Ein Offroad-SUV, der nicht nur über Stock und Stein fährt, sondern unterwegs gleich die Luftaufnahmen fürs Reisevideo liefert: Genau diese Idee steckt hinter dem BYD Fang Cheng Bao Bao 8 (auch „Leopard 8“) mit dem Lingyuan-Drohnen-System, das in Zusammenarbeit mit DJI entstanden ist. Kern des Ganzen ist eine Dockingstation („Hangar“) auf dem Dach. Per Knopfdruck öffnet sich die Konstruktion, eine Plattform fährt aus, die Drohne startet – und landet später wieder automatisch in der Ladeschale.
Das klingt nach Spielerei, ist aber ein ziemlich konsequenter Versuch, Content-Creation und Fahrzeugtechnik zu verschmelzen. Wer Roadtrips dokumentiert, nutzt normalerweise Drohne, Actioncam, Handy, Powerbank und schneidet später am Laptop. Der Bao 8 will diese Kette verkürzen: aufnehmen, speichern, sortieren – und idealerweise direkt im Auto aufbereiten.
Drohne im Dach: Was das System im Alltag leisten soll
Bei den Funktionen sind die Angaben ungewöhnlich konkret. Start und Landung sollen auch während der Fahrt möglich sein, bis zu 25 km/h. Die Drohne kann dem Auto im Follow-Modus bis 54 km/h folgen. Zusätzlich wird eine automatische Rückkehr zur Basis aus kurzer Distanz genannt – praktisch, wenn der Trail weitergeht, während die Drohne noch filmt.

Auch das Laden ist Teil des Konzepts: Die Drohne lädt automatisch im Hangar, ein Sprung von 20 auf 80 Prozent soll rund 30 Minuten dauern. Damit wird die Drohne nicht nur „mitgeführt“, sondern dauerhaft einsatzbereit gehalten.
Spannend ist außerdem die Bedienung: Das System ist so gedacht, dass es sich über den Fahrzeugbildschirm steuern lässt. Dazu kommen automatisierte Modi für „Blockbuster“-Clips, die ohne viel Drohnenwissen funktionieren sollen. Die Idee dahinter ist klar: Nicht jeder möchte Flugrouten planen, sondern einfach ein paar starke Perspektiven von der Tour.
Der Bao 8 selbst: Plug-in-Hybrid-Offroader mit kräftigen Zahlen
Auch ohne Drohne ist der Bao 8 ein technisches Schwergewicht. Genannt werden ein Plug-in-Hybrid-Antrieb mit 550 kW Systemleistung, 760 Nm sowie eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,8 Sekunden. Beim Akku ist von 36,8 kWh die Rede, die kombinierte Reichweite wird mit bis zu 1.200 km nach chinesischem Testzyklus angegeben (vollgetankt und vollgeladen).

Für den Offroad-Einsatz wird zudem ein verstellbares Fahrwerk-Konzept sowie Differenzialsperren kommuniziert. Damit richtet sich das Modell nicht nur an City-Nutzer, sondern explizit an Menschen, die mit großem SUV auch abseits befestigter Wege unterwegs sind.
Tech-Triade: BYD, DJI – und Huawei im Assistenzsystem
Der Bao 8 ist außerdem ein Prestigeprojekt chinesischer Tech-Integration. Neben BYD als Plattform- und Fahrzeuglieferant steht DJI für das Drohnenpaket. Beim Assistenzsystem wird Huawei genannt: Das Fahrzeug soll ein modernes Fahrerassistenzpaket sowie Smartphone-Integration unterstützen. Damit wird aus dem Auto eine rollende Tech-Plattform – mit Fokus auf Komfort, Assistenz und Medien.

Preis und Einordnung: China-Preis bekannt, Exportfrage offen
In China wird der Bao 8 je nach Version im Bereich von rund 380.000 bis 420.000 RMB genannt. Umgerechnet entspricht das grob 50.000 bis 55.000 Euro, wobei klar ist: Exportpreise könnten durch Steuern, Homologation und Ausstattung deutlich höher ausfallen.
Unterm Strich ist der Bao 8 weniger „nur ein Auto“ als eine mobile Medien- und Energieidee: Offroad-SUV plus integrierte Drohne, die automatisch startet, landet und nachlädt. Für Outdoor-Fans und Content-Creator ist das eine neue Art, Touren zu dokumentieren – ohne jedes Mal das komplette Drohnen-Setup aus dem Rucksack zu ziehen.
