Wie im Videospiel: Das ist das Geheimnis hinter den irren Drohnen-Aufnahmen bei Olympia 2026

Bei Olympia 2026 in Italien sehen wir Bilder, die es so bislang nicht gab. Möglich machen es spezielle Drohnen.


Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina setzen nicht nur sportlich neue Maßstäbe. Auch technisch erleben die Zuschauer eine Revolution, die das Fernseherlebnis grundlegend verändert. Wer die rasanten Verfolgungsjagden im Eiskanal oder auf der Skipiste sieht, fragt sich unweigerlich, welche komplexe Technik hinter diesen Aufnahmen steckt. Die Antwort liegt in hochspezialisierten Drohnen, die nun erstmals in diesem massiven Umfang bei einer Olympiade in das Live-Signal integriert wird.

dutchdronegods FPV drohne
Spezielle FPV-Drohnen machen die spektakulären Bilder möglich. @dutchdronegods

Das Herzstück dieser Entwicklung sind die sogenannten First Person View (FPV)-Drohnen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kameradrohnen steuern die Piloten diese Geräte mithilfe einer speziellen Videobrille. Der Pilot empfängt das Kamerabild in Echtzeit direkt vor seinen Augen. Er lenkt das Fluggerät so, als würde er selbst im winzigen Cockpit sitzen. Diese Technik erlaubt extreme Flugmanöver und eine Nähe zum Athleten, die mit klassischer Kameratechnik unvorstellbar wäre. Insgesamt sind rund 15 dieser FPV-Einheiten im Einsatz, um die Dynamik beim Rodeln, Bobfahren oder Skifahren einzufangen.

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FPV-Technik für das Mittendrin-Gefühl

Die technische Herausforderung bei diesen Winterspielen ist gewaltig. Das niederländische Unternehmen Dutch Drone Gods hat für diesen Zweck eine maßgeschneiderte Drohne entwickelt. Ein entscheidendes technisches Merkmal ist das Gewicht: Die Drohne wiegt inklusive Kamera lediglich 243 Gramm. Dieser Leichtbau ist eine Sicherheitsvorgabe. Falls es zu einer Kollision mit einem Sportler kommen sollte, minimiert das geringe Gewicht das Verletzungsrisiko erheblich. Trotz dieser Leichtbauweise erreicht die Technik Geschwindigkeiten von weit über 100 km/h, um mit den Profisportlern im Eiskanal oder auf der Piste Schritt zu halten.

Laut den Entwicklern müsse die Drohne nicht nur schnell, sondern auch extrem stabil in der Luft liegen. Die Übertragung des Bildes in High-Definition-Qualität für das weltweite Live-Fernsehen stelle dabei die größte Hürde dar. Die Latenz, also die Verzögerung zwischen dem Kamerasensor und dem Empfänger beim Zuschauer, müsse praktisch bei null liegen. Nur so könne die gefühlte Geschwindigkeit unverfälscht in die Wohnzimmer transportiert werden.

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Live-Produktion unter Extrembedingungen

Die Integration in die Live-Produktion der Olympic Broadcasting Services (OBS) erfordert ferner eine enorme logistische und technische Infrastruktur. Da die Drohnen bei eisigen Temperaturen und in schwierigem Gelände operieren, müssen die Akkus und die Elektronik besonders geschützt sein. Das Unternehmen gibt an, dass die neue Drohnengeneration auch bei starkem Wind und Minusgraden zuverlässig funktioniere.

Die Drohnenpiloten agieren dabei wie Hochleistungssportler. Durch die FPV-Brille müssen sie innerhalb von Millisekunden auf die Bewegungen der Athleten reagieren. Die Technik solle laut OBS dafür sorgen, dass der Zuschauer das Gefühl bekomme, selbst durch den Eiskanal zu rasen. Dieser „Videospiel-Effekt“ sei bewusst gewählt, um den Sport moderner und greifbarer zu machen. Die Winterspiele 2026 markieren damit den endgültigen Durchbruch der FPV-Technik im professionellen Sport-Broadcasting.


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