Nur 36 Gramm: Dieser Tiertracker kann etwas, das Tractive fehlt

Mit Sprachbefehlen, Zwei-Wege-Audio und nur 36,4 Gramm Gewicht will der Mova Suretrack Pro im umkämpften Markt für Haustier-Tracker punkten. Ob das gelingt, zeigt der Test.

Suretrack Pro ein

Wer schon einmal minutenlang panisch nach dem eigenen Tier gesucht hat, weiß: Ein GPS-Tracker am Halsband ist bares Nerven-Gold wert. Mit dem Suretrack Pro schickt Hersteller Mova einen neuen Kandidaten ins Rennen gegen Platzhirsch Tractive und den kürzlich von uns getesteten Satellai Collar Go. Wir haben das Gerät im Alltag getestet. Bei uns kam es allerdings nicht nur am Hund, sondern auch am Halsband einer Maine-Coon-Katze zum Einsatz.

Suretrack Pro vs Satellai
Der Mova Suretrack Pro (rechts) fällt deutlich kleiner und leichter aus als der Satellai Collar Go (links). © OutdoorMonster

Mova Suretrack Pro auf einen Blick

  • Abmessungen: 52 x 36 x 22 mm
  • Gewicht: 36,4 g
  • Schutzklasse: IP67
  • Akkulaufzeit: ca. 3 bis 4 Tage
  • Zusatzfunktionen: Zwei-Wege-Audio, Sprachbefehle, Licht
  • Anschaffungspreis: 99 €
  • Abo: ab 6,11 €/Monat

Kurzfazit

Der Mova Suretrack Pro ist ein Leichtgewicht mit Persönlichkeit: Mit nur 36,4 Gramm und praktischen Extras wie Lichtfunktion, Zwei-Wege-Audio und Sprachbefehlen hebt er sich von der Konkurrenz ab. Auch die Ortung überzeugt im Alltag fast immer. Wer mit dem proprietären Ladeanschluss und einer realen Akkulaufzeit von 3 bis 4 Tagen leben kann, bekommt einen innovativen, zuverlässigen Begleiter zum fairen Preis.

Mova Suretrack Pro

Mova Suretrack Pro

  • Präzise Ortung im Alltag
  • Geringes Gewicht
  • Praktisches Zusatzfeatures
  • Proprietärer Ladeanschluss
  • Akkulaufzeit unter Herstellerangabe
Testergebnis: i 1,98 (gut)
Zum Angebot i

Der erste Eindruck: Klein, leicht, aber weniger geschützt

Mit 52 x 36 x 22 mm und 41 Gramm (mit Halterung) baut der Suretrack Pro deutlich kompakter als der wuchtige Satellai Collar Go (ca. 98 Gramm) auf und bewegt sich eher in Richtung der leichten Tractive-Tracker vom Typ Cat Mini oder Dog 6. Unsere Maine-Coon-Katze störte das Gerät kaum: Sie war durch einen Apple AirTag am Halsband aber bereits an ähnliches Gewicht gewöhnt.

Beim Schutz vor Wasser und Staub gibt sich Mova dagegen etwas zurückhaltender als die Konkurrenz: Der Suretrack Pro ist etwa nach IP67 zertifiziert, der Satellai Collar Go schafft das strengere IP68. In der Praxis bedeutet das: IP67 übersteht Regen, Pfützen und kurzes Untertauchen bis 1 Meter Tiefe für maximal 30 Minuten. IP68 hält auch dauerhaftem Untertauchen über diese Grenzen hinaus stand. Für Katzen und Hunde, die höchstens mal durch eine Pfütze laufen, macht das kaum einen Unterschied. Bei Hunden, die regelmäßig länger schwimmen oder durch tiefere Gewässer waten, bietet IP68 auf jeden Fall mehr Sicherheit.

Mova App
Die Mova-App leistete sich öfter Schwächen bei der Distanzangabe (siehe Bild in der Mitte und rechts). Das Tracking an sich arbeitete aber fast immer tadellos. © OutdoorMonster

Suretrack Pro: App mit kleinen Schwächen

Schon beim Ersteinrichten fiel uns die Lokalisierung etwas negativ auf. An einigen Stellen tauchen noch Englisch und sogar Chinesisch auf. Das hinterlässt einen leicht unfertigen Eindruck. Auch der WLAN-Scan zeigte eine Eigenheit: Grundsätzlich funktioniert die Erkennung von Netzwerken, unseren FritzBox-Router fand der Tracker jedoch nicht, obwohl sich sowohl das Gerät und Handy direkt neben dem Router befanden.

Suretrack Pro: Präzision und Performance

Bei freier Sicht überzeugte die Ortung per GPS: kaum Drifting, flotte Aktualisierung, stabile Verbindung. Hier zeigte sich der Suretrack Pro im Alltag vergleichbar präzise wie der Satellai Collar Go. Hundertprozentig akkurat arbeitet die Technik indes nicht. Als sich unsere Katze etwa in einem dichten Busch versteckte, zeigte die App hier eine Abweichung von 25 Metern zur tatsächlichen Position von nur 2 Metern an. Es kam im Test allerdings öfter vor, dass die Entfernungsanzeige ziemlichen Unsinn anzeigte.

