Diese Samsung-Kopfhörer sind beim Telefonieren fast unschlagbar – beim Klang überrascht etwas anderes

Samsung Galaxy Buds4 Pro im Test: starke Telefonie, gutes ANC und tolle Bedienung – doch beim Klang hat ausgerechnet Huawei ein entscheidenes Wörtchen mitzureden.


Wir sind für diesen Test sogar freiwillig in die Hamburger U-Bahn gestiegen. Das klingt weniger spektakulär, als es ist, denn normalerweise gehören wir ziemlich eindeutig zur Fraktion Auto. Aber wenn Samsung bei seinen (fast noch) neuen Premium-In-Ears mit adaptivem ANC, aufwendiger Sprachverarbeitung und besserem Klang antritt, reicht ein ruhiges Büro als Teststrecke nicht aus.

Also ging es mit den Galaxy Buds4 Pro ins Café, in die U-Bahn, durch Hamburger Wind, auf das Gravelbike und aufs Laufband. Wir haben telefoniert, Musik gehört, die Kopfgesten mehrere Tage benutzt, Akkus leerlaufen lassen und am Ende natürlich auch wieder unser Ladecase auf den Teppich geworfen.

Das Ergebnis ist interessanter als erwartet. Telefonie, Bedienung und Tragekomfort gehören zu den großen Stärken der Galaxy Buds4 Pro. Beim Klang dagegen können sie unsere bisherige Referenz, die Huawei FreeBuds Pro 5, nicht verdrängen. Dafür hat sich seit dem Marktstart beim Preis einiges getan: Statt der ursprünglichen UVP von 249 Euro kosten die Buds4 Pro zum Testzeitpunkt bereits rund 166 Euro.

Samsung setzt bei den Buds 4 Pro (links) auf neue Formen als beim Vorgänger. © OutdoorMonster

Samsung Galaxy Buds4 Pro auf einen Blick

  • Gerätetyp: True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer
  • Bauform: In-Ears mit Silikonaufsätzen
  • Farben: Schwarz und weiß
  • Gewicht: 5,1 g pro Ohrhörer, 44,3 g Ladecase
  • Maße Ohrhörer: 18,1 × 19,6 × 30,9 mm
  • Maße Ladecase: 51 × 51 × 28,3 mm
  • Treiber: 2-Wege-System mit Woofer und Tweeter
  • Audio: UHQ mit bis zu 24 Bit / 96 kHz auf kompatiblen Galaxy-Geräten
  • Codecs: SSC HiFi, SSC UHQ, AAC, SBC, LC3
  • Bluetooth: Bluetooth 6.1
  • ANC: adaptives ANC
  • Telefonie: 3 Mikrofone plus VPU, Superbreitband-Sprache mit bis zu 16 kHz auf kompatiblen Galaxy-Geräten
  • Bedienung: Gestensteuerung, Wischgesten, Kopfgesten
  • Laden: USB-C, Qi-Laden, Wireless PowerShare
  • Wasserschutz: IP57 für die Ohrhörer
  • App/Software: Galaxy Wearable beziehungsweise direkte Integration in One UI
  • UVP: 249 Euro
  • Preis: 166 Euro zum Testzeitpunkt
Samsung Galaxy Buds4 Pro

Samsung Galaxy Buds4 Pro

  • Hervorragende Sprachqualität bei Telefonaten
  • Sehr gute Gesten- und Kopfsteuerung
  • Sicherer und trotzdem komfortabler Sitz
  • Sehr gutes ANC in Bahn, Café und bei Wind
  • Pairing-Knopf ungünstig positioniert
  • Beim Fall auf den Deckel flogen beide Buds heraus
  • Volle Funktionspalette vor allem mit Galaxy-Geräten
Testergebnis: i 1,44 (sehr gut)
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Kurzfazit

Die Samsung Galaxy Buds4 Pro sind sehr gute Premium-In-Ears mit hervorragender Telefonie, zuverlässigem ANC, sehr guter Gestensteuerung und einem sicheren, komfortablen Sitz. Auch die gemessenen Akkulaufzeiten passen, teilweise übertreffen sie sogar Samsungs Angaben.

