Wer sich aktuell nach einem Blitzerwarner umsieht, landet fast zwangsläufig bei OOONO. Die Dänen haben sich mit ihren kleinen Bluetooth-Warnern in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Allerdings sind die Preise inzwischen ebenfalls auf einem Niveau angekommen, bei dem sich viele Autofahrer zwangsläufig fragen: Geht das nicht auch günstiger?
Genau an dieser Stelle setzt Technaxx an. Der Secure Drive Mini TX-387 kostet offiziell 59,99 Euro, verspricht aktuelle Blitzerwarnungen auf Basis der blitzer.de-Datenbank, Verkehrshinweise, Geschwindigkeitswarnungen sowie die Einbindung in Apple CarPlay und Android Auto. Besonders interessant: Ein zusätzliches Abo ist nicht erforderlich.
Auf dem Papier klingt das nach einem echten Herausforderer für OOONO. Nach mehreren Fahrten durch Hamburg sowie einer längeren Strecke von Hamburg nach Bayern zeigt sich jedoch ein etwas differenzierteres Bild. Denn während die Kernfunktion des Geräts durchaus überzeugen kann, haben wir andere Funktionen erstaunlich schnell wieder abgeschaltet.
TrafficNaxx auf einen Blick
App: TrafficNaxx (iOS & Android)
Preis: Kostenlos
Anbindung: Bluetooth 5.2
Kompatibilität: Apple CarPlay, Android Auto
Warnarten: Blitzer, Verkehr, Geschwindigkeitsüberschreitungen
Warnabstand: Individuell einstellbar
Firmware-Updates: Ja, Over-the-Air
Akkustandsanzeige: Ja
Konto erforderlich: Ja
Besonderheit: Nutzung der blitzer.de-Echtzeitdaten ohne zusätzliches Abo
Kurzfazit
Der Technaxx Secure Drive Mini TX-387 ist kein OOONO-Killer, aber eine interessante Alternative für preisbewusste Autofahrer. Die Blitzerwarnungen funktionieren zuverlässig, die Einrichtung gelingt unkompliziert und auf laufende Kosten verzichtet Technaxx vollständig. Verkehrs- und Geschwindigkeitswarnungen erwiesen sich im Alltag dagegen als wenig praxistauglich, sodass der TX-387 letztlich vor allem als klassischer Blitzerwarner überzeugt.
Auspacken, laden, losfahren
Schon beim Öffnen der Verpackung wird deutlich, dass Technaxx keinen Wert auf unnötige Showeffekte legt. Statt aufwendiger Kunststoffeinlagen oder überflüssigen Verpackungsmüll setzt der Hersteller auf eine schlichte Kartonverpackung. Darin befinden sich neben dem Verkehrswarner lediglich ein USB-C-auf-USB-C-Kabel sowie eine gedruckte Bedienungsanleitung. Viel mehr braucht es allerdings auch nicht.
Der Secure Drive Mini selbst fällt vor allem durch seine Größe auf. Mit gerade einmal 52 x 52 Millimetern Grundfläche und einem Gewicht von nur 30 Gramm verschwindet er beinahe in der Handfläche. Im Fahrzeug wirkt er entsprechend unauffällig und trägt deutlich weniger auf als viele andere Lösungen am Markt.
Bevor es losgeht, wird der integrierte Akku zunächst über USB-C geladen. Laut Technaxx soll eine Akkuladung für bis zu eineinhalb Monate reichen. Diese Angabe konnten wir im Rahmen unseres Testzeitraums naturgemäß noch nicht vollständig überprüfen, der Stromverbrauch fiel bislang allerdings nicht negativ auf.

Die Einrichtung gelingt schnell – der Registrierungsprozess sorgt jedoch für Stirnrunzeln
Per QR-Code gelangt man direkt zur passenden Smartphone-App. Schon an dieser Stelle mussten wir allerdings mehrfach schmunzeln: TrafficNaxx.
