Camping hat sich in Deutschland von einem Nischenphänomen zu einer tragenden Säule der Tourismuswirtschaft entwickelt. Der aktuelle Branchenbericht des BVCD belegt, dass mittlerweile jede elfte touristische Übernachtung in der Bundesrepublik auf einem Campingplatz stattfindet. Mit einem Rekordwert von über 42,9 Millionen Übernachtungen (2024) und einer Bruttowertschöpfung von rund 20,8 Milliarden Euro hat das Segment eine signifikante ökonomische Relevanz erreicht.

Camping: Die beliebtesten Regionen
Diese starke Marktposition stützt sich auf eine breite Infrastruktur von mittlerweile über 3.200 Campingplätzen im gesamten Bundesgebiet. Die konstant hohen Übernachtungszahlen der Jahre 2023 bis 2025 unterstreichen laut BVCD die enorme Relevanz dieser Unterkunftsform für den touristischen Gesamtmarkt. Die Nachfrage konzentriert sich dabei stark auf etablierte Urlaubsregionen wie die Nord- und Ostseeküste sowie die Gebiete um Bodensee und Allgäu. Der Schwarzwald positionierte sich zudem als beliebtestes Ziel für ausländische Camper. Aufgrund der hohen Frequentierung in diesen Kernregionen ist eine frühzeitige Buchung für die Hauptsaison 2026 oft unumgänglich. Eine bemerkenswerte Dynamik abseits der klassischen Pfade zeigten im Sommer 2025 Nordrhein-Westfalen und das Saarland, die mit jeweils über zehn Prozent Zuwachs als Wachstumschampions der Saison gelten.
Demografischer Wandel und hohe Kaufkraft
Ein wesentlicher Grund für die Popularität ist der Wandel der Zielgruppe. Entgegen veralteter Klischees ist Camping besonders bei den 30- bis 39-Jährigen beliebt, die rund 37 Prozent der Buchenden ausmachen. Zudem zeigt die Statistik, dass 45 Prozent der Campinggäste dem oberen Einkommensdrittel angehören. Diese kaufkräftige Gruppe sucht die Kombination aus naturnahem Erleben und hoher Flexibilität. Die Branche profitiert hierbei von dem Trend zur Individualisierung, da Gäste zwischen Zelt, modernem Reisemobil oder festen Mietunterkünften wie Tiny Houses wählen können.
Camping: Infrastruktur als Erfolgsfaktor
Die hohe Beliebtheit wird zudem durch die kontinuierliche Modernisierung der deutschen Campingplätze gestützt. Investitionen fließen verstärkt in hochwertige Sanitäranlagen und digitale Infrastruktur. Der Bericht hebt hervor, dass Deutschland im europäischen Vergleich zwar preislich gestiegen ist, mit durchschnittlich 40 Euro pro Nacht (kleine Plätze: 37,50€, mittelgroße: 39,50€, große: 42,50€) aber immer noch als wettbewerbsfähig gilt. Die Kombination aus Sicherheit im Inland, kurzen Anreisezeiten und einem dichten Netz von über 3.100 Plätzen macht Deutschland zum Ziel Nummer eins für inländische Camper.
