Garmin bringt die Fenix 9 – doch ausgerechnet die spannendsten Funktionen fehlen

Garmin Fenix 9 und Fenix 9 Pro sind da: Das ist neu, das kosten die Modelle – und diese erwarteten Funktionen fehlen.


Garmin hat die Fenix 9 und Fenix 9 Pro vorgestellt. Die neue Generation der Multisport-Smartwatch erscheint erneut in drei Gehäusegrößen, bringt hellere Displays und mehr Speicher mit. Deutlich stärker als bisher grenzt Garmin allerdings die Pro-Version ab: Sie bekommt erstmals ein komplett aus Titan gefertigtes Gehäuse und ist in der inReach-Variante mit LTE- und Satellitenkommunikation ausgestattet. Vorgängermodelle hatten bereits einzelne Titan-Bauteile wie Lünette und Gehäuseboden. Neu ist, dass bei der Pro-Serie nun das komplette Gehäuse aus dem Material besteht. Wer aber auf einen im Vergleich zum Vorgänger großen Sprung wie Muscle-Battery-Sensor, Micro-LED, Triband-GNSS oder Blutdruckmessung gehofft hatte, wird enttäuscht.

Fenix 9
Nach Monaten voller Leaks ist es offiziell: Garmin bringt die Fenix 9 und Fenix 9 Pro.

Fenix 9: Display, Speicher, Karten

Die reguläre Fenix 9 gibt es mit 43, 47 und 51 mm großem Gehäuse. Also den gleichen Größen wie bei den Vorgängern. Garmin setzt auf AMOLED-Touchscreens, die nach Herstellerangaben doppelt so hell sind wie bei der Fenix 8. Saphirglas und wasserdichte Metalltasten gehören ebenfalls zur Ausstattung, Tauchgänge sind bis zu einer Tiefe von 40 Metern möglich. Der interne Speicher wächst ferner auf 64 GByte und bietet damit doppelt so viel Platz wie beim Vorgänger.

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Garmin hat außerdem die Kartendarstellung überarbeitet. 50 Prozent mehr Arbeitsspeicher und eine leistungsfähigere Karten-Engine sollen sicherstellen, dass sich Kartenausschnitte bis zu 30 Prozent schneller verschieben lassen. Neu ist zudem eine Perspektivansicht, die das vorausliegende Gelände übersichtlicher darstellen soll.

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Fenix 9 Pro mit Titan-Gehäuse

Bei der Fenix 9 Pro fällt die Abgrenzung zur normalen Ausführung deutlich stärker aus. Erstmals besteht bei einer Fenix das komplette Gehäuse aus Titan statt nur Lünette und Rückseite. Erstaunlicherweise ist die Titan-Version aber zum Teil schwerer als die “normale” Fenix 9. Laut Internetseite wiegt etwa die normale Fenix 9 47 mm in Schwarz/Carbongrau 53 Gramm , während die Pro-Variante in derselben Größe 56 Gramm wiegt. Die AMOLED-Displays erreichen wie erwähnt bis zu 3.000 Nits. Bei der 51-mm-Version wächst die Bildschirmdiagonale zudem auf 1,5 Zoll.

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Alternativ gibt es Pro-Versionen mit MIP-Display und Solar-Ladelinse. Die integrierte LED-Taschenlampe der Pro-Modelle beherrscht neben Weiß und Rot nun auch Grün. Bei der Konkurrenz, etwa Modellen von Amazfit, Suunto und Coros, gehört ein grüner Lichtmodus allerdings schon länger zum Standard. Neu ist außerdem, dass es die Pro-Varianten erstmals auch in 43 mm gibt, bislang waren die Topmodelle den größeren Gehäusen vorbehalten.

Fenix 9 Pro mit inReach: Satellit und LTE ohne Smartphone

Technisch für Abenteuer besonders interessant sind vor allem die Pro-Varianten mit integrierter inReach-Technik. Sie können über LTE und Satellit kommunizieren, ohne dass dafür ein Smartphone dabei sein muss. Unterstützt werden unter anderem Telefonie, Textnachrichten und SOS-Rufe an die rund um die Uhr besetzte Garmin-Notfallzentrale Garmin Response. LiveTrack und die neue Locate-Funktion arbeiten über LTE, Wettervorhersagen lassen sich auch per Satellit empfangen.