Selten hat es ein Hersteller geschafft, seiner Software einen Namen zu geben, den man unmittelbar nach der Installation wieder vergisst. Tatsächlich mussten wir während des Tests mehrfach überlegen, wie die Anwendung überhaupt heißt.
Davon abgesehen gestaltet sich die Einrichtung erfreulich unkompliziert. Nach dem Download muss zunächst ein Benutzerkonto erstellt werden. Anschließend verschickt das System einen Bestätigungscode per E-Mail, der in der App eingegeben werden muss – theoretisch.
Praktisch landete die Mail bei uns direkt im Spam-Ordner. Das überrascht allerdings kaum, wenn man einen Blick auf den Absender wirft. Statt einer klassischen Technaxx-Adresse kam die Nachricht von „service=technaxx.de@dev-ele-dog.zhijianiot.com“. Dass Spam-Filter hier vorsichtshalber misstrauisch werden, dürfte niemanden ernsthaft überraschen.
Hat man den Bestätigungscode schließlich gefunden, läuft die Einrichtung problemlos durch. Nach dem Akzeptieren des obligatorischen Disclaimers wird das Gerät per Bluetooth gekoppelt und kann anschließend sofort verwendet werden. Positiv fiel dabei auf, dass direkt nach der ersten Verbindung bereits ein Firmware-Update bereitstand. Das spricht dafür, dass Technaxx die Software aktiv weiterentwickelt.
TrafficNaxx: Nicht schön, aber funktional
Wer moderne Animationen, eine besonders elegante Benutzeroberfläche oder aufwendig gestaltete Menüs erwartet, dürfte von TrafficNaxx eher enttäuscht werden. Die App wirkt funktional, stellenweise sogar etwas altbacken und erinnert optisch eher an klassische Navigationslösungen vergangener Jahre.
Gleichzeitig muss man ihr zugutehalten, dass sie genau das macht, was sie soll: Innerhalb weniger Sekunden erreicht man sämtliche wichtigen Einstellungen. Warnabstände lassen sich anpassen, die Lautstärke verändern, Firmware-Updates installieren und sämtliche Warnarten individuell aktivieren oder deaktivieren. Darüber hinaus zeigt die App den aktuellen Akkustand des Geräts an und erlaubt einen Test aller verfügbaren Warnsignale.
Viel Schnickschnack sucht man vergeblich. Dafür findet man sich auch ohne Bedienungsanleitung sofort zurecht.
Wichtig zu wissen: Der Technaxx arbeitet nicht eigenständig
Ein Punkt, den Käufer unbedingt verstehen sollten: Beim Secure Drive Mini handelt es sich nicht um einen klassischen Standalone-Blitzerwarner.
Das Gerät besitzt weder ein eigenes GPS-Modul noch eine eigene Datenverbindung. Sämtliche Standortinformationen stammen vom Smartphone, das permanent mit der TrafficNaxx-App verbunden sein muss. Der kleine TX-387 fungiert letztlich als externe Anzeige- und Bedieneinheit, die Warnungen per LED und Lautsprecher ausgibt.
Das erklärt zwar den günstigen Preis, bedeutet aber auch, dass ohne Smartphone praktisch nichts funktioniert.
Im Hamburger Stadtverkehr wird schnell klar, welche Funktionen man wirklich braucht
Technaxx bewirbt den TX-387 nicht nur als Blitzerwarner, sondern ausdrücklich als Verkehrswarner. Entsprechend sind nach der Installation sämtliche Warnfunktionen aktiviert. Dazu gehören neben den Blitzerwarnungen auch Verkehrswarnungen und Geschwindigkeitswarnungen. Was auf dem Papier zunächst nach einem echten Mehrwert klingt, entwickelte sich im Hamburger Stadtverkehr jedoch überraschend schnell zum Problem.

Verkehrswarnungen: Irgendwann wird es einfach zu viel
Der Technaxx informiert ausgesprochen zuverlässig über Baustellen, Absperrungen und sonstige Verkehrsereignisse. Genau hier liegt allerdings auch das Problem.
