Stunde saßen wir noch bequem. Die Bremsen packen zuverlässig zu und vermitteln nicht das Gefühl, dass Fiido beim wichtigsten mechanischen Bauteil einfach den Rotstift angesetzt hat.

Weniger angenehm ist die Geräuschkulisse. Der Motor begleitet die Fahrt mit einem deutlich hörbaren Sirren. Nach einiger Zeit fällt das weniger auf, wirklich leise fährt das D3 Pro aber nicht.

Gewöhnungsbedürftig ist außerdem das Anfahren mit der Anfahrhilfe. Der entsprechende Gasgriff ist bei unserem deutschen Modell korrekt begrenzt und macht aus dem D3 Pro damit kein E-Moped. Der Schub setzt allerdings kräftig ein. Durch den kurzen Radstand und die kleinen Räder kann sich das Vorderrad dabei leicht anheben, wenn das Gewicht ungünstig verteilt ist.

Wer das Gewicht nach vorn verlagert und gleichzeitig mittritt, bekommt das schnell in den Griff. E-Bike-Einsteiger sollten die Reaktion trotzdem zunächst auf einer freien Fläche ausprobieren.

Einen Drehmomentsensor gibt es nicht. Die Unterstützung orientiert sich an der Trittfrequenz, was man sowohl beim Anfahren als auch beim Ende des Tretens spürt. Für ein 399-Euro-E-Bike ist das allerdings keine Überraschung.

Wie weit kommt das Fiido D3 Pro wirklich?

Für unseren Reichweitentest sind wir ausschließlich im Eco-Modus gefahren. Die Außentemperatur lag bei 20 Grad, der Fahrer wog 85 Kilogramm und im Rucksack kamen weitere 5,7 Kilogramm hinzu. Insgesamt musste das Rad also 90,7 Kilogramm bewegen.

Nach 23,5 Kilometern war der Akku leer. Fiidos 33-Kilometer-Angabe entsteht unter günstigeren Bedingungen: Der Hersteller nennt unter anderem 75 Kilogramm Belastung, 29 Grad Außentemperatur und flaches Terrain. Unsere Testbedingungen waren damit deutlich anspruchsvoller. Wir erreichten rund 71 Prozent des angegebenen Werts.

Keine Sorge, auch mit einem roten Balken geht die Fahr weiter. © OutdoorMonster

Das macht die Herstellerangabe nicht automatisch falsch. Für Eure Touren ist unser Praxiswert aber wahrscheinlich die wichtigere Zahl: Wer ähnlich schwer unterwegs ist und keine optimalen Bedingungen erwarten kann, sollte beim D3 Pro eher mit gut 20 als fest mit 33 Kilometern kalkulieren.

Der Akku besitzt 280,8 Wh und ist fest im Rahmen verbaut. Genau das wird beim Camping zum nächsten Problem.

Der Akku ist am D3 Pro leider fest verbaut. © OutdoorMonster

Laden am Camper: Eine Stunde Pause für sieben Kilometer

Einen leeren Wechselakku trägt man zum Camper und lädt ihn dort. Beim Fiido muss dagegen das komplette Fahrrad zur Steckdose beziehungsweise zur Powerstation.

Wir haben genau das ausprobiert und eine Jackery Explorer 500 v2 mit 512 Wh mitgenommen. Geladen wurde über deren Wechselrichter mit rund 80 Watt.

Das D3 Pro zieht seinen Strom aus der Jackery Explorer 500 v2
Das D3 Pro zieht seinen Strom aus der Jackery Explorer 500 v2 © OutdoorMonster

Unsere erste Ladepause dauerte 81 Minuten. Anschließend konnten wir weitere 9,39 Kilometer fahren. Daraus ergibt sich ein ungewöhnlich anschaulicher Wert:

Im OutdoorMonster-Test kostete ein zusätzlicher Kilometer Reichweite rund 8,6 Minuten Ladezeit. Oder andersherum: Eine Stunde an der Powerstation brachte uns ungefähr sieben weitere Kilometer.

Beide Ladepausen zusammen verbrauchten 34 Prozent der Powerstation. Hochgerechnet benötigt eine komplette Ladung des D3 Pro einen erheblichen Teil der nutzbaren Energie einer 512-Wh-Station. Dazu kommt eine Ladezeit von knapp vier Stunden.