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Erstmals bietet Garmin inReach für alle drei Fenix-Größen von 43 bis 51 mm an. Für die reguläre Nutzung ist allerdings ein kostenpflichtiges Abonnement erforderlich und zusätzlich die Garmin-Messenger-App (die kein Mensch nutzt). Immerhin: SOS-Nachrichten bleiben laut Garmin nach Pausieren eines Tarifs bis zu zwölf Monate lang kostenfrei möglich.

Neue Softwarefunktionen für alle Modelle

Neue Softwarefunktionen erhalten alle drei Baureihen. Mit Garmin Epic lassen sich Aktivitäten etwa über mehrere Tage, Wochen oder Monate in Garmin Connect zu einer gemeinsamen Tour beziehungsweise Geschichte zusammenfassen und mit Fotos ergänzen. Die erweiterten Stamina-Funktionen sollen anhand der Trainingshistorie ferner die Entwicklung der Ausdauer besser darstellen und bei der Belastungssteuerung während eines Wettkampfs helfen. Neu ist außerdem eine VO2max-Erfassung beim Indoor-Rudern.

Übrigens: Der offizielle Garmin-Blogpost und die Pressemitteilung führen Garmin Epic, die erweiterten Stamina-Funktionen und die VO2max-Erfassung beim Indoor-Rudern ausdrücklich als neue Funktionen der Fenix-9-Serie. Eine Ankündigung, dass sie per Update auch auf die Fenix 8 kommen, gibt es bislang nicht.

Update: Laut DC Rainmaker kommen Garmin Epic, die erweiterten Stamina-Funktionen, die Rucking-Erweiterungen und die neuen Indoor-Rudern-Messwerte (inkl. VO2max) auf praktisch die gesamte aktuelle GarminOS-Plattform: Fenix 8 (alle Varianten), Enduro 3, Tactix 8, Forerunner 970/570, Fenix E-Serie, Venu X1 – teils auch Venu 5 und Vivoactive 6. Laut Ray Maker ist das ein Kurswechsel für Garmin: Bisher verloren ältere Baureihen bei einem Generationswechsel den Anschluss (Fenix 6 bekam keine Fenix-7-Features etc.), jetzt läuft erstmals ein Großteil der Software geräteübergreifend.

Fenix-9-exklusiv bleiben laut DC Rainmaker nur die neue Perspektivansicht, das schnellere Kartenschwenken/-zoomen (hängt an der neuen Map-Engine + mehr Speicher), die umbenannten “Dynamic Battery”-Modi sowie das neue Bogenschießen-Feature ArcheryX.

Fenix 9: Preise und Verfügbarkeit

Die Fenix 9 ist ab sofort ab 1.000 Euro (43 / 47 mm) erhältlich. Die Fenix 9 Pro beginnt bei 1.100 Euro und geht mit inReach in 51mm bis zu 1.300 Euro.

Erste Einschätzung Fenix 9

Die Vorstellung bei YouTube fiel unspektakulär aus. Kein Wunder. Denn auch technisch bleibt die Fenix 9 näher an der Evolution als an der Revolution. Titan-Gehäuse, 3.000 Nits und ein grüner Taschenlampen-Modus sind nette Detailverbesserungen, wirken angesichts der (zum Teil deutlich günstigeren) Konkurrenz, die diese Features längst bieten, aber wenig aufregend.

Auch bei den neuen Funktionen bleibt die Zielgruppe übersichtlich: inReach-Satellitenkommunikation, detailliertere Karten und ein paar zusätzliche Trainingsmetriken dürften vor allem Extremsportler sowie Abenteurer in entlegenen Regionen interessieren. Für die breite Masse der Fenix-Käufer dürfte sich im Alltag dagegen wenig ändern.

Und ausgerechnet die Funktionen, die im Vorfeld für Kribbeln gesorgt hatten, fehlen komplett: Weder der gemunkelte Muscle-Battery-Sensor zur Muskel-Sauerstoffmessung noch das von der Fenix 8 Pro bekannte MicroLED-Display oder ein Blutdruck-Trend-Tracking haben es in die finale Serie geschafft. Das Gleiche gilt für das Tri-Band-GNSS für Zentimeter-genaue Positionsbestimmung, das auch nicht an Bord ist. Unterm Strich auf den ersten Blick ein unspektakuläres Update.


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