In einer Großstadt wie Hamburg existieren davon schlicht zu viele. Bereits nach kurzer Zeit meldete das Gerät nahezu jede Baustelle, jede Absperrbake und jede kleinere Verkehrsbeeinträchtigung entlang unserer Strecke. Technisch betrachtet macht das System also genau das, was es soll. Im Alltag entsteht dadurch jedoch eine nahezu permanente Geräuschkulisse, die schnell anstrengend wird.
Nach rund einer halben Stunde stand deshalb die erste Entscheidung fest: Die Verkehrswarnungen mussten deaktiviert werden. Nicht etwa, weil sie falsch gewesen wären, sondern weil maximale Informationsdichte nicht automatisch zu einem besseren Fahrerlebnis führt. Ganz im Gegenteil.
Geschwindigkeitswarnungen: Gut gemeint, aber zu empfindlich
Ähnlich verhielt es sich mit der Geschwindigkeitswarnung. Werkseitig reagiert das System bereits bei einer Überschreitung von fünf Kilometern pro Stunde. Das klingt zunächst vernünftig und dürfte insbesondere sicherheitsbewusste Fahrer ansprechen.
Im Alltag führte diese Einstellung jedoch dazu, dass sich der Warner bereits bei kleinsten Abweichungen ständig zu Wort meldete. Gerade im Stadtverkehr entwickelte sich daraus schnell ein akustischer Dauergast. Auch diese Funktion verschwand deshalb nach kurzer Zeit aus unserem persönlichen Setup.
Übrig bleibt das, was die meisten Käufer ohnehin suchen
Interessanterweise blieb nach einigen Testtagen letztlich nur noch eine Funktion dauerhaft aktiviert: Die Blitzerwarnung. Und genau hier zeigt der Technaxx, warum er durchaus seine Daseinsberechtigung hat.
Die eigentliche Kernfunktion überzeugt
Sowohl im Hamburger Stadtverkehr als auch auf längeren Autobahn- und Landstraßenetappen warnte der Secure Drive Mini zuverlässig vor stationären Blitzern. Sämtliche bekannte Anlagen auf unseren Teststrecken wurden rechtzeitig erkannt und angekündigt.
Allerdings zeigte sich im direkten Vergleich mit OOONO auch ein Unterschied.

Während der dänische Marktführer ausgesprochen präzise arbeitet und vergleichsweise wenige Fehlalarme produziert, gab der Technaxx gelegentlich Warnungen aus, ohne dass vor Ort tatsächlich eine aktive Kontrolle erkennbar gewesen wäre. Das Verhalten erinnerte dabei eher an den Drive One, der ebenfalls etwas großzügiger warnt.
Natürlich kann man argumentieren, dass ein Fehlalarm immer noch besser ist als eine fehlende Warnung. Dennoch erreicht der TX-387 bei der Präzision nicht ganz das Niveau eines OOONO.
Rätselhafte Signaltöne bleiben ein ungelöstes Rätsel
Während einer längeren Nachtfahrt fiel uns zudem ein weiteres Verhalten auf.
Immer wieder gab das Gerät einzelne Warnsignale aus, ohne dass sich dafür ein nachvollziehbarer Auslöser erkennen ließ. Weder befand sich ein Blitzer in der Nähe, noch lag eine Geschwindigkeitsüberschreitung oder eine erkennbare Gefahrenstelle vor.
Die Ursache konnten wir während des Tests nicht eindeutig identifizieren. Gerade auf langen Autobahnetappen wirkt dieses Verhalten allerdings irritierend und dürfte den einen oder anderen Fahrer beschäftigen.
Die automatische Verbindung funktioniert vorbildlich
Einen echten Pluspunkt sammelt der Technaxx dagegen bei der täglichen Nutzung.
Sobald wir uns dem Fahrzeug näherten oder einstiegen, verband sich der Secure Drive Mini automatisch mit dem Smartphone. Im gesamten Testzeitraum kam es weder zu Verbindungsabbrüchen noch zu Situationen, in denen eine manuelle Kopplung notwendig gewesen wäre.