Beim wichtigsten Punkt bleibt allerdings Luft nach oben. Stimmen und Bass gefallen uns sehr gut, bei komplexeren Arrangements wirken die Mitten dagegen teilweise etwas matschig und scheppernd. Die außergewöhnliche Klarheit der Huawei FreeBuds Pro 5 erreichen die Samsung in unserem Hörtest nicht. Zu einem Straßenpreis von rund 166 Euro sieht die Kaufentscheidung trotzdem ganz anders aus als noch bei 249 Euro UVP.

Unboxing: So darf eine Verpackung aussehen

Samsung sammelt den ersten Pluspunkt, bevor die Buds überhaupt im Ohr landen. Die Verpackung kommt ohne Kunststoff aus, bleibt kompakt und verzichtet auf unnötigen Verpackungsballast. Genau so wünschen wir uns das.

Neben Case und Ohrhörern steckt ein kleines Kästchen mit den Unterlagen und zusätzlichen Silikonaufsätzen in der Verpackung. Die brauchten wir diesmal tatsächlich – und das war bei unseren bisherigen Galaxy-Buds-Tests eher ungewöhnlich.

Für die Verpackung gibt es von uns eine glatte 1,0. © OutdoorMonster

Beim ersten Passformtest saßen die Buds4 Pro nämlich nicht auf beiden Seiten sauber. Mit einem der zusätzlichen Silikonaufsätze stimmte zunächst ein Ohr, das andere noch nicht. Nach etwas Probieren und Nachjustieren meldete schließlich auch Samsungs Passformtest auf beiden Seiten einen korrekten Sitz.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, hat beim Hörtest aber Bedeutung. Ein nicht sauber abdichtender In-Ear verändert Bass, ANC und damit praktisch den gesamten Klangeindruck. Erst nachdem der Sitz passte, ging es deshalb an unsere Referenztracks.

Design: Die Buds sind besser als das Case

Unser schwarzes Testmodell macht haptisch richtig Spaß. Gerade die metallisch wirkenden Flächen fühlen sich deutlich hochwertiger an als bei vielen In-Ears, bei denen spätestens beim ersten Anfassen klar wird, dass vor allem Kunststoff in den Fingern liegt.

Jeder Bud wiegt 5,1 Gramm. Das Case bringt 44,3 Gramm auf die Waage und misst 51 × 51 × 28,3 Millimeter. Die Ohrhörer selbst sind nach IP57 geschützt, das Ladecase allerdings nicht.

Das neue Case (links) der Galaxy Buds. © OutdoorMonster

Beim Case sind wir weniger eindeutig begeistert. Es ist klein, leicht und flach, der transparente Deckel gibt den Blick auf die Ohrhörer frei. Trotzdem gefiel uns das ältere Samsung-Case optisch und haptisch besser. Das neue wirkt neben den hochwertigen Buds fast ein wenig unspektakulär.

Auch der Pairing-Knopf auf der Rückseite ist nicht optimal platziert. Bei geöffnetem Deckel liegt er etwas eingeengt. Mit größeren Fingern muss man schon gezielt danach suchen. Seitlich wäre schlicht mehr Platz gewesen.

Einrichtung: Galaxy und Buds finden schnell zusammen

Unser Haupt-Testgerät war ein Samsung Galaxy S25 Ultra mit One UI 8.5. Vor Beginn des eigentlichen Tests brachten wir außerdem die Firmware der Galaxy Buds4 Pro auf den aktuellsten verfügbaren Stand.

Den normalerweise vorgesehenen allerersten Verbindungsprozess konnten wir allerdings nicht sauber nachstellen. Unser Testmuster war bereits vor uns geöffnet beziehungsweise offenbar schon einmal verwendet worden. Dass beim ersten Öffnen nicht sofort das typische Samsung-Fenster erschien, rechnen wir den Buds deshalb ausdrücklich nicht negativ an.

Das ist immer toll: Wissen vermitteln schon bei der Einrichtung.

Nach dem manuellen Aktivieren des Pairing-Modus tauchten die Buds4 Pro sofort auf dem S25 Ultra auf. Anschließend führt Samsung Schritt für Schritt durch Vereinbarungen, optionale Diagnosedaten, Benachrichtigungszugriffe und die wichtigsten Bediengesten.

