Qrevo Curv 2 Flow im Test: Der seltsamste Roborock seit Jahren

Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow setzt erstmals auf eine selbstreinigende Wischwalze. Im Test überzeugt er nicht in allen Disziplinen.


Roborock gehört seit Jahren zu den Herstellern, die in unseren Tests regelmäßig Bestnoten einfahren. Präzise Kartierung, starke Navigation und die vielleicht beste App am Markt haben dafür gesorgt, dass viele Modelle des Herstellers zu den Referenzen ihrer Klasse zählen.

Mit dem neuen Qrevo Curv 2 Flow geht Roborock nun einen anderen Weg. Statt auf klassische rotierende Wischmopps setzt der Hersteller erstmals auf eine Wischwalze, die sich permanent selbst reinigt. Die Technik erinnert dabei auffällig an die OZMO-Roller-Technologie von ECOVACS, die in den vergangenen Monaten für einige der besten Wischergebnisse in unserem Testlabor gesorgt hat.

Auf dem Papier klingt das nach einem sicheren Erfolg. Im Alltag sorgt der Curv 2 Flow allerdings für einige Überraschungen – und nicht alle davon sind positiv.

Roborock Qrevo Curv 2 Flow auf einen Blick

  • SpiraFlow-Wischwalze mit Echtzeit-Selbstreinigung
  • 27 cm breite Wischwalze
  • Bis zu 220 Umdrehungen pro Minute
  • 15 Newton Anpressdruck
  • Ausfahrbare Walze für die Kantenreinigung
  • Automatische Walzenanhebung um 15 mm auf Teppichen
  • 20.000 Pa HyperForce-Saugleistung
  • DuoDivide-Hauptbürste mit Anti-Tangle-Technologie
  • Anhebbare Seitenbürsten
  • Reactive AI Hinderniserkennung
  • RGB-Kamera und strukturiertes Licht
  • Erkennung von über 200 Hindernistypen
  • Matter-Unterstützung
  • SmartPlan 3.0
  • Steuerung per Alexa, Siri und Google Home
  • Multifunktionsstation mit Absaugfunktion
  • Walzenwäsche mit 75 °C heißem Wasser
  • Warmlufttrocknung mit 55 °C
  • Automatische Staubentleerung
  • Bis zu fünf WLAN-Profile speicherbar
  • Haustiererkennung inklusive Videoüberwachung
  • UVP: 999 Euro

Kurzfazit

Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow bringt eine spannende neue Walzentechnik ins Roborock-Portfolio. Im Alltag überzeugt er mit einer hervorragenden App und guter Saugleistung, bleibt bei Kartierung und Wischleistung jedoch überraschend hinter den Erwartungen zurück.

Roborock Qrevo Curv 2 Flow

Roborock Qrevo Curv 2 Flow

  • Sehr gute App
  • Gute Saugleistung
  • Wartungsfreundliche Walzentechnik
  • Sehr geringer Abstand zu Hindernissen
  • Übermäßig viel Styropor und Plastik
  • Schwache Kartierung
  • Lange Wartezeit vor dem Reinigungsstart
  • Probleme mit dünnen Matten
Testergebnis: i 1,95 (gut)
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Unboxing: So viel Styropor haben wir lange nicht mehr gesehen

Selten hat uns ein Saugroboter bereits beim Auspacken so überrascht – leider nicht im positiven Sinne.

Während immer mehr Hersteller auf Karton, Papierpolster und nachhaltige Verpackungslösungen setzen, liefert Roborock den Curv 2 Flow in einer Verpackung aus, die gefühlt direkt aus den frühen 2000er-Jahren stammt. Styropor dominiert nahezu jede Lage des Kartons.

Die Begrüßung fällt mit dem vielen Styropor dann etwas frostig aus. © OutdoorMonster

Besonders absurd: Selbst das Stromkabel steckt in einer Plastiktüte, die wiederum in einem eigenen Styroporblock untergebracht ist. Dieser befindet sich anschließend noch einmal in einem zusätzlichen Plastikbeutel.

Das muss nun wirklich nicht sein: Ein 3fach gesichertes Kabel. © OutdoorMonster

Für einen Premiumhersteller im Jahr 2026 wirkt das komplett aus der Zeit gefallen. Bereits vor dem ersten Reinigungsvorgang sammelt der Curv 2 Flow deshalb Minuspunkte im Bereich Nachhaltigkeit.

Optik und Aufbau: Hat hier jemand bei DJI abgeschaut?

Auch optisch überrascht der neue Roborock. Das weiße Gehäuse und die ungewöhnliche Form unterscheiden sich deutlich von früheren Modellen des Herstellers. Tatsächlich erinnert der Curv 2 Flow erstaunlich stark an den DJI Romo. Besonders die Form der Station und die Linienführung des Roboters wecken Erinnerungen an den neuen Konkurrenten.

Beim Aufbau folgt die nächste Überraschung. Um das Stromkabel an der Station anzuschließen, muss diese praktisch auf die Seite beziehungsweise den Kopf gestellt werden. Dabei löst sich die Auffangschale sehr leicht aus ihrer Verankerung. Das wirkt unnötig kompliziert und entspricht nicht ganz dem Qualitätsniveau, das wir von Roborock gewohnt sind.

Firmware-Updates: Ungewöhnlich lange Wartezeiten

Nach der WLAN-Verbindung wartet bereits das erste Firmware-Update. Das allein wäre nicht ungewöhnlich. Überraschend ist allerdings die Dauer.

Die App kündigt eine Aktualisierung von fünf bis zehn Minuten an. Tatsächlich dauert der Vorgang deutlich länger. Direkt nach Abschluss folgt zudem ein weiteres Firmware-Update.

Insgesamt verbringt der Curv 2 Flow ungewöhnlich viel Zeit mit Aktualisierungen, bevor überhaupt die erste Reinigung gestartet werden kann. Für Roborock-Verhältnisse ist das bemerkenswert.

Kartierung: Die schlechteste Roborock-Karte seit Jahren

Normalerweise gehören Kartierung und Navigation zu den größten Stärken des Herstellers. Beim Curv 2 Flow erleben wir jedoch das genaue Gegenteil.

Küche und Esszimmer verschmelzen in unserem Test zunächst zu einem einzigen Raum. Der angrenzende Flur wird ebenfalls der Küche zugeschlagen. Die automatisch erstellte Karte muss deshalb manuell korrigiert und in mehrere Räume aufgeteilt werden.

Eine verschachtelte Wohnung mit vielen Räumen wird zu einer Fläche. Nacharbeit ist zwingend nötig.

Noch kurioser wird es im Flur. Dort befindet sich ein bodentiefer Spiegel. Der Roboter interpretiert die Spiegelung kurzerhand als zusätzlichen Raum hinter der Wand und kartiert ein Zimmer, das gar nicht existiert. Solche Fehler haben wir bei modernen Premium-Saugrobotern seit Jahren nicht mehr erlebt. Umso erstaunlicher, dass sie ausgerechnet bei einem aktuellen Roborock auftreten.

App: Weiterhin eine der besten am Markt

Die gute Nachricht: Die Roborock-App bleibt eine Klasse für sich.

Zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, detaillierte Kartenbearbeitung, intelligente Reinigungspläne und eine insgesamt sehr schnelle Bedienung sorgen weiterhin für eine der besten Nutzererfahrungen am Markt.

Abstürze oder sonstige Probleme konnten wir im Test nicht feststellen. Auch die Reaktionsgeschwindigkeit der App überzeugt.

Vier Minuten und 39 Sekunden bis zum Reinigungsstart

Ein weiterer Punkt fällt bereits bei der ersten Reinigung auf.

Wer einen Raum auswählt und auf “Reinigen” tippt, erwartet normalerweise einen sofortigen Start. Beim Curv 2 Flow beginnt stattdessen zunächst eine ausführliche Vorbereitungsphase. Die Wischwalze wird gereinigt, angefeuchtet und vorbereitet.

Vom Startbefehl bis zum tatsächlichen Verlassen der Station vergehen in unserem Test exakt 4 Minuten und 39 Sekunden.

Für die reguläre Hausreinigung mag das keine große Rolle spielen. Wer jedoch schnell verschütteten Kaffee oder matschige Hundepfoten beseitigen möchte, dürfte in dieser Zeit längst selbst zum Wischlappen gegriffen haben.

Positiv: Direkt nach einer Reinigung verkürzt sich die Wartezeit drastisch. Beim zweiten Durchgang verlässt der Roboter die Station bereits nach acht Sekunden.

Der Qrevo Curv 2 Flow im Praxistest

Hartboden

Im ersten Durchgang zeigt der Curv 2 Flow ein gemischtes Bild: Reis wird bis auf ein einzelnes Korn vollständig aufgenommen. Auch Fruit Loops und ausgelegte Haare verschwinden komplett. Bei Zucker zeigen sich dagegen Schwächen. Besonders in Fugen bleiben sichtbare Rückstände zurück.

Teppich

Auf dem kurzflorigen Teppich verbleiben nach dem ersten Durchgang noch deutliche Mengen Zucker, Mehl und Tierstreu. Erst die zweite Reinigungsrunde sorgt für ein wirklich sauberes Ergebnis. Dann verschwinden sämtliche Rückstände vollständig.

Wischtest

Hier hatten wir die höchsten Erwartungen. Beim angetrockneten Senf reduziert der Curv 2 Flow die Verschmutzung sichtbar, entfernt sie jedoch nicht vollständig. Selbst nach dem zweiten Durchgang bleiben noch deutliche Rückstände erkennbar.

Noch deutlicher wird die Schwäche beim Porridge-Test. Nach dem ersten Reinigungsvorgang liegt ein größerer Klumpen weiterhin auf dem Boden. Erst der zweite Durchgang beseitigt die Verschmutzung vollständig.

Das Marketingversprechen “Ein Durchgang, vollständige Reinigung” kann der Curv 2 Flow in unserem Testparcours somit nicht einlösen.

Navigation im Alltag

Im Alltag liefert die Hinderniserkennung ein ordentliches Ergebnis. Schuhe werden zuverlässig erkannt und umfahren. Auch herumliegende Socken stellen kein Problem dar. Tischbeine erkennt der Roboter ebenfalls zuverlässig.

Weniger überzeugend schlägt er sich bei Freischwinger-Stühlen. Hier bleibt er einmal hängen. Noch ärgerlicher: Zweimal saugt der Roboter die dünne Gummimatte unter den Futternäpfen unseres Hundes ein. Das führt dazu, dass Wasser aus einem Napf überschwappt und eine größere Pfütze entsteht.

Positiv fällt dagegen der geringe Sicherheitsabstand auf. Häufig fährt der Curv 2 Flow bis auf weniger als einen Zentimeter an Hindernisse heran.

Kantenreinigung

Entlang von Sockelleisten arbeitet die ausfahrbare Walze ordentlich. Zucker und Mehl werden zuverlässig aufgenommen.

In den Ecken bleiben jedoch weiterhin kleinere Rückstände zurück. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal des Curv 2 Flow, denn bislang hat uns noch kein Saugroboter mit perfekter Eckenreinigung überzeugt. Im direkten Vergleich erreichen aktuelle ECOVACS-Modelle mit OZMO-Roller-Technologie jedoch etwas bessere Ergebnisse.

Lautstärke

Der Curv 2 Flow verhält sich akustisch weitgehend unauffällig, beim Waschen, Trocknen und Absaugen erzeugt die Station die üblichen Geräusche dieser Geräteklasse. Nervige Pfeif- oder Schleifgeräusche konnten wir nicht feststellen.

Der Roboter selbst bewegt sich auf dem Niveau vergleichbarer Premiumgeräte.

Schwellen und Teppiche

Normale Türschwellen überwindet der Curv 2 Flow problemlos. Auch klassische Teppiche stellen ihn vor keine Herausforderungen. Lediglich auf einem langflorigen Teppich fährt sich das Testgerät einmal fest. Ansonsten zeigt der Roboter hier keine Auffälligkeiten.

Wartung und Verarbeitung

Der Roboter selbst hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Nichts klappert, die Materialien wirken solide verarbeitet und sämtliche Wartungsarbeiten lassen sich unkompliziert durchführen. Positiv fällt insbesondere die leicht entnehmbare Walze auf. Auch die Reinigung gestaltet sich angenehm.

Die Station bleibt dagegen Geschmackssache. Ihr Design erinnert eher an Haushaltsgeräte vergangener Jahrzehnte als an moderne Premiumtechnik, die wir üblicherweise von Roborock gewohnt sind.

Fazit

Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow ist vermutlich der ungewöhnlichste Roborock, den wir in den vergangenen Jahren getestet haben.

Auf der einen Seite stehen eine hervorragende App, eine hochwertige Verarbeitung, gute Saugleistungen und eine interessante neue Walzentechnologie. Auf der anderen Seite erleben wir die bislang schwächste Roborock-Kartierung seit Jahren, ungewöhnlich lange Startzeiten und eine Wischleistung, die hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Der größte Konkurrent des Curv 2 Flow heißt nicht Roborock Saros oder Qrevo, sondern ECOVACS. Genau dort scheint sich Roborock die Inspiration für die neue Walzentechnik geholt zu haben. Das Problem: Die Umsetzung erreicht noch nicht ganz das Niveau der aktuellen Spitzenmodelle von ECOVACS.

Wer bereits tief im Roborock-Ökosystem steckt, erhält dennoch einen guten Saug- und Wischroboter mit hervorragender App-Anbindung. Wer dagegen ausschließlich nach der besten Wischleistung sucht, findet derzeit stärkere Alternativen.


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