Semptec 4in1-Sicherheitsalarm im Test: Erstaunlich viel Sicherheit für 9,99 Euro?

Vier Funktionen für unter zehn Euro: Wir haben den Semptec 4in1-Sicherheitsalarm im Praxistest ausprobiert – mit überraschend gutem Ergebnis.


Vier Funktionen für unter zehn Euro klingen zunächst nach einem typischen Kompromiss. Doch der kleine Sicherheitsalarm von Semptec überraschte uns im Praxistest mehrfach – positiv wie negativ.

Es gibt Reise-Gadgets, die nach wenigen Tagen wieder zuhause in der Schublade verschwinden. Und es gibt Produkte, die so klein und leicht sind, dass sie dauerhaft im Rucksack, an der Kameratasche oder im Camper bleiben können. Genau in diese Kategorie möchte der 4in1-Sicherheitsalarm von Semptec gehören.

Für gerade einmal 9,99 Euro bei Pearl verspricht das nur 38 Gramm leichte Gerät gleich vier Funktionen: Personenalarm, Vibrationsalarm, Kamera-Erkennung und Taschenlampe. Auf dem Papier klingt das fast zu gut, um wahr zu sein. Im OutdoorMonster-Praxistest wollten wir deshalb wissen, ob hinter den Funktionen tatsächlich ein sinnvoller Reisebegleiter steckt – oder doch nur ein weiteres Billig-Gadget.

Auf einen Blick

Produkt: Semptec 4in1-Sicherheitsalarm
Preis: 9,99 Euro
Besonderheit: Vier Sicherheitsfunktionen in einem 38-Gramm-Gerät
Empfehlung: Ideal für Reisen, Hotels, Ferienwohnungen und den Camper.

Semptec 4in1-Sicherheitsalarm

Semptec 4in1-Sicherheitsalarm

  • sehr kompakt und mit 38 Gramm kaum spürbar
  • Kamera-Erkennung funktioniert im Praxistest zuverlässig
  • extrem empfindlicher Vibrationsalarm
  • sehr lauter Personenalarm
  • nachhaltige Verpackung
  • hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Alarm erreicht nicht die angegebenen 130 dB
  • Vibrationsalarm an Türklinken etwas fummelig zu aktivieren
  • Taschenlampe nur als Zusatzfunktion gedacht
Testergebnis: i 1,92 (gut)
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Erster Eindruck: Klein, federleicht und erfreulich nachhaltig verpackt

Bereits beim Auspacken hinterlässt der Sicherheitsalarm einen positiven Eindruck. Die Verpackung fällt angenehm kompakt aus und kommt fast vollständig ohne Kunststoff aus. Das Gerät selbst steckt zwar in einem kleinen Kunststoffbeutel, darüber hinaus findet sich lediglich ein winziger Kunststoffclip, der das mitgelieferte USB-A-auf-USB-C-Kabel zusammenhält.

Zum Lieferumfang gehören außerdem eine Handschlaufe sowie eine mehrsprachige Kurzanleitung. Wer möchte, kann über einen QR-Code zusätzlich die vollständige Bedienungsanleitung herunterladen. Für die Inbetriebnahme reicht die beiliegende Anleitung allerdings vollkommen aus.

Die Verpackung ist nicht glamourös, muss sie aber auch nicht. © OutdoorMonster

Was sofort auffällt, ist das extrem geringe Gewicht. Mit lediglich 38 Gramm wirkt der Alarm fast schon ungewohnt leicht. In der Hand vergisst man beinahe, dass man überhaupt etwas hält. Genau das dürfte sich unterwegs als großer Vorteil erweisen. Denn ein Sicherheitshelfer bringt nur dann etwas, wenn er tatsächlich immer dabei ist.

Auch die Verarbeitung hinterlässt für diese Preisklasse einen ordentlichen Eindruck. Die Tasten besitzen einen klaren Druckpunkt, die Gummiabdeckung des USB-C-Anschlusses sitzt sauber und das Gehäuse weist keine auffälligen Spaltmaße oder scharfen Kanten auf.

Bedienung: Schnell verstanden, aber nicht ganz selbsterklärend

Die Bedienung erschließt sich bereits nach wenigen Minuten. Auf der Vorderseite befinden sich drei Tasten für Kamera-Erkennung, SOS-Alarm und Vibrationsalarm.

Etwas irritierend wirkt zunächst die große rote Fläche am oberen Ende des Geräts. Sie erinnert auf den ersten Blick an einen klassischen Panikknopf, dient tatsächlich aber ausschließlich als Sichtfenster für die Kamera-Erkennung. Der eigentliche Personenalarm wird über die kleinere SOS-Taste in der Mitte ausgelöst.

Die drei Knöpfe sind selbsterklärend. © OutdoorMonster

Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert die Bedienung problemlos. Gerade im Dunkeln lassen sich die drei Tasten dank ihrer unterschiedlichen Positionen gut ertasten.

Kamera-Erkennung: Einfaches Prinzip – erstaunlich effektiv

Die Funktion, auf die wir am meisten gespannt waren, war gleichzeitig diejenige, bei der wir die größten Zweifel hatten.

Die sogenannte IR-Kamera-Erkennung sucht keine Infrarotstrahlung und scannt auch keine Funkkameras. Stattdessen arbeitet sie mit einem einfachen optischen Prinzip. Mehrere rote LEDs beleuchten den Raum, während der Nutzer durch einen integrierten Rotfilter blickt. Trifft das Licht auf die Glaslinse einer versteckten Kamera, reflektiert diese das Licht deutlich sichtbar zurück.

Im Praxistest funktionierte das überraschend zuverlässig.

Mehrere Indoor-Überwachungskameras konnten wir in einem nahezu abgedunkelten Raum bereits aus einer Entfernung von etwa zwei bis drei Metern sofort erkennen. Die roten Reflexionen waren eindeutig sichtbar und ließen sich ohne langes Suchen identifizieren.

Voraussetzung bleibt allerdings eine möglichst dunkle Umgebung. Außerdem muss der Nutzer den Raum selbst absuchen. Das Gerät erkennt Kameras also nicht automatisch, sondern macht deren Objektive sichtbar. Kennt man dieses Prinzip, funktioniert die Kamera-Erkennung erstaunlich gut.

Vibrationsalarm: Sehr empfindlich – manchmal fast zu empfindlich

Im Alltag dürfte der Vibrationsalarm für viele Nutzer sogar die wichtigste Funktion sein. Das Gerät lässt sich mit der Handschlaufe beispielsweise an einer Türklinke, einem Koffer oder einem Rucksack befestigen. Nach dem Aktivieren reagiert der Sensor auf Erschütterungen und löst sofort Alarm aus.

Im Test zeigte sich allerdings schnell, dass der Sensor ausgesprochen sensibel arbeitet. Beim Einsatz an einer Türklinke gelang das Scharfschalten in acht von zehn Versuchen problemlos. Zweimal reichte bereits die Eigenbewegung des Geräts nach dem Loslassen aus, um sofort Alarm auszulösen. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt.

Hängt an der Zimmertür und wartet auf Einbrecher. © OutdoorMonster

Ganz anders sah es auf festen Unterlagen aus. Ob auf einem Koffer, einem Tisch, einem Autositz oder einer Ablage im Camper – dort funktionierte das Scharfschalten in allen zehn Versuchen problemlos. Wurde das Gepäck anschließend bewegt, reagierte der Alarm unmittelbar.

Interessant fanden wir außerdem eine kleine Beobachtung im Alltag: Der Lautsprecher sitzt auf der Unterseite des Geräts. Legt man den Alarm mit der Rückseite nach oben auf einen Koffer oder Tisch, wirkt das Alarmsignal subjektiv sogar noch etwas lauter.

So rum positioniert ist die Lauststärke deutlich größer. © OutdoorMonster

OutdoorMonster-Tipp: Den Vibrationsalarm möglichst erst dort aktivieren, wo das Gerät anschließend auch liegen oder hängen bleibt. Jede zusätzliche Bewegung kann den empfindlichen Sensor bereits auslösen.

Personenalarm: Laut genug – aber nicht ganz so laut wie versprochen

Der SOS-Alarm wird über die mittlere Taste ausgelöst. Nach dem Tastendruck ertönt sofort ein sehr schriller Alarmton, gleichzeitig beginnen mehrere LEDs zu blinken.

Semptec gibt eine Lautstärke von bis zu 130 dB an. Diese Angabe konnten wir im Praxistest allerdings nicht bestätigen. Unsere Messung mit einer Schallpegel-App ergab maximal 118 dB.

Das ist zwar deutlich weniger als versprochen, bleibt aber immer noch extrem laut. In einem Hotelzimmer oder einem Zugabteil möchte man den Alarm möglichst schnell wieder ausschalten. Aufmerksamkeit erzeugt er definitiv.

Taschenlampe: Praktische Zusatzfunktion

Die integrierte Taschenlampe dürfte kaum der Kaufgrund für dieses Gerät sein, überrascht im Alltag aber durchaus positiv.

Sie leuchtet heller als die Taschenlampe eines aktuellen iPhones und eignet sich problemlos, um nachts den Inhalt eines Rucksacks zu kontrollieren, ein Türschloss zu finden oder sich kurz im Camper zu orientieren.

Als Campinglampe ersetzt sie selbstverständlich keine größere LED-Leuchte. Dafür ist sie auch gar nicht gedacht. Als zusätzliche Sicherheitsfunktion passt sie jedoch gut zum Gesamtkonzept.

OutdoorMonster hat gemessen

TestErgebnis
Alarmlautstärke118 dB (Hersteller: bis 130 dB)
Kamera-ErkennungIndoor-Kameras aus ca. 2–3 Metern zuverlässig erkannt
Vibrationsalarm Türklinke8 von 10 Versuchen erfolgreich aktiviert
Vibrationsalarm feste Unterlage10 von 10 Versuchen erfolgreich aktiviert
Gewicht38 Gramm

Preis: Kaum teurer als ein einfacher Schlüsselanhänger

Mit einer UVP von lediglich 9,99 Euro bewegt sich der Sicherheitsalarm in einem Preisbereich, in dem viele einzelne Personenalarme bereits liegen. Hier kommen zusätzlich Vibrationsalarm, Kamera-Erkennung und Taschenlampe hinzu.

Natürlich ersetzt keine der Funktionen ein professionelles Spezialgerät. Genau das erwartet in dieser Preisklasse allerdings vermutlich auch niemand.

Fazit

Der Semptec 4in1-Sicherheitsalarm ist eines dieser Produkte, bei denen wir mit einer gehörigen Portion Skepsis in den Test gegangen sind. Umso erfreulicher war das Ergebnis.

Besonders die Kamera-Erkennung funktionierte nach kurzer Eingewöhnung erstaunlich zuverlässig. Auch der Vibrationsalarm überzeugte im Alltag, wenngleich seine hohe Empfindlichkeit beim Aktivieren an einer Türklinke etwas Übung verlangt. Der Personenalarm fällt zwar mit gemessenen 118 statt der versprochenen 130 dB etwas leiser aus als vom Hersteller angegeben, ist für den vorgesehenen Einsatzzweck aber immer noch mehr als laut genug.

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Am Ende bleibt ein federleichter Reisebegleiter, der kaum Platz benötigt, mehrere sinnvolle Sicherheitsfunktionen kombiniert und für weniger als zehn Euro erstaunlich viel Gegenwert bietet. Wer häufig in Hotels, Ferienwohnungen oder mit dem Camper unterwegs ist, dürfte dieses kleine Gadget künftig gerne dauerhaft im Gepäck lassen.


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