Für den Klangtest aktivierten wir in den erweiterten Qualitätsoptionen UHQ, ließen den Equalizer aber auf der Standardeinstellung. Auch der adaptive Sound blieb zunächst ausgeschaltet. Damit wollten wir hören, wie Samsung seine neuen Pro-Buds ohne nachträgliches Klangtuning abgestimmt hat.

In den Einstellungen können die Buds fein eingestellt werden.

UHQ unterstützt auf geeigneten Galaxy-Geräten Audio mit bis zu 24 Bit/96 kHz. Für die Telefonietests aktivierten wir außerdem die Superbreitband-Sprache mit bis zu 16 kHz.

Bedienung: Nach ein paar Tagen wollten wir die Gesten nicht mehr missen

Hier hat Samsung einen großen Schritt gemacht. Drücken und Wischen am Stiel funktioniert präzise, die Lautstärke lässt sich schnell verändern und auch der Titelwechsel klappt so zuverlässig, dass wir dafür nach einigen Tagen kaum noch zum Smartphone griffen.

Dabei bleiben wir eigentlich ziemlich altmodisch. Für viele Dinge kommt das Handy reflexartig aus der Tasche, schon weil man kurz sehen möchte, welcher Titel als Nächstes läuft. Lauter, leiser oder einen Song weiterschalten erledigten wir dagegen immer häufiger direkt über die Buds.

Lassen sehr einfach bedienen via Gestensteuerung. © OutdoorMonster

Dazu kommen die Kopfgesten. Ein Anruf lässt sich mit einem Nicken annehmen und mit Kopfschütteln ablehnen. In Verbindung mit Bixby können Kopfbewegungen außerdem zur Beantwortung von Ja-Nein-Fragen verwendet werden. Die Funktion klang für uns zunächst etwas nach Technikspielerei, funktioniert nach mehreren Tagen Nutzung aber erstaunlich zuverlässig.

Das Entscheidende daran: Man muss sich nicht verbiegen oder mit übertriebenen Kopfbewegungen durch die Gegend laufen. Die Bedienung reagiert sauber genug, dass sie im Alltag tatsächlich einen Nutzen bekommt.

Tragekomfort: fühlt sich locker an, sitzt aber bombenfest

Nach dem etwas fummeligen Start mit den Silikonaufsätzen wurde die Passform zu einer der Stärken der Buds4 Pro.

Interessanterweise fühlen sie sich im Ohr weniger fest an, als sie tatsächlich sitzen. Dieses leichte Gefühl könnte zunächst den Eindruck vermitteln, dass beim nächsten schnellen Schritt ein Bud verloren geht. Das Gegenteil war der Fall.

Wir nahmen die Samsung unter anderem mit aufs Gravelbike und aufs Laufband im Fitnessstudio. Weder schnelle Bewegung noch kräftiges Kopfschütteln brachten sie aus ihrer Position. Gleichzeitig drückten die Buds nicht unangenehm.

Das gefällt uns deutlich besser als ein Sitz, der Sicherheit nur durch permanenten Druck vermittelt. Sind die richtigen Silikonaufsätze erst einmal gefunden, sitzen die Galaxy Buds4 Pro sehr sicher und gleichzeitig angenehm.

Klangtest: Stimmen klasse, Mitten nicht immer sauber

Gehört haben wir wie gewohnt über Apple Music und unsere bekannte Testplaylist. Gerade deshalb können wir neue Kopfhörer sehr gut mit Modellen vergleichen, deren Charakter wir bereits kennen.

„You“ von Neelix macht zunächst einen guten Eindruck. Die Vocals stehen klar im Vordergrund, der später einsetzende Bass kommt sauber und mit genügend Druck. Auch generell ist der Bass der Buds4 Pro nicht das Problem. Er kann kräftig spielen, ohne alles andere unter sich zu begraben.

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Richtig stark werden die Samsung bei Stimmen. Angelina Jordans Interpretation von „Bohemian Rhapsody“ gehört zu den besten Momenten des Hörtests. Die Stimme wird sauber, präsent und emotional dargestellt. Wer viele Podcasts, Singer-Songwriter oder generell vokallastige Musik hört, dürfte daran viel Freude haben.

