Vallon Crossroads im Test: OLED-Gefühl für die Piste

Wir haben die Vallon Crossroads im Hochgebirge getestet. So schlägt sich die Kombination aus Retro-Design und Zeiss-Optik auf der Piste.


Nach der Ankündigung der Crossroads durch Vallon konnten wir die neue Goggle in der Praxis beim Skifahren testen. Das Modell, das optisch durch ein an Kletterseile erinnerndes Kopfband und ein bewusstes Retro-Design auffällt, musste sich im Test vor allem in Hinblick auf optische Qualität, Tragekomfort und das modulare Linsensystem beweisen.

Optik: OLED-Feeling im Hochgebirge

Der Wechsel von einer klassischen UVEX-Goggle zur neuen Vallon Crossroads gleicht im ersten Moment einem technologischen Quantensprung. In unserem Praxistest im Hochgebirge lässt sich die visuelle Qualität am ehesten mit dem Umstieg von einem alten Röhrenfernseher auf ein modernes OLED-Display vergleichen. Die optische Klarheit, die durch die in Zusammenarbeit mit Carl Zeiss entwickelten torischen Linsen erreicht wird, bietet eine Präzision, die wir in dieser Form selten erlebt haben.

VALLON Crossroads Goggles
Die Sicht auf der Piste war mit den Crossroads überragend. © OutdoorMonster

Zwischen Panoramablick und Tragekomfort

Eine der positivsten Überraschungen im Test ist das Sichtfeld. Auf den ersten Blick wirkt die Crossroads eher kompakt und verzichtet auf das derzeit modische, rahmenlose Design. Sobald man die Goggle jedoch aufsetzt, offenbart sich ein unerwartet weites Panorama-Sichtfeld. Dies ist primär der spezifischen Krümmung der torischen Linsen zu verdanken. Diese ermöglichen eine enorme periphere Sicht, ohne das Bild zu verzerren.

VALLON Crossroads Goggles
Selbst nach einem langen Tag erwies sich der Tragekomfort als erstklassig.
© OutdoorMonster

Auch in Sachen Ergonomie lässt die Crossroads keine Wünsche offen. Trotz des eher starren TPU-Rahmens passte sich die Brille bei uns perfekt an die Gesichtsform und den Nasenbereich an. Die Kombination aus geringem Gewicht und einer weichen Schaumstoffpolsterung sorgte ferner für einen druckfreien Sitz, selbst bei langen Ausfahrten. Dazu trägt auch das 50 mm breite Kopfband im Kletterseil-Design bei, das einen absolut stabilen Sitz am Helm gewährleistet. Auch die Belüftung überzeugte im Test. Selbst bei hoher körperlicher Anstrengung im Aufstieg trat keinerlei Beschlag im Nasen- oder Stirnbereich auf.

VALLON Crossroads Goggles
Per Schieberegler lassen sich die Linsen einfach entnehmen. © OutdoorMonster

Crossroads: Mechanischer Schutz und optische Grenzen

Das PolarLock-System zum Linsenwechsel erwies sich außerdem als äußerst praxistauglich. Der Austausch zwischen der Kategorie-3-Linse für Sonnenschein und der violetten Kategorie-2-Linse gelingt dank der Magnetfixierung selbst während einer kurzen Liftfahrt in wenigen Sekunden. Die mitgelieferte Zubehörbox für die Ersatzlinse ist dabei robust genug für den Rucksack und schön leicht. Ein technisches Detail, das zunächst optisch gewöhnungsbedürftig erscheint, entpuppte sich im dichten Gedränge einer Bergbahngondel als entscheidender Vorteil: Der leicht überstehende Rahmen schützt die Linsen effektiv vor mechanischen Einwirkungen. Während herkömmliche “Frameless”-Modelle bei Kontakt mit Metallwänden oder anderen Ausrüstungsgegenständen schnell zerkratzen, blieb die Zeiss-Optik der Crossroads dank des schützenden Rahmens unversehrt.

VALLON Crossroads Goggles Nebel
Im Nebel stießen die Cat. 2-Linsen an ihre Grenzen. © OutdoorMonster

An ihre Grenzen stieß die Goggle jedoch bei schwierigen Lichtverhältnissen am Nachmittag. Sobald Nebel und Wolken für diffuses Licht sorgten, boten beide mitgelieferten Linsen – trotz der violetten Kontrastverstärkung der Cat.-2-Linse – nicht mehr die nötige Tiefe. Bodenunebenheiten und die Beschaffenheit des Schnees konnten wir nur schwer ausmachen. Hier empfiehlt sich bei Bedarf der Zukauf der gelben Kategorie-1-Linse (72 % VLT), die Vallon im Shop als Add-on für Flachlicht anbietet.

Fazit Vallon Crossroads

Abgesehen von der Schwäche im extremen Flachlicht liefert Vallon mit der Crossroads definitiv ein High-End-Produkt ab, das vor allem durch seine Robustheit und die herausragende optische Qualität besticht. Mit einem Preis von 220 Euro positioniert sich die Brille allerdings auch im Premium-Segment. Angesichts der hochwertigen Zeiss-Optik, der erstklassigen Verarbeitung und der Tatsache, dass bereits zwei vollwertige Linsen sowie ein robustes Case im Lieferumfang enthalten sind, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für ambitionierte Alpinisten unterm Strich aber noch als fair einzustufen.


Das könnte auch interessant sein