Hightech-Wintermode mit Tücken
Das Prinzip klingt genial: Eingenähte Drähte leiten Strom aus Lithium-Ionen-Akkus zu kleinen Heizelementen, die für wohlige Wärme sorgen. Manche Modelle lassen sich sogar per App steuern. Doch was wie Innovation aussieht, ist laut den Verbraucherschützern problematischer als gedacht. Ausgerechnet bei Kälte – also dann, wenn man beheizbare Kleidungsstücke braucht – sind demnach die Lithium-Ionen-Akkus besonders störanfällig. Ein absurdes Problem bei Winterkleidung.

Hinzu kommt: Das verbaute Lithium-Kobaltoxid ist knapper Rohstoff, dessen Abbau unter fragwürdigen Bedingungen erfolgt. Wer die beheizbare Kleidung nicht täglich trägt und den Akku unregelmäßig auflädt, riskiert zudem Defekte. Im schlimmsten Fall kann die hochenergetische Zelle dann zur Brandgefahr werden – ein Risiko, das man am Körper besser nicht eingehen sollte.
Wenn Komfort zum Bumerang wird
Was viele außerdem nicht wissen: Wer dauerhaft beheizbare Kleidung trägt, trainiert seinem Körper die natürliche Temperaturregulation ab, mahnt die Verbraucherzentrale. Das Ergebnis? Man werde immer kälteempfindlicher und wird sozusagen von Heizjacke & Co. abhängig. Ein Teufelskreis, den die Hersteller in ihrer Werbung gerne verschweigen.
Beheizbare Kleidung: Thema Entsorgung
Beheizbare Kleidungsstücke können nicht zuletzt nicht einfach zum Altkleidercontainer gebracht werden. Verbraucher müssen vorher alle elektronischen und elektrischen Bestandteile entfernen – bei manchen Produkten sei das gar nicht möglich. Am Ende ist die Kleidung entweder komplett zerstört und nicht mehr tragbar oder wird zu aufwendig recycelbarem Elektroschrott.
Empfehlung der Verbraucherschützer
Einzig für Menschen mit bestimmten Krankheiten in extremen Kältesituationen kann beheizbare Kleidung sinnvoll sein. Für den Alltagsgebrauch rät die Verbraucherzentrale Hamburg ausdrücklich davon ab.