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Dann kommt „Bad Dreams“ von Teddy Swims.

Dieser Titel gehört zu unseren Prüfsteinen, weil Stimme und Instrumentierung in dichteren Passagen schnell ineinanderlaufen können. Genau hier zeigen die Galaxy Buds4 Pro ihre Schwäche. Nicht der Bass stört, sondern vor allem Teile der instrumentalen Mitten. Schlagzeug und andere Instrumente wirken stellenweise etwas matschig und vor allem schepperig.

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Ähnliches hören wir bei „Hotel California“. Ausgerechnet dieser Titel war bei den Galaxy Buds3 Pro noch einer der Momente, bei denen uns die räumliche Verteilung der Instrumente besonders gefallen hatte. Im damaligen OutdoorMonster-Test wurde der Track ausdrücklich als klangliches Highlight beschrieben. Die Buds4 Pro erreichen diesen Moment diesmal nicht.

Noch deutlicher wird der Unterschied zu den Huawei FreeBuds Pro 5. Bei denselben Referenztracks hatten sie uns gerade durch die Trennung von Stimmen und Instrumenten begeistert. Selbst „Bad Dreams“ blieb bei Huawei in dichten Passagen sauber strukturiert, während „Hotel California“ offen und sehr detailliert wirkte. Die FreeBuds Pro 5 erhielten deshalb bei OutdoorMonster für den Klang die Note 1,1.

Die Galaxy Buds4 Pro klingen deshalb keineswegs schlecht. Dafür gibt es zu viele Stücke, die richtig gut funktionieren. Was uns fehlt, ist dieser eine Gänsehaut-Moment, bei dem nach wenigen Takten klar wird: Genau deshalb möchte man diesen Kopfhörer haben.

Klanglich heißt das für uns: hervorragende Stimmen, guter und kontrollierter Bass, aber bei komplexeren Mitten fehlt teilweise die letzte Sauberkeit.

ANC: in der U-Bahn stark, aber Huawei bleibt vorne

Auch beim ANC beginnt der Test weniger spektakulär, als die technischen Daten vermuten lassen. Wer die Buds4 Pro einfach einsetzt und noch keine Musik startet, landet nicht sofort in einer akustischen Blase. Selbst mit maximaler Geräuschunterdrückung kommt noch etwas Umwelt durch.

Die Huawei FreeBuds Pro 5 wirken direkt nach dem Einsetzen dichter. Auch Apples Pro-In-Ears empfinden wir bei der reinen Abschirmung noch etwas stärker.

Spannender wurde es unterwegs. Im Hamburger Café reduzieren die Samsung Stimmen und die typische Mischung aus Gesprächen, Geschirr und Hintergrundgeräuschen ordentlich. Noch deutlicher funktioniert das in der U-Bahn. Für diesen Test sind wir tatsächlich extra eingestiegen – obwohl wir sonst eher das Auto nehmen.

Rollgeräusche und tiefe Frequenzen werden deutlich zurückgedrängt. Sobald Musik läuft, verschwindet ein großer Teil der Außenwelt und man muss die Lautstärke nicht unnötig hochdrehen. Auch draußen bei leichtem Hamburger Wind blieb das ANC angenehm stabil. Beim Gehen lässt sich entspannt Musik hören, ohne dass ständig Windgeräusche über die Mikrofone ins Ohr gedrückt werden.

Der große Wow-Effekt bleibt allerdings aus. Bei den Huawei FreeBuds Pro 5 entsteht beim Aktivieren des ANC schneller der Eindruck, dass plötzlich Ruhe einkehrt; sie erzielten in unserem Test dafür eine 1,2.

Samsung liegt trotzdem auf hohem Niveau. Sehr gutes ANC, nur eben keine neue OutdoorMonster-Referenz.

Telefonieren: Hier gehört Samsung zur Referenzklasse

Bei der Telefonie dreht sich das Bild. Hier liefern die Galaxy Buds4 Pro eine ihrer stärksten Leistungen. Wir telefonierten sowohl drinnen im Haus als auch draußen bei Straßenlärm. Auf unserer Seite blieb die Gegenseite klar und natürlich verständlich. Noch wichtiger: Auch unsere Gesprächspartner verstanden uns durchgehend sehr gut.