Gerade weil viele Bluetooth-Geräte genau an dieser Stelle Probleme machen, verdient Technaxx hier ausdrücklich Lob. Die automatische Wiederverbindung funktionierte im Test nahezu perfekt.
Verarbeitung und Klangqualität verraten den günstigeren Preis
Der Preisunterschied zum Blitzerwarner von OOONO macht sich schließlich auch bei der Hardware bemerkbar.
Der Technaxx wirkt leichter, etwas einfacher verarbeitet und vermittelt insgesamt nicht ganz die Wertigkeit seines teureren Konkurrenten. Billig fühlt sich das Gerät deshalb nicht an, Premium-Qualität darf man allerdings ebenfalls nicht erwarten.
Ähnliches gilt für den integrierten Lautsprecher. Die Warnungen sind erfreulich laut und selbst bei Autobahntempo problemlos hörbar. Gleichzeitig klingen die Töne etwas schepperig und weniger hochwertig als bei OOONO. Funktional erfüllt der Lautsprecher seinen Zweck ohne Einschränkungen, akustisch merkt man dem Gerät seinen günstigeren Preis jedoch an.
Preis und Verfügbarkeit: Überraschend günstig, aber schwer zu finden
Offiziell ruft Technaxx für den Secure Drive Mini TX-387 eine unverbindliche Preisempfehlung von 59,99 Euro auf. Während unseres Tests zeigte sich allerdings schnell, dass dieser Preis eher theoretischer Natur ist.
So wurde das Gerät zeitweise bereits für 34,99 Euro im Baumarkt angeboten. Gleichzeitig verlangten andere Händler wie Kaufland rund 60 Euro, während bei Expert etwa 54 Euro aufgerufen wurden. Die Preisunterschiede fallen damit ungewöhnlich groß aus und machen einen Preisvergleich vor dem Kauf nahezu Pflicht.
Besonders überraschend ist außerdem die Verfügbarkeit. Während viele Konkurrenzprodukte problemlos bei Amazon, MediaMarkt, Saturn oder Otto erhältlich sind, suchten wir den Technaxx dort vergeblich. Stattdessen findet man den TX-387 vor allem bei kleineren Elektronikhändlern, Baumärkten und einzelnen Online-Shops.
Gerade bei Preisen um 35 Euro wird der kleine Verkehrswarner jedoch äußerst interessant. In dieser Preisregion kostet er teilweise nur etwa die Hälfte eines aktuellen OOONO Co-Driver und bietet dennoch eine solide Blitzerwarnung ohne zusätzliche Abo-Kosten. Damit wird der Preis letztlich zu einem der stärksten Argumente für den Technaxx Secure Drive Mini TX-387.
Fazit: Ein guter Blitzerwarner, aber kein OOONO-Killer
Nach mehreren Wochen im Alltag bleibt vor allem eine Erkenntnis zurück: Der Technaxx Secure Drive Mini TX-387 funktioniert am besten dann, wenn man ihn genau auf die Aufgabe reduziert, die die meisten Käufer ohnehin von ihm erwarten.
Als reiner Blitzerwarner macht er einen guten Job. Die Warnungen erfolgen zuverlässig, die Einrichtung gelingt unkompliziert und die automatische Wiederverbindung gehört sogar zu den Stärken des Geräts. Hinzu kommen der günstige Preis und der Verzicht auf laufende Kosten.
Die zusätzlichen Verkehrs- und Geschwindigkeitswarnungen haben wir dagegen bereits nach kurzer Zeit deaktiviert, weil sie insbesondere im Stadtverkehr mehr Unruhe als Nutzen erzeugten.
Damit bleibt der OOONO Co-Driver zwar weiterhin unsere Referenz, wer jedoch rund 20 bis 30 Euro sparen möchte und mit gelegentlichen Fehlalarmen leben kann, erhält mit dem Technaxx Secure Drive Mini TX-387 eine durchaus empfehlenswerte Alternative.