Wind, Regen, dunkle Wintermonate – wer auf ein Marathon-Ziel hintrainiert, kommt am Laufband nicht ganz vorbei. Wir haben das Merach T31B1 mit 18 Prozent automatischer Steigung, 3,5-PS-Motor und Klappmechanismus über mehrere Wochen getestet.
Laufbänder und ich, das war bislang keine große Liebesgeschichte. Ich bin eher der Typ, der lieber draußen unterwegs ist. Frische Luft, wechselnde Strecken und quatschen mit Freunden: Für mich war das immer die bessere Alternative zum Laufband. Doch mein sportliches Ziel für 2027 ist ambitioniert: ein Marathon. Und spätestens in den dunklen Wintermonaten oder bei Dauerregen geht man nicht immer gerne vor die Tür. So kam das Angebot von Merach nicht ungelegen, das T31B1 ausführlich zu testen.

Merach T31B1 auf einen Blick
- Motor: 3,5 PS, bürstenlos
- Geschwindigkeit: 1–14 km/h, stufenlos regelbar
- Automatische Steigung: 18 Stufen, 0–18 %, per Knopfdruck im Betrieb verstellbar
- Lauffäche: 460 x 1.200 mm, Diamantmuster-Antirutschband
- Dämpfung: Gummipuffer-Dämpfungssystem
- Klappsystem: Hydraulisches Soft-Drop-System, Klappmaß 78 x 89 x 130 cm
- Max. Traglast: 159 kg, Geeignet für Körpergrößen bis 210 cm
- 20 voreingestellte Trainingsprogramme
- Kompatibel mit Merach App, Kinomap und Zwift
- Preis zum Testzeitpunkt: 699,99 Euro
Kurzfazit
Das Merach T31B1 überzeugt mit einem Laufgefühl nahe an Studio-Laufbändern, unkompliziertem Aufbau und der automatischen 18-Prozent-Steigung als echtem Trainingsmehrwert. Dagegen stehen hohes Gewicht, sperriger Transport und eine im Vergleich zu Studiogeräten kürzere Lauffläche, fehlende Smartwatch-Kopplung und ein spürbarer Aufpreis für die Steigungsfunktion. Als Ergänzung für schlechtes Wetter und gezieltes Steigungstraining taugt es aber definitiv gut.
Merach T31B1: Lieferung und Aufbau
Das Merach T31B1 kommt in einem großen und schweren Paket, fast 60 Kilogramm. Die wichtigen Komponenten sind gut gepolstert verpackt, und der Großteil ist werkseitig bereits vormontiert, sodass beim Aufbau im Wesentlichen nur noch die Lauffläche mit der Säule und der Konsole verschraubt werden muss. In der Praxis hat das bei mir rund 20 Minuten gedauert. Für ein Fitnessgerät dieser Größe eine angenehm kurze Zeit.
Ein Wermutstropfen zeigt sich allerdings, sobald das Gerät bewegt werden muss: Das T31B1 ist sperrig und schwer, es wiegt immerhin 55 Kilogramm. Wer es etwa eine Treppe hochtragen will, kommt allein nicht weit, das ist ohne zweite Person schlicht unmöglich. Positiv dagegen: Für die Positionierung im Raum selbst sind Rollen verbaut, das Herumschieben auf ebener Fläche ist dadurch kein großes Thema.

Verarbeitung und Standfläche
Einmal aufgebaut, macht das T31B1 einen entsprechend soliden Eindruck: kein Wackeln, kein Knarzen, keine spürbaren Flexpunkte im Rahmen, selbst bei zügigem Tempo. Laut Hersteller ist das Gerät für ein Nutzergewicht bis 159 Kilogramm ausgelegt.
Der Klappmechanismus funktioniert gut und ist praktisch: Dank Hydraulikunterstützung lässt sich die Lauffläche schnell und mit wenig Kraftaufwand hochklappen. Zusammengeklappt benötigt das Gerät zwar deutlich weniger Raum, bleibt mit 78 x 89 Zentimetern aber noch immer recht groß. Unauffällig in eine Ecke schieben lässt es sich daher nicht. Wer wenig Platz hat, sollte das vor dem Kauf berücksichtigen.
Apropos Platz: Die Lauffläche misst 460 mal 1.200 Millimeter, was im Alltag ausreichend Platz zum Laufen lässt, ohne dass man sich ständig auf einen schmalen Streifen konzentrieren muss. Die Länge der Lauffläche fällt aber im Vergleich zu den Laufbändern, die ich aus dem Fitnessstudio kenne, etwas kürzer aus. Das ist anfangs ein wenig ungewohnt, was dem “Sicherheitsgefühl” beim Laufen etwas abträglich ist. Gerade bei höherem Tempo entsteht dadurch etwas Stress, weil der Puffer nach hinten geringer ausfällt. Wer von größeren Studiogeräten kommt, sollte sich darauf einstellen und die Geschwindigkeit anfangs vorsichtiger steigern. Für den Notfall liegt allerdings ein Sicherheitsschlüssel bei, der das Band bei einem Fehltritt sofort stoppt. Tipp: Es gibt auch eine 100 Euro teurere Version mit einer 20 Zentimeter längeren Lauffläche.