Wer eine solche Powerstation ohnehin im Camper stehen hat, kann das D3 Pro unterwegs also durchaus nachladen. Als schnelle Reichweitenverlängerung während einer Tour taugt die Kombination dagegen kaum.

Unser Testtag liefert dafür das schönste Beispiel. Nach 32,89 Kilometern hatten wir die von Fiido genannten 33 Kilometer fast auf dem Tacho – dafür musste allerdings zwischendurch die Powerstation ran. Den Rest des Heimwegs erledigte…der Bus.

Die App wirkt noch nicht für Deutschland fertig

Auch beim Display merkt man, dass das D3 Pro nicht konsequent für den deutschen Markt lokalisiert wurde. Unser Rad zeigte ab Werk Meilen pro Stunde an. Bei der ersten Fahrt stand in allen vier Modi eine 15 im Display – umgerechnet rund 24,1 km/h.

Die volle Geschwindigkeit war also vorhanden. Nur die passende Einheit fehlte.

Kilometer lassen sich über die Fiido-App einstellen. Dafür mussten wir allerdings zunächst ein Kundenkonto samt E-Mail-Verifizierung anlegen. Wer lediglich von Meilen auf Kilometer wechseln möchte, kommt damit um die Registrierung nicht herum.

In der App (links) muss die Einheit von Meilen auf km/h geändert werden. Zusätzlich gibt es (rechts) einen übersichtlichen Tacho.

Auch danach wirkt die App nicht fertig. Der Startbildschirm rechnete bei uns in Meilen, während das Dashboard zunächst dieselbe Fahrt in Kilometern darstellte. Beschriftungen waren teilweise abgeschnitten, die Unterstützungsstufe wurde als „Gang“ bezeichnet, obwohl das D3 Pro keine Gangschaltung besitzt.

Immerhin: Für die volle Unterstützung ist die App nicht erforderlich. Das Rad fährt auch ohne Smartphone bis zur vorgesehenen Unterstützungsgrenze.

Ist das Fiido D3 Pro wirklich ein Faltrad?

Für Camper ist neben Reichweite und Gewicht noch eine andere Zahl entscheidend: Wie viel Platz verschwindet in der Heckgarage?

Fiido bezeichnet das D3 Pro als Faltrad. Tatsächlich lässt sich jedoch nicht der Rahmen in der Mitte zusammenklappen. Lediglich der Vorbau wird heruntergefaltet.

Wir haben deshalb selbst nachgemessen. Mit heruntergeklapptem Vorbau kommt unser D3 Pro auf ein Packmaß von rund 100 × 50 × 70 Zentimetern (L × B × H). Trotz Faltmechanismus bleibt das Rad damit einen Meter lang.

Kein klassisches Faltrad: Der Lenker kann geklappt, der Sattel muss abgenommen werden. © OutdoorMonster

Damit wird aus dem vermeintlich winzigen Faltrad ein ziemlich langes Gepäckstück. In einer schmalen Heckgarage kann genau das den Unterschied machen. Statt quer hineinzupassen, muss das Rad unter Umständen längs oder diagonal verstaut werden.

In die Heckgarage beim VW T6.1. passt es leider nicht rein. © OutdoorMonster

Auch beim Gewicht lohnt sich der Realitätscheck. Fiido nennt 17,3 Kilogramm, unsere Waage zeigte 17,9 Kilogramm. Die Differenz von 600 Gramm ist nicht dramatisch. Wer das Rad regelmäßig in den Camper oder Kofferraum hebt, merkt aber ohnehin weniger die Nachkommastelle als die fast 18 Kilogramm Gesamtgewicht.

Was muss am D3 Pro vor dem Straßenverkehr geändert werden?

Bei unserem Exemplar würden wir vor der Nutzung auf öffentlichen Straßen zunächst eine passende helltönende Klingel montieren und die fehlende beziehungsweise nicht ausreichende Reflexausstattung ergänzen. Bei der Beleuchtung würden wir ebenfalls auf ausdrücklich bauartgenehmigte Fahrradbeleuchtung achten.

Gerade der letzte Punkt ist ärgerlich. Ein günstiger Reflektor oder eine Klingel lässt sich schnell ergänzen. Bei einer Beleuchtung, die über den Hauptakku versorgt wird, ist ein Austausch deutlich weniger elegant.

Kauf-Tipp: Wenn bei Euch auch keine Klingel dabei ist, nehmt diese hier:

e-bike klingel nachrüsten
Die Klingel haben wir für 10 Euro nachgerüstet. © OutdoorMonster

Für uns ist deshalb nicht entscheidend, ob sich die Mängel mit überschaubarem Aufwand beheben lassen. Entscheidend ist die Frage, warum Käufer eines in Deutschland angebotenen E-Bikes diese Prüfung und Nachrüstung überhaupt selbst übernehmen sollen.

399 Euro: günstig – aber nicht bedingungslos günstig

Genau hier wird der Preis interessant. Für 399 Euro liefert das D3 Pro erstaunlich viel Fahrrad. Motorunterstützung, ordentliche Bremsen, eine bequeme Sitzposition und ein grundsätzlich angenehmes Fahrverhalten hätten wir in dieser Kombination zu diesem Preis nicht unbedingt erwartet.

Der niedrige Preis erklärt allerdings nicht alles. Fehlende vorgeschriebene Ausstattung wird nicht dadurch weniger problematisch, dass ein Fahrrad günstig ist. Ebenso bleiben der fest verbaute Akku, die wenig ausgereifte App und das eingeschränkte Faltkonzept im Alltag bestehen.

Deshalb ist das D3 Pro kein klassisches Schnäppchen, bei dem wir sagen würden: kaufen und losfahren. Es ist eher ein sehr günstiges E-Bike für Käufer, die genau wissen, worauf sie sich einlassen und bereit sind, die Ausstattung vor der ersten öffentlichen Fahrt selbst kritisch zu kontrollieren.

Fazit: Das Fiido D3 Pro ist besser als sein Auslieferungszustand

Nach diesem Test bleibt ausgerechnet ein Widerspruch hängen. Das Fiido D3 Pro ist als Fahrrad besser, als wir für 399 Euro erwartet hatten. Es fährt angenehm, bremst ordentlich, ist wendig und bietet für kurze Strecken rund um Campingplatz, Stellplatz oder Wohnort genügend Unterstützung. Wer mit einer realistischen Reichweite von gut 20 Kilometern plant, kann damit viel Spaß haben.

Gleichzeitig würden wir das von uns gekaufte Exemplar nicht aus dem Karton holen und damit einfach auf öffentlichen Straßen losfahren. Die fehlende Klingel, die von uns beanstandete Reflexausstattung und insbesondere die Beleuchtung ohne für uns erkennbares Prüfzeichen wiegen dafür zu schwer.

Hinzu kommen kleinere Dinge, die sich summieren: der nicht entnehmbare Akku, die unfertige App, das Display in Meilen, das nur teilweise faltbare Konzept und die Gebrauchsspuren an unserem als neu gekauften Rad. Dass Fiido auf fünf E-Mails und unseren Kontaktversuch über Instagram bis Redaktionsschluss nicht reagiert hat, macht die Sache nicht besser.

Würden wir das Fiido D3 Pro deshalb grundsätzlich niemandem empfehlen? Nein. Für 399 Euro steckt darin ein überraschend brauchbares kleines E-Bike.

Das kleine D3 Pro macht eine gute Figur © OutdoorMonster
Kaufbutton

Würden wir einem Freund empfehlen, es zu bestellen und ungeprüft loszufahren? Ebenfalls nein.

Wer das D3 Pro kaufen möchte, sollte die Ausstattung nach Erhalt genau kontrollieren, die Verkehrssicherheit vor der ersten öffentlichen Fahrt herstellen und bei der Reichweite nicht mit dem Idealwert planen. Wer dagegen ein fertig ausgestattetes E-Bike sucht, das ohne Nacharbeit vom Karton auf die Straße kann, sollte sich nach einer Alternative umsehen.

Dass ein 399-Euro-Rad so angenehm fährt, war die positive Überraschung dieses Tests.

Nach Hause gebracht hat uns am Ende trotzdem der Bus…


Das könnte auch interessant sein