Heißluftfritteusen mit großem Fassungsvermögen sind vor allem dann interessant, wenn häufiger für mehrere Personen gekocht wird – oder wenn ganze Hähnchen, Ofengemüse-Portionen oder größere Chargen Pommes auf einmal zubereitet werden sollen. Die neue Medion MD13060 X20 XL zielt genau auf diese Zielgruppe: 6,6 Liter Korbvolumen, Temperaturen bis 230 Grad und ein integrierter Temperaturfühler versprechen mehr Flexibilität als klassische Mini-Fritteusen. Doch wie schlägt sich das Modell im Alltag und beim Campen? Und wie viel besser ist sie, als unser aktueller Preis-Tipp aus dem selben Haus:
Design & Verarbeitung: Groß, aber gut organisiert
Mit 31 × 32,8 × 39,5 cm gehört die MD 13060 klar in die Kategorie der XXL-Airfryer. Sie ist kein Gerät für enge Vanlife-Küchen, dafür jedoch ideal für Familien, Haushalte mit größerem Hunger oder Camper mit stationärer Stromversorgung. Das Gewicht von 5,66 kg wirkt angemessen, und das Gehäuse macht einen soliden Eindruck.
Besonders praktisch:
- Sichtfenster mit Innenbeleuchtung – man kann den Garvorgang verfolgen, ohne den Korb zu öffnen.
- Sensor-Touch-Bedienfeld mit LED-Display – übersichtlich und klar strukturiert.
- Abschaltbare Tastentöne – angenehm, wenn man abends leise kochen möchte.
Die Verarbeitung des Korbs fällt positiv auf: die PFAS-freie ILAG SP-800-Antihaftbeschichtung wirkt hochwertig und verspricht langlebige Nutzung, ohne gesundheitlich fragwürdige Stoffe.

Funktionen & Programme: Mehr als nur Pommes
Die Medion MD 13060 ist deutlich funktionsreicher als viele Airfryer-Einsteigergeräte. Besonders hervorzuheben:
10 Automatikprogramme
Unter anderem für:
- Pommes
- Chicken Nuggets
- Hähnchenschenkel
- Steak
- Fisch
- Gemüse
- Kleine Kuchen
- Dörren
- Brötchen aufbacken
Damit deckt das Gerät realistisch nahezu alle typischen Haushaltsanwendungen ab.
5 Fleischprogramme mit Temperaturfühler
Ein besonderes Feature:
Der mitgelieferte Temperaturfühler misst die Kerntemperatur des Fleisches – und erlaubt es, direkt die gewünschte Garstufe auszuwählen:
- rare
- medium rare
- medium
- medium well
- well done
Im Test beeindruckt das Konzept: Das Fleisch gart gleichmäßiger als bei Airfryern ohne Fühler, weil das Gerät rechtzeitig herunterregelt und Nachgaren verhindert.
Temperaturbereich von 35 bis 230 °C
Damit lassen sich nicht nur klassische Airfryer-Gerichte zubereiten, sondern auch:
- Dörren
- schonendes Aufwärmen
- scharfes Anbraten
- gratinieren
Die Spanne ist im Vergleich zu anderen Modellen großzügig.

Erstes Steak im AirFryer – und ein überraschend gutes Ergebnis
Der erste Eindruck beim Auspacken des MD13060 X20 XL lässt bereits erahnen, dass es sich nicht um ein Gerät für kleine Portionen handelt. Die 6,6 Liter Korbvolumen sind eher eine Ansage für Familien, Vielkocher oder alle, die regelmäßig größere Mengen zubereiten. Für einen Single-Haushalt ist das schlicht überdimensioniert – aber genau darum geht es hier nicht. Der AirFryer richtet sich klar an Nutzer, die mehr wollen als Pommes und Snacks.
Besonders ins Auge fällt das integrierte Fleischthermometer, das wir so in dieser Form zum ersten Mal in einem AirFryer gesehen und ausprobiert haben. Genau deshalb startete unser Praxistest nicht mit Pommes oder Gemüse, sondern mit einem Rinderfilet. Das Thermometer wird über eine flexible, aber stabile Kabelführung durch eine kleine Einkerbung in das Gerät eingeführt. Das Kabel sitzt sicher, wird nicht eingeklemmt und bleibt dennoch beweglich genug, um es problemlos zu positionieren.
Garstufen sind fein einstellbar
Über das Menü lässt sich anschließend die gewünschte Garstufe auswählen – von rare bis well done. Wir entscheiden uns bewusst für well done, um zu sehen, wie der AirFryer mit einem durchgegartem Stück Fleisch umgeht. Schon das Einlegen des Steaks wirkt ungewohnt. Normalerweise landen Steaks bei uns auf dem Grill oder in der Pfanne – der Gedanke, ein Filet einfach in einen AirFryer zu legen, fühlt sich zunächst etwas fremd an.

Die Laufzeit wird direkt auf dem großen, gut ablesbaren Display angezeigt. Dank Sichtfenster und zuschaltbarer Innenbeleuchtung lässt sich der Garverlauf problemlos beobachten, ohne dass Wärme entweichen muss. Sobald die eingestellte Kerntemperatur erreicht ist, signalisiert das Gerät das Ende des Programms.
Ergebnis ist verblüffend
Das Ergebnis fällt überraschend positiv aus: Das Rinderfilet war durchgehend gleichmäßig gegart und geschmacklich besser als erwartet. Salz und Pfeffer reichten aus – mehr brauchte es nicht. Vor allem zeigt der Test, wie viel Mehrwert der Temperaturfühler tatsächlich liefert. Was zunächst wie ein nettes Extra wirkt, erweist sich in der Praxis als echtes Hilfsmittel, das reproduzierbare Ergebnisse ermöglicht, ohne Rätselraten und ohne ständiges Kontrollieren.

Pommes – der Klassiker im Sichtfenster
Nach dem überraschend guten Steak-Ergebnis ging es beim zweiten Test um das naheliegendste Gericht: Pommes. Die Zubereitung ist denkbar unkompliziert. Tiefgekühlte Pommes in den Korb geben, das entsprechende Automatikprogramm wählen – und laufen lassen. Mehr ist nicht nötig.
Der große Vorteil der MD13060 zeigt sich hier erneut deutlich: Durch das Sichtfenster mit Innenbeleuchtung lässt sich der Garvorgang jederzeit verfolgen, ohne den Korb öffnen zu müssen. Gerade bei Pommes ist das praktisch, weil man sehr gut sehen kann, wann sie den gewünschten Bräunungsgrad erreicht haben.

Der AirFryer erinnert zudem über den integrierten Schüttelalarm daran, den Korb einmal durchzuschütteln. Das funktioniert problemlos: einmal kurz herausziehen, shaken, wieder einschieben – der Prozess läuft direkt weiter.

Das Ergebnis war überzeugend: gleichmäßig goldbraune, außen knusprige und innen weiche Pommes, ohne zusätzliche Tricks oder Nachjustierungen. Die Kombination aus Lüftersteuerung, Korbgröße und Sichtfenster macht den Vorgang angenehm vorhersehbar und leicht kontrollierbar. Für den Alltag ist das ein klarer Pluspunkt – insbesondere, wenn man größere Portionen zubereiten möchte.
Stromverbrauch – nichts für kleine Powerstations
Auch beim Thema Energiebedarf wollten wir es genau wissen. Im Praxistest wurde die MD13060 mit einem externen Strommessgerät betrieben. Das Ergebnis: Spitzenleistungen von rund 1.645 Watt. Für einen AirFryer dieser Größe ist das ein realistischer, aber durchaus hoher Wert.
Gerade beim Campen spielt dieser Punkt eine zentrale Rolle. Wir haben deshalb direkt ausprobiert, welche Powerstation den Betrieb ermöglicht – und wo die Grenzen liegen. Die Jackery Explorer 1000 V2 scheidet klar aus: Ihre Dauerleistung reicht nicht aus, um die hohen Lastspitzen der Fritteuse abzufangen. Das Gerät schaltet ab, bevor der AirFryer überhaupt richtig startet.
Anders sieht es bei der Jackery Explorer 2000 V2 aus. Hier reicht die Dauerleistung aus, um die MD13060 stabil zu betreiben – allerdings sollte man bedenken, dass ein AirFryer dieser Dimension den Akku spürbar belastet. Für den Einsatz im Camper bedeutet das:
- Betrieb nur an großen Powerstations möglich,
- oder alternativ direkt am Landstrom, falls man auf einem Campingplatz steht.
Die MD13060 ist damit eher ein Gerät für Haushalte oder stationäre Setups – und nur bedingt für mobile Kochkonzepte geeignet.

Lautstärke – überraschend moderat für ein XL-Gerät
Auch die Lautstärke haben wir gesondert geprüft. Während der Pommes-Zubereitung kam ein externes Lautstärkemessgerät zum Einsatz. Der höchste gemessene Wert lag bei 62 dB. Für ein Gerät dieser Größe – mit großem Korbvolumen und entsprechend kräftigem Luftstrom – ist das ein vollkommen akzeptabler Wert.
Im Alltag bedeutet das:
- Die Fritteuse ist hörbar, aber nicht störend.
- Gespräche in der Küche bleiben problemlos möglich.
- Der Lüfter läuft gleichmäßig und erzeugt kein unangenehmes Pfeifen oder Brummen.

Damit bewegt sich die MD13060 im üblichen Rahmen vergleichbarer XL-Airfryer und bleibt trotz Leistung und Korbgröße akustisch auf einem angenehmen Niveau.
Bedienung – viele Funktionen, schöne Lernkurve und eine App-Enttäuschung
Auf den ersten Blick wirkt die Bedienoberfläche der MD13060 fast ein wenig überwältigend. Zahlreiche Symbole, Programme und Doppelbelegungen sorgen dafür, dass man sich zunächst kurz orientieren muss. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit zeigt sich jedoch: Alles ist logisch angeordnet, und wer seine Standardgerichte kennt, findet schnell das passende Preset.
Besonders praktisch ist die Doppelbelegung einiger Tasten, beispielsweise zur Auswahl der Fleischsorte oder zur Einstellung der gewünschten Garstufe. Sobald man verstanden hat, wie diese Mehrfachfunktionen gedacht sind, lässt sich das Gerät erstaunlich intuitiv bedienen. Die Reaktionszeiten des Sensor-Touch-Panels sind kurz, das Display ist klar ablesbar und die Menüführung eindeutig genug, um im Alltag nicht zu stören.
Weniger überzeugend ist hingegen die Einbindung der MEDION Life+ App. Auf der Verpackung wird damit geworben, was den Eindruck erweckt, man könne die AirFryer über das Smartphone steuern oder zumindest koppeln. Tatsächlich haben wir versucht, das Gerät über die App einzubinden – ohne Erfolg. Nach rund 20 Minuten war klar: Eine Verbindung ist technisch gar nicht vorgesehen.

Erst beim genaueren Blick in die Produktinformationen wird ersichtlich, dass die App ausschließlich Rezepte bereitstellt, aber keinerlei Steuerungs-, Überwachungs- oder Konfigurationsfunktionen bietet. Für Nutzerinnen und Nutzer, die bei einer App-Werbung eine echte Geräteintegration erwarten, ist das schade – zumal eine simple Erinnerung, ein Startsignal oder eine manuelle Temperaturwahl per Smartphone durchaus naheliegend gewesen wären.
Im Alltag ist das kein gravierendes Problem: Die Bedienung am Gerät selbst funktioniert zuverlässig und klar. Dennoch bleibt ein kleiner Bruch zwischen Erwartungshaltung und Realität, der sich leicht hätte vermeiden lassen.
Reinigung – unkompliziert und alltagstauglich
Die Reinigung gelingt bei der MD13060 erfreulich einfach. Der große Korb sowie das innenliegende Gitter lassen sich problemlos entnehmen und entweder in die Spülmaschine geben oder unter fließendem Wasser reinigen. Die PFAS-freie Antihaftbeschichtung sorgt dafür, dass kaum Rückstände anhaften und selbst stärkere Verschmutzungen sich mit wenig Aufwand lösen lassen.

Auch das Gehäuse lässt sich gut sauber halten. Es gibt keine tiefen Kanten oder schwer zugänglichen Ecken – ein feuchtes Tuch reicht meist aus. Insgesamt wirkt das Gerät so konstruiert, dass die tägliche Pflege schnell erledigt ist, ohne dass man lange schrubben muss.
Fazit: Viel Volumen, klare Stärken und ein echtes Highlight
Die Medion MD13060 X20 XL ist ein AirFryer, der sich deutlich von kompakten Camping-Geräten unterscheidet. Das große 6,6-Liter-Volumen, der Temperaturfühler, das Sichtfenster und die starken Automatikprogramme machen sie zu einer vielseitigen Küchenmaschine, die sowohl größere Portionen als auch anspruchsvollere Gerichte souverän meistert. Die Ergebnisse im Test – vom Rinderfilet über Pommes bis hin zur Bedienung – zeigen, dass Medion hier ein stimmiges Gesamtpaket abliefert.
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Für mobile Einsätze ist der hohe Stromverbrauch ein klarer limitierender Faktor. Für Haushalte, Familien oder Camper mit festem Stromanschluss hingegen ist die MD13060 eine zuverlässige, flexible und angenehm leise Alternative zu klassischen Backöfen und kleineren Airfryern wie der 2-Liter Cosori aus unserem Test.
Unterm Strich überzeugt vor allem der Temperaturfühler: ein praxisrelevantes Feature, das im Alltag tatsächlich Mehrwert bietet.
Pro & Contra
Vorteile
- Sehr großes 6,6-Liter-Volumen
- Temperaturfühler mit präziser Garstufenwahl
- Gleichmäßige Ergebnisse bei Fleisch und Pommes
- Sichtfenster + Innenbeleuchtung
- Viele Automatikprogramme und hoher Temperaturbereich
- Pflegleichte, PFAS-freie Beschichtung
- Angenehme Lautstärke (62 dB im Test)
Nachteile
- Hoher Stromverbrauch (ca. 1.645 W im Betrieb)
- Für kleine Küchen und Camper eher zu groß
- Keine echte App-Steuerung trotz App-Werbung
- Bedienoberfläche erfordert kurze Eingewöhnung