Merach T31B1: Laufgefühl wie im Studio
Das für mich entscheidende Kriterium war aber das Laufgefühl – schließlich soll das Gerät mein Outdoor-Training sinnvoll ergänzen. Hier hat mich das T31B1 positiv überrascht: Das Laufgefühl kam dem eines Technogym-Laufbands im Fitnessstudio erstaunlich nahe. Der 3,5-PS-Bürstenmotor liefert gleichmäßige Kraft, ohne bei höherem Tempo angestrengt zu wirken, und bleibt dabei angenehm leise. Die Geräuschentwicklung ist zumindest soweit unaufdringlich genug, dass man mit Kopfhörer entspannt Musik hören oder eine Serie glotzen kann.
Die Dämpfung der Lauffläche nimmt spürbar ferner Belastung von Knien und Sprunggelenken. Das ist ein Unterschied, den man nach längeren Einheiten im Vergleich zum Asphalt merkt. Übrigens: Eine 2020 im International Journal of Sports Physiology and Performance veröffentlichte Studie (Colino et al.) verglich bei zehn erfahrenen Läufern die mechanischen Eigenschaften von Asphalt, Tartanbahn und Laufband. Ergebnis: Das Laufband absorbierte mit durchschnittlich 71,3 Prozent deutlich mehr Stoß als Asphalt (0,0 Prozent) – gab dafür aber auch weniger Energie zurück (37,0 Prozent gegenüber 90,8 Prozent auf Asphalt). Bei der gefühlten Anstrengung unterschieden sich Laufband und Asphalt in der Studie jedoch nicht signifikant.
Die Geschwindigkeit lässt sich ferner auf bis zu 14 km/h (entspricht einer Pace von etwa 4:17 min/km) steigern. Für ein Laufband entspricht das solider Mittelklasse. 14 km/h sind allerdings für die meisten Hobbyläufer ein mehr als ordentliches Tempo. Für lockere Läufe und moderates Tempotraining reicht das allemal aus, für ambitioniertes Intervalltraining mit hohen Spitzengeschwindigkeiten ist das Gerät aber eher nicht gemacht.
18-Prozent-Steigung als Alleinstellungsmerkmal
Dafür setzt das T31B1 auf eine andere Stärke: Statt auf Tempo zu setzen, punktet es mit einer automatischen Steigungsfunktion bis 18 Prozent. Dazu muss man wissen: Steigungsläufe beziehungsweise -walks belasten die Muskulatur stärker als ebenes Laufen, ohne dass dafür höheres Tempo nötig ist. Die Herzfrequenz steigt spürbar, während die Gelenke durch die geringere Geschwindigkeit vergleichsweise geschont bleiben. Gerade für den Aufbau von Grundlagenausdauer, wie sie eine Marathon-Vorbereitung erfordert, ist das ein wertvolles Werkzeug: Zone-2-Einheiten lassen sich so intensivieren, ohne ins hochbelastende Lauftempo zu wechseln. Draußen lässt sich Steigung naturgemäß nur dort trainieren, wo es die Topografie hergibt. Ein Laufband mit stufenlos einstellbarer Steigungsfunktion schließt diese Lücke unabhängig vom Wohnort.
Merach T31B1: Smarte Features mit Luft nach oben
Zusätzlich zur manuellen Steuerung von Tempo und Steigung bietet das T31B1 insgesamt 20 voreingestellte Trainingsprogramme, die sich direkt am Gerät abrufen lassen und Geschwindigkeit sowie Steigung automatisch im Wechsel steuern.
Per Bluetooth verbindet sich das T31B1 außerdem mit der kostenlosen Merach-App, die über die reine Datenerfassung hinausgeht: Neben trainergeleiteten Kursen bietet sie auch Gewichtsabnahmeprogramme und virtuelle Strecken. Auch hier passt sich das Laufband automatisch Geschwindigkeit und Steigung an. Daneben lassen sich klassische Trainingsdaten wie Geschwindigkeit, Distanz, Kalorienverbrauch und Herzfrequenz einsehen und auswerten. Für den Einstieg ist die App vollkommen ausreichend, ohne dabei überladen zu wirken. Das heißt: Download und Basisfunktionen (Bluetooth-Kopplung, Trainingsmodi, Datentracking) sind kostenlos, aber es gibt zusätzlich kostenpflichtige Premium-Kurse per In-App-Kauf.

