Auf der CMT 2026 in Stuttgart (17. bis 25. Januar) bringt LIONTRON frische Technik für alle mit, die im Reisemobil mehr Autarkie wollen – ohne beim Einbau gleich das halbe Fahrzeug umzubauen. In Halle 10, Stand 10H53 zeigt der Hersteller neben seiner bekannten Palette an Aufbaubatterien gleich mehrere Neuheiten: zwei komplett neu entwickelte Lithium-Akkus mit prismatischen Zellen (100 Ah und 300 Ah), eine neue Untersitzbatterie mit 720 Ah, sowie ein Softwarepaket, das die Batterie in Richtung „digitale Bordstrom-Zentrale“ schiebt.
OutdoorMonster ist auf der CMT vor Ort und nimmt die neuen Lösungen genau unter die Lupe – mit Blick darauf, was im Campingalltag wirklich zählt: Platz, Gewicht, Wintertauglichkeit, Monitoring, Integration in vorhandene Bordtechnik.

Prismatische 100 Ah und 300 Ah: leichter, stapelbar, durchdacht verkabelt
Die beiden neuen Akkus (100 Ah und 300 Ah) setzen auf prismatische Lithium-Zellen und richten sich an den typischen Ausbau-Alltag: wenig Platz, viele Kabel, unterschiedliche Verbraucher. Praktisch klingt vor allem der integrierte Dual-Plus- und Minuspol. Das kann die Verkabelung mit Ladeboostern, Solarreglern oder Wechselrichtern vereinfachen, weil nicht alles über einen einzigen Anschluss „gestapelt“ werden muss.
Für den Einbau relevant: Die Akkus sind nach IP67 gegen Wasser und Staub geschützt. Zusätzlich ist Bluetooth integriert, um Lade- und Verbrauchsdaten per LIONTRON Multi App auszulesen. Optional ist eine CAN-Bus-Schnittstelle vorgesehen, um die Batterie sauber in Bordnetz-Systeme einzubinden.
Ein Punkt, der im Winter richtig wichtig wird: die „Arctic“-Funktion. LIONTRON nennt einen Betrieb bis -30 °C. Dafür sind Heizelemente im System, die allerdings nur dann arbeiten, wenn Ladestrom anliegt. Das ist eine sinnvolle Logik: Die Batterie „verheizt“ nicht ihre eigene Energie für Wärme, sondern nutzt externe Energie (zum Beispiel vom Ladebooster oder Landstrom), um die Zellen beim Laden über dem Gefrierpunkt zu halten. Gerade wer im unbeheizten Batteriefach installiert, bekommt damit mehr Flexibilität.
Für die 100-Ah-Version werden konkrete Daten genannt: 10,75 kg Gewicht, 1.280 Wh Energieinhalt und eine mögliche Entladung bis 250 A. Das ist interessant für alle, die viel Leistung kurzzeitig abrufen (Wechselrichterbetrieb, Kaffeemaschine, Induktion), aber nicht gleich riesige Batteriebänke verbauen wollen.
720 Ah unter dem Sitz: viel Energie, wenig Raum
Die zweite große Neuheit ist die 720 Ah LiFePO4-Untersitzbatterie. LIONTRON positioniert sie für Fälle, in denen im Campervan oder Expeditionsmobil wenig Platz bleibt, aber die Stromliste lang ist: Heizung, Kompressor-Kühlschrank, Router/Starlink, Licht, Ladegeräte, und häufig ein Wechselrichter für 230-Volt-Verbraucher.

LIONTRON nennt einen Energieinhalt von 9,2 kWh. Das ist eine Größenordnung, bei der Autarkie nicht