Apple abgehängt? Huawei bringt Diabetes-Check auf die Smartwatch

Spannendes Experiment: Huawei testet in einer Pilotstudie, ob Wearables per Lichtsensor ein Diabetes-Risiko aufspüren können.

Diabetes Smartwatch

Huawei lotet im Jahr 2026 die Grenzen der Sensorik bei Wearables aus, bewegt sich dabei jedoch noch in einem frühen Forschungsstadium. Für die Huawei Watch GT 6 Pro testet das Unternehmen ein Software-Feature, das ein potenzielles Diabetes-Risiko identifizieren soll. Dabei verfolgt Huawei einen anderen technologischen Ansatz als Wettbewerber wie Apple oder Samsung. Während letztere seit geraumer Zeit an der direkten, nicht-invasiven Glukosemessung mittels optischer Absorptionsspektroskopie forschen, setzt Huawei auf die Auswertung bereits vorhandener Sensordaten zur Erstellung eines Risikoprofils.

Diabetes: Statistische Analyse statt direkter Messung

Das Verfahren basiere auf der sogenannten Photoplethysmographie (PPG). Die optischen Sensoren der Smartwatch, die üblicherweise für die Herzfrequenzmessung genutzt werden, erfassen dabei Volumenänderungen des Blutstroms. Huawei versuche nun, aus diesen Daten Mustervariationen abzuleiten, die statistisch mit einem erhöhten Diabetes-Risiko korrelieren könnten. Wichtig: Es handelt sich hierbei ausdrücklich nicht um eine Messung des Blutzuckerspiegels, sondern um ein rein präventives Vorscreening-Tool, das Nutzer bei auffälligen Werten zu einer klinischen Untersuchung anhalten solle.

Huawei 6 GT Pro
Die Huawei 6 GT Pro könnte eine der ersten Smartwatches sein, die eine Diabetes-Erkennung erhalten. © OutdoorMonster

Technologisch ist dieser Ansatz strikt von den Forschungsbemühungen der Konkurrenz zu trennen. Während Samsung zuletzt Fortschritte bei der direkten Überwachung von Glukosewerten für die Galaxy Watch meldete, nutzt Huawei die bestehende Hardware für eine softwareseitige Risiko-Einschätzung von Diabetes. Inwieweit diese statistischen Ableitungen aus PPG-Daten im Alltag eine verlässliche Früherkennung ermöglichen, ist wissenschaftlich noch Gegenstand aktiver Forschung und nicht abschließend belegt.

Eingeschränkter Testbetrieb in Pilotregionen

Zur Validierung der Algorithmen kooperiert Huawei mit Dubai Health. In einer Pilotstudie mit rund 150 Teilnehmern wird derzeit untersucht, wie akkurat die Risiko-Einschätzungen unter realen Bedingungen ausfallen. Aufgrund dieses Forschungscharakters ist die Diabetes-Erkennung aktuell noch nicht als finales Medizinprodukt für den globalen Markt eingestuft.

Konkret bleibt der Zugriff bleibt vorerst auf Nutzer in China sowie der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA) beschränkt. Zudem ist für die Nutzung eine aktive Teilnahme am Studienprogramm erforderlich. Für den europäischen Markt liegen bislang keine Informationen über eine mögliche Einführung vor. Ein Release in der EU würde neben erfolgreichen Studienergebnissen auch eine umfangreiche Zertifizierung als Medizinprodukt voraussetzen. Damit bleibt die Diabetes-Erkennung vorerst ein regional begrenztes Experiment innerhalb der Wearable-Branche.

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Fazit: Ein Schritt Richtung Prävention

Auch wenn die Technologie noch am Anfang steht und klinische Langzeitstudien ausstehen, ist der Vorstoß ein positives Signal für die Zukunft der digitalen Vorsorge. Die Möglichkeit, rein softwarebasiert ein Bewusstsein für potenzielle Stoffwechselrisiken zu schaffen, könnte die Hürde für den Gang zum Arzt deutlich senken. Wenn Wearables künftig dazu beitragen, die hohe Dunkelziffer unentdeckter Diabetes-Fälle zu reduzieren, könnten Smartwatches massiv an Relevanz als tägliche Gesundheitsbegleiter gewinnen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie schnell diese Forschungsprojekte den Weg in den europäischen Alltag finden.


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