Die eSIM ist dafür nicht verantwortlich, sie dient nur der Datenübertragung; wahrscheinlicher ist ein GPS-Mehrwegeempfang (Multipath-Effekt) in bestimmten Umgebungen wie dichtem Bewuchs. Auch Mova selbst verspricht ausdrücklich nur „Metergenauigkeit unter optimalen Bedingungen”. Das ist bei anderen GPS-Trackern vermutlich nicht anders.

Suretrack Pro Gewicht
Mit Halterung wiegt der Suretrack Pro etwas mehr als die angegebenen 36,4 Gramm. © OutdoorMonster

Akku und Laden: Die größte Schwachstelle

Mova wirbt mit einer Laufzeit von bis zu 7 Tagen im Energiesparmodus und einer Vollladung in 2 Stunden. In unserem Praxistest mit gelegentlichem Echtzeitmodus hielt der Akku dagegen eher 3 bis maximal 4 Tage durch. Das ist eine deutliche Diskrepanz im Vergleich zur Herstellerangabe. Theoretisch ließe sich die Laufzeit über eine WLAN-Homezone verlängern, die den Tracker im Erkennungsbereich des Heimnetzes in einen sparsameren Modus schaltet. Wir konnten diesen Effekt aber nicht überprüfen, da der Suretrack Pro unser Heimnetz wie erwähnt nicht erkannte.

Auch beim Laden selbst gibt es einen klaren Nachteil gegenüber dem Satellai Collar Go: Statt auf einen Standard-USB-C-Anschluss setzt Mova auf einen proprietären magnetischen Pogo-Pin-Stecker, den man unterwegs gerne vergisst oder verlegt. Hinzu kam ein App-Bug: Nach vollständigem Aufladen zeigte die App zunächst fälschlicherweise nur 10 Prozent Akkustand an. Erst nach einem kompletten Neustart der App erschien der korrekte, hohe Wert.

Suretrack Pro: Innovative Extras

Ein klarer Pluspunkt im Dunklen ist das integrierte Blinklicht, dass sich per App einschalten lässt : Es half uns spürbar dabei, unsere Katze im Dunkeln schneller zu finden. Auch bei den Zusatzfunktionen ist der Suretrack Pro sehr gut aufgestellt. So bietet das Gerät eine Telefonfunktion für Zwei-Wege-Audio, über die Halter aus der Ferne mit ihrem Tier sprechen oder Umgebungsgeräusche abhören können. Hinzu kommen Sprachbefehle, mit denen sich vorformulierte Ansagen abspielen lassen, etwa um das Tier zurückzurufen. In der Praxis bewegt sich der Suretrack Pro damit auf einem ähnlichen Funktionsniveau wie der Satellai Collar Go, der ebenfalls Zwei-Wege-Audio und Sprachausgabe mitbringt.

Preis und Abo-Modelle

Der Suretrack Pro kostet 99 Euro in der Anschaffung. Beim Abo zahlt man 8 Euro/Monat bei jährlicher Kündigungsmöglichkeit, 6,66 Euro/Monat bei zwei Jahren Laufzeit oder 6,11 Euro/Monat (220 Euro gesamt) bei drei Jahren Laufzeit. Gut: Der erste Monat nach Aktivierung ist gebührenfrei. Zum Vergleich: Der Satellai Collar Go ist mit 79 Euro UVP günstiger in der Anschaffung, sein Abo beginnt bei 9 Euro/Monat und sinkt bei zweijähriger Laufzeit auf 5 Euro/Monat. Damit unterbietet Satellai selbst Movas günstigstes Dreijahres-Abo.

Marktführer Tractive startet mit rund 50 Euro Hardwarepreis am günstigsten und unterbietet auch bei den Abo-Kosten beide Konkurrenten deutlich. Das Premium-Abo mit vollem Funktionsumfang (365-Tage-Positionsverlauf, weltweite Netzabdeckung, Familienfreigabe) gibt es ab 6 Euro/Monat im Fünfjahresvertrag oder 10 Euro/Monat im Jahresvertrag. Das günstigere Basic-Abo verzichtet auf diese Zusatzfunktionen, bietet aber ebenfalls Live-Tracking und Geofencing und startet bei 6,75 Euro/Monat im Zweijahresvertrag. Der Preisvorteil hat allerdings einen Haken: Tractive bietet weder eine Telefon- noch eine Sprachbefehlsfunktion, wie sie sowohl der Suretrack Pro als auch der Satellai Collar Go mitbringen.

Fazit: Lohnt sich der Mova Suretrack Pro?

Der Mova Suretrack Pro ist ein innovativer, zuverlässiger und kompakter GPS-Tracker: Er ortet im Alltag präzise und punktet mit praktischen Extras wie dem integrierten Licht und „Telefonie“-Funktionen. Vor allem für kleinere Hunde und größere Katzen ist er aufgrund seines geringen Gewichts interessant. Ein paar kleine Schwächen bleiben trotzdem: Die App ist stellenweise holprig lokalisiert, der Ladeanschluss ist proprietär statt USB-C, und die Akkulaufzeit blieb im Test unter der Herstellerangabe. Wobei die von uns nicht einrichtbare WLAN-Homezone hier theoretisch noch Potenzial nach oben lässt.


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