Diese neue Powerstation müsst Ihr nicht gleich in der richtigen Größe kaufen

Jackery zeigt zur IFA 2026 drei neue erweiterbare Powerstations. Der Explorer 1000 Plus v2 wächst von 1.024 Wh auf bis zu 11 kWh.


Wer beim Camping mit einer Powerstation startet, kennt das Problem: Am Anfang reichen Kühlschrank, Licht und Smartphones, später kommen vielleicht Kaffeemaschine, E-Bikes oder längere Touren ohne Landstrom dazu. Dann wird aus dem vermeintlich ausreichend großen Stromspeicher schnell ein Modell, das nicht mehr zum eigenen Energiebedarf passt.

Jackery will genau dieses Problem mit einer neuen Generation erweiterbarer Powerstations lösen. Zur IFA 2026 bringt das Unternehmen den Explorer 1000 Plus v2, Explorer 2000 Plus v2 und Explorer 3600 Plus nach Berlin. Die drei Modelle starten zwischen gut einer und rund dreieinhalb Kilowattstunden Speicherkapazität und lassen sich über zusätzliche Akkus deutlich erweitern. Beim größten Modell sollen so bis zu 21 kWh möglich sein.

Power-Bundle. Die 2000 Plus v2, Packs und Panel. © Jackery

Gerade für Camper dürfte allerdings das kleinste Modell der neuen Familie interessanter sein. Denn der Explorer 1000 Plus v2 beginnt mit 1.024 Wh und wiegt laut Jackery nur 10,8 Kilogramm – kann später aber bis auf 11 kWh Speicherkapazität wachsen.

Explorer 1000 Plus v2: 1.024 Wh werden auf Wunsch zu 11 kWh

Der neue Jackery Explorer 1000 Plus v2 besitzt eine Grundkapazität von 1.024 Wh und stellt dauerhaft bis zu 1.800 Watt bereit. Kurzzeitig nennt Jackery eine Spitzenleistung von 3.600 Watt. Damit bewegt sich die Powerstation in einem Bereich, der für viele typische Campinggeräte ausreichen dürfte – etwa Kühlbox, Kaffeemaschine oder kleinere Kochgeräte, sofern deren Leistungsaufnahme innerhalb der Grenzen bleibt.

Interessanter als die reine Ausgangsleistung ist allerdings die Erweiterbarkeit. Zusätzliche Battery Packs sollen die Kapazität von 1.024 Wh auf bis zu 11 kWh erhöhen. Damit kann aus einer vergleichsweise kompakten Powerstation später ein erheblich größerer Stromspeicher werden, ohne dass von Beginn an die größte Variante gekauft werden muss.

Ein großer Wurf: Die kleine 1000 Plus v2 plus Battery Pack und Panel. © Jackery

Auch beim Gewicht bleibt der Einstieg überschaubar. Jackery nennt 10,8 Kilogramm und Abmessungen von rund 31,4 × 20,1 × 23,4 Zentimetern. Für den Transport vom Fahrzeug zum Stellplatz ist das eine Größenordnung, die deutlich angenehmer erscheint als bei den großen Modellen der Familie.

Jackery setzt auch beim 1000 Plus v2 auf LiFePO4-Zellen. Laut den uns vorliegenden Produktinformationen sollen nach 6.000 Ladezyklen noch 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität verfügbar sein. Eine Garantie von drei Jahren lässt sich nach Herstellerangaben um weitere zwei Jahre verlängern.

Der Unterschied zum Explorer 1000 v2 ist größer als 300 Watt

Interessant wird der neue Plus vor allem im direkten Vergleich mit dem ebenfalls aufgeführten Explorer 1000 v2. Beide Powerstations besitzen 1.024 Wh Grundkapazität und sind fast gleich groß.

Der Explorer 1000 v2 liefert allerdings 1.500 Watt Dauerleistung, der 1000 Plus v2 kommt auf 1.800 Watt. Gleichzeitig beträgt der Gewichtsunterschied laut Jackery lediglich rund 200 Gramm: 10,6 gegenüber 10,8 Kilogramm.

Der wesentlich wichtigere Unterschied steckt jedoch im Akkukonzept. Während Jackery den Explorer 1000 Plus v2 mit einer möglichen Erweiterung auf bis zu 11 kWh ausweist, wird diese Möglichkeit beim normalen Explorer 1000 v2 in den vorliegenden Unterlagen nicht genannt.

Wer beim Camping dauerhaft mit ungefähr einer Kilowattstunde auskommt, braucht diese Reserve möglicherweise nie. Wer allerdings später einen größeren Strombedarf erwartet, könnte mit dem Plus-Modell flexibler bleiben. Ob sich das finanziell lohnt, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen: Preise für die neue Plus-Generation nennt Jackery bislang nicht.

Explorer 2000 Plus v2 wächst bis auf rund 12 kWh

Eine Klasse darüber startet der Explorer 2000 Plus v2 mit 2.048 Wh. Seine Dauerleistung steigt auf 2.400 Watt, kurzfristig sollen bis zu 4.800 Watt möglich sein. Über zusätzliche Akkus lässt sich die Kapazität laut Jackery auf rund 12 kWh erweitern.

Die 2000 Plus v2 samt Battery Pack. © Jackery

Mit 18,8 Kilogramm wird daraus bereits eine Powerstation, die man nicht mehr freiwillig über längere Strecken trägt. Im Camper oder Wohnmobil fällt das Gewicht dagegen weniger stark ins Gewicht, zumal 2.400 Watt genügend Leistungsreserve für viele Geräte bieten, die kleinere Powerstations bereits an ihre Grenzen bringen können.

Auch hier lohnt der Vergleich mit dem normalen Explorer 2000 v2. Der besitzt ebenfalls 2.048 Wh, wiegt mit 18,5 Kilogramm praktisch genauso viel, liefert aber 2.200 statt 2.400 Watt. Die Erweiterbarkeit ist erneut der entscheidende Unterschied: Beim 2000 Plus v2 nennt Jackery bis zu rund 12 kWh Gesamtkapazität.

Explorer 3600 Plus: Bis zu 21 kWh, aber 35 Kilogramm schwer

Am oberen Ende der neuen Familie steht der Explorer 3600 Plus. Bereits die Powerstation selbst speichert 3.584 Wh und liefert 3.600 Watt Dauerleistung. Die Spitzenleistung gibt Jackery mit 7.200 Watt an.

Mit Erweiterungsakkus sollen sich insgesamt bis zu 21 kWh erreichen lassen. Das ist eine Größenordnung, bei der sich der Einsatz deutlich vom klassischen Campingwochenende weg und in Richtung längerer autarker Aufenthalte oder Notstromversorgung zuhause verschiebt.

Mobil bleibt das System dabei nur noch eingeschränkt. Schon die Basisstation wiegt laut Jackery 35 Kilogramm und misst etwa 38,5 × 30,9 × 49,1 Zentimeter. Zum Vergleich: Der Explorer 1000 Plus v2 bringt weniger als ein Drittel davon auf die Waage.

Auch beim Explorer 3600 Plus setzt Jackery auf LiFePO4-Zellen und nennt 6.000 Ladezyklen bis zu einer Restkapazität von 70 Prozent.

Jackery baut gleichzeitig die komplette Powerstation-Palette aus

Die Plus-Modelle sind nur ein Teil der neuen Produktpalette, die Jackery rund um die IFA zeigt. In den uns vorliegenden Unterlagen tauchen außerdem der Explorer 3000 v2, Explorer 2000 v2, Explorer 1000 v2, Explorer 500 v2, Explorer 300 D und Explorer 100 Plus auf.

Damit reicht das Spektrum von 99,2 Wh beim kleinen Explorer 100 Plus bis zu mehreren Kilowattstunden bei den großen Modellen. Jackery versucht damit offensichtlich, sehr unterschiedliche Einsatzbereiche mit einer abgestuften Produktfamilie abzudecken – vom Laden kleiner Elektronik bis zum umfangreichen Stromspeicher für Camper, Wohnmobile oder die Notstromversorgung.

Parallel dazu zeigt das Unternehmen neue beziehungsweise überarbeitete Solarmodule. Genannt werden unter anderem ein 40-Watt- und ein 100-Watt-Air-Modul sowie das SolarSaga 200W. Die beiden Air-Modelle sollen nach Herstellerangaben einen Wirkungsgrad von 23 Prozent erreichen, beim 200-Watt-Modul werden 25 Prozent genannt. Alle drei führt Jackery mit IP68-Schutz.

Noch fehlen die entscheidenden Preise

Technisch ist die Richtung der neuen Plus-Serie bereits ziemlich klar: Statt beim Kauf möglichst genau abschätzen zu müssen, wie viel Speicher später benötigt wird, können Nutzer zunächst kleiner einsteigen und zusätzliche Akkus ergänzen.

Wie attraktiv dieses Konzept tatsächlich wird, entscheidet allerdings der Preis. Jackery hat bislang weder für den Explorer 1000 Plus v2 noch für den 2000 Plus v2 oder 3600 Plus eine UVP genannt. Auch die Preise der Battery Packs fehlen in den bisher vorliegenden Informationen.

Gerade beim Explorer 1000 Plus v2 dürfte dieser Punkt entscheidend werden. Mit 10,8 Kilogramm, 1.800 Watt Leistung und 1.024 Wh Grundkapazität bleibt er für Camping und Vanlife interessant, während die Erweiterbarkeit auf bis zu 11 kWh ungewöhnlich viel Spielraum für später bietet. Kostet diese Flexibilität allerdings deutlich mehr als beim normalen Explorer 1000 v2, müssen Käufer genauer rechnen.

Jackery will die neue Plus-Generation vom 4. bis 8. September 2026 auf der IFA in Berlin zeigen. Die offizielle Präsentation ist für den 4. September am Jackery-Stand in Halle 2.2 geplant. Spätestens dann dürften weitere Details zu Preisen, Verkaufsstart und den verfügbaren Erweiterungsakkus folgen.

Bis dahin ist die spannendste Erkenntnis weniger die maximale Leistung als das neue Größenprinzip: Jackery macht aus einer Powerstation zunehmend ein System, das mit dem eigenen Strombedarf wachsen kann.


Das könnte auch interessant sein