Selbst mit Verkehr im Hintergrund blieb die eigene Stimme deutlich im Vordergrund. Es gab weder auffälliges Verschlucken von Silben noch einen unangenehm künstlichen Klang.

Dafür betreibt Samsung erheblichen technischen Aufwand. Drei Mikrofone arbeiten mit einer Voice Pickup Unit zusammen, die zusätzlich die beim Sprechen entstehenden Schwingungen erfasst. Die verschiedenen Signale werden anschließend über Samsungs Sensor-Fusion- und Geräuschunterdrückung verarbeitet.

Uns interessiert am Ende weniger, wie viele Algorithmen daran beteiligt sind, sondern was beim Gegenüber ankommt. Und das ist sehr gut.

Bei der Sprachqualität spielen die Galaxy Buds4 Pro für uns in der Referenzklasse. Huawei und Apple bewegen sich ebenfalls auf diesem hohen Niveau, Samsung muss sich bei Telefonaten aber vor keinem der beiden verstecken.

Stresstest: zweimal gut, einmal fliegen beide

Natürlich mussten auch die Galaxy Buds4 Pro wieder durch unseren Falltest. Dabei lassen wir das geschlossene Case dreimal aus Höhe eines ausgestreckten Arms auf Teppichboden fallen. Der Teppich soll Beschädigungen verhindern; uns interessiert ausschließlich, ob sich das Case öffnet und ob die Ohrhörer herausfliegen.

Beim ersten Versuch landete das Case mit der Unterseite zuerst. Nichts passierte. Beim seitlichen Aufprall blieben Case und Buds ebenfalls zusammen.

Beim dritten Durchgang traf die transparente Oberseite zuerst auf den Teppich. Das Case öffnete sich und beide Ohrhörer flogen heraus.

Zweimal gut, einmal schade – ein klassisches Ergebnis wie bei vielen anderen InEars auch. Das ist kein Drama, zeigt aber, dass der Deckel bei einem ungünstigen Sturz nicht genügend geschlossen bleibt, um die Buds zuverlässig im Case zu halten.

Akku: Samsungs Werte stimmen – teilweise geht sogar mehr

Bei der Musikwiedergabe mit aktivem ANC kamen wir auf knapp sechs Stunden und damit ziemlich genau auf Samsungs Angabe. Zusammen mit dem Ladecase waren rund 24 Stunden möglich.

Ohne Geräuschunterdrückung lief es sogar besser. Hier schafften unsere Galaxy Buds4 Pro rund acht Stunden am Stück, mit den Reserven im Case kamen wir auf bis zu 30 Stunden.

Auch bei Telefonaten lagen unsere Messungen über Samsungs Einzelwerten. Mit ANC erreichten wir rund 5,5 Stunden Gesprächszeit, insgesamt waren mit dem Case bis zu 20 Stunden möglich. Ohne ANC hielten die Buds fast sechs Stunden durch; inklusive Case kamen wir auf bis zu 22 Stunden.

Wer tatsächlich 20 oder 30 Stunden am Stück Kopfhörer nutzt, hat wahrscheinlich ohnehin ganz andere Sorgen. Für normale Arbeitstage, Reisen oder mehrere Trainingseinheiten reicht die Ausdauer problemlos.

Laden: USB-C, Qi und PowerShare funktionieren

Beim Laden lässt Samsung praktisch keine Lücke. Per USB-C funktionierte das Aufladen im Test ebenso problemlos wie kabellos auf handelsüblichen Qi-Ladepads.

Auch Samsungs Wireless PowerShare haben wir ausprobiert. Legt man das Case auf die Rückseite eines kompatiblen Galaxy-Smartphones, lässt es sich unterwegs ohne separates Ladegerät mit Energie versorgen.

Die Ohrhörer selbst laden über ihre Kontakte im Case. Ob der Deckel dabei offen oder geschlossen ist, spielt keine Rolle. Alle drei Varianten arbeiteten bei uns ohne Auffälligkeiten.

Galaxy-Ökosystem: Das volle Paket gibt es bei Samsung

Die Galaxy Buds4 Pro lassen sich grundsätzlich auch als normale Bluetooth-Ohrhörer mit Geräten anderer Hersteller verwenden. Einige der interessantesten Funktionen sind allerdings eng mit Samsungs Galaxy-Welt verbunden.

Dazu gehören beispielsweise UHQ, die Superbreitband-Sprache und verschiedene nahtlose Verbindungen innerhalb des Galaxy-Ökosystems. Samsung nennt Bluetooth 6.1 sowie SSC HiFi, SSC UHQ, AAC, SBC und LC3 als unterstützte Codecs.

Unsere beiden Test-Androiden: Das Google Pixel 10 Pro XL und das Galaxy S25 Ultra. © OutdoorMonster

Wer ohnehin ein aktuelles Galaxy-Smartphone besitzt, bekommt deshalb das vollständigste Paket. Bei unserem S25 Ultra mit One UI 8.5 greifen Buds und Smartphone so eng ineinander, dass Einstellungen, Updates und Gesten kaum noch wie eine separate Kopfhörer-App wirken.

Für Nutzer außerhalb des Galaxy-Ökosystems bleibt die Grundfunktion erhalten, ein Teil des Mehrwerts geht aber verloren. Genau das sollte bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden.

Preis: Bei 166 Euro sieht die Welt anders aus

Samsung startete die Galaxy Buds4 Pro mit einer UVP von 249 Euro. Zum Zeitpunkt unseres Tests liegt der Straßenpreis allerdings bereits bei rund 166 Euro.

Und das verändert die Einordnung erheblich: Für 249 Euro würden wir beim Klang härter mit Samsung ins Gericht gehen. In dieser Region muss ein Premium-In-Ear nicht nur gut sein, sondern sich gegen Modelle behaupten, die uns klanglich bereits deutlich stärker beeindruckt haben.

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Bei 166 Euro bekommt Ihr dagegen hervorragende Telefonie, sehr gutes ANC, eine richtig gute Bedienung, sicheren Sitz, IP57, Qi-Laden, PowerShare und überzeugende Akkulaufzeiten zu einem inzwischen sehr attraktiven Preis.

Der Preis fließt bei OutdoorMonster bewusst nicht in die Testnote ein. Bei der Kaufentscheidung spielt er natürlich trotzdem eine große Rolle.

Fazit: Die beste Funktion hört Euer Gesprächspartner

Samsung verbessert mit den Galaxy Buds4 Pro vieles, was im Alltag wichtiger ist als eine noch längere Feature-Liste. Sie sitzen nach der richtigen Anpassung hervorragend, die Gestensteuerung funktioniert nach wenigen Tagen fast selbstverständlich und bei Telefonaten gehören sie zu den besten In-Ears, die wir bislang genutzt haben.

Beim ANC bewegen sie sich ebenfalls weit oben, auch wenn Huawei und nach unserem Eindruck Apple noch etwas konsequenter abschirmen. Klanglich fällt die Entscheidung weniger eindeutig aus. Stimmen gefallen uns ausgezeichnet und auch beim Bass gibt es wenig zu kritisieren, komplexere Instrumentalpassagen bringen die Buds4 Pro dagegen teilweise aus ihrer souveränen Haltung.

Damit verdrängt Samsung unsere Klangreferenz nicht. Die Huawei FreeBuds Pro 5 bleiben mit ihrer außergewöhnlichen Klarheit, Separation und dem stärkeren Gänsehaut-Faktor vorne; sie erreichten in unserem Test die Gesamtnote 1,2. Auch der eigene Vorgänger hatte uns bei einzelnen Referenztracks stärker überrascht.

Trotzdem ist die Kaufentscheidung bei rund 166 Euro ziemlich einfach zu verstehen: Wer ein Galaxy-Smartphone besitzt, viel telefoniert, gutes ANC möchte und Wert auf eine sehr gute Bedienung legt, bekommt mit den Galaxy Buds4 Pro das beste Gesamtpaket. Wer dagegen maximale Klangqualität sucht und Musik über alles stellt, findet bei den Huawei FreeBuds Pro 5 eine bockstarke Alternative.


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