Die JBL Flip-Serie ist längst ein Klassiker unter den Bluetooth-Speakern – robust, laut, zuverlässig. Doch mit der neuen JBL Grip bringt JBL einen deutlich kompakteren Lautsprecher auf den Markt. Die Frage ist nur: Kann die kleine Dose gegen die Flip 7 bestehen? Und für wen lohnt sich welcher Speaker?
Design & Haptik: Zwei Welten, ein Stil
Beide Boxen – Flip 7 und Grip – wirken hochwertig verarbeitet. Die Grip ist mit 385 Gramm spürbar leichter und erinnert mit ihrem Format eher an eine kleine Red Bull-Dose. Ideal für unterwegs, zum Beispiel am Fahrrad oder im kleinen Daypack. Die Flip 7 dagegen ist etwas wuchtiger, bringt aber auch mehr Membranfläche mit – und das merkt man später im Klangtest.

Was beide gemeinsam haben: Die Camouflage-Version sieht einfach stark aus. Der Stoff fühlt sich wertig an, die Tasten sind klar beschriftet, alles wirkt robust. Und tatsächlich: Beide Speaker sind nach IP68 zertifiziert, also staubdicht, wasserdicht und stoßfest.
Die Technik im direkten Vergleich
JBL Flip 7:
- Ausgangsleistung: k.A., aber spürbar kräftiger
- Akku: bis zu 16 h (Playtime Boost)
- Bassradiatoren an beiden Enden
- AI Sound Boost
- Bluetooth 5.4 + Auracast
- USB-C (auch verlustfreies Audio)
- Keine Lichtfeatures


JBL Grip:
- Ausgangsleistung: 16 W RMS
- Akku: bis zu 14 h (Playtime Boost)
- Kein Bassradiator
- AI Sound Boost
- Bluetooth 5.4 + Auracast
- Ambient Light mit wechselbaren Farbmodi (App-gesteuert)
Die Grip bietet also viele technische Parallelen zur Flip 7, aber in einem kleineren Format – mit Lichtshow statt Bassgewalt.

Klangcheck: Da geht was – aber nicht alles
Im Hörtest schlägt sich die Grip ordentlich. Sie klingt für ihre Größe kraftvoll, Höhen und Mitten sind gut abgestimmt. Der AI Sound Boost hilft dabei, auch bei steigender Lautstärke für Klarheit zu sorgen.
Doch spätestens bei Neelix’ You, einem unserer Standard-Testtracks, zeigt sich der Unterschied: Wenn der Bass einsetzt, holt die Flip 7 richtig aus. Die Membranen pumpen, das Wasser spritzt – buchstäblich. Die Grip dagegen bleibt zurückhaltender, auch weil ihr die passiven Bassradiatoren fehlen. Sie klingt solide, aber nicht beeindruckend.

Bei leiseren Genres, Podcasts oder als Küchenlautsprecher macht sie ihre Sache sehr gut. Wer allerdings Druck und Tiefe sucht, greift zur Flip 7 – oder zur mittlerweile preislich attraktiven Flip 6.
Sehr gute App & Lichtspielerei
Ein Pluspunkt der Grip: das Ambient Light auf der Rückseite. Farben und Animationen lassen sich in der JBL Portable App anpassen. Gerade bei abendlichen Sessions im Zelt oder auf der Terrasse schafft das eine richtig angenehme Stimmung. Dieses Feature fehlt der Flip 7 komplett – könnte aber künftig Standard werden.
Die App bietet bei beiden Modellen Zugriff auf Firmware-Updates, EQ-Presets und individuelle Klangregelung über einen 7-Band-EQ. Das funktioniert bei der Grip ebenso gut wie bei der Flip.
Preis & Empfehlung
Und jetzt wird’s spannend: Die JBL Grip kostet 99 Euro, die JBL Flip 7 liegt derzeit bei ca. 120 Euro – und die Flip 6 ist zum selben Preis wie die Grip erhältlich. Wer also möglichst viel Sound für sein Geld möchte, ist mit Flip 6 oder 7 deutlich besser beraten.

Die Grip punktet vor allem durch ihre Kompaktheit, ihre Lichtfunktion und die gute Allround-Performance. Sie ist keine Klangbombe – aber eine smarte, stylische Zweitbox für unterwegs.
Fazit: Lichtshow oder Lautstärke?
Die JBL Grip ist ein sympathischer, durchdachter Mini-Speaker für alle, die wenig Platz haben und dennoch guten Klang wollen. Als ernsthafte Flip-Alternative taugt sie allerdings nur bedingt – dafür fehlt ihr schlicht der Druck. Trotzdem: Für alle, die eine handliche, robuste Bluetooth-Box mit Lichtakzent suchen, ist die Grip einen Blick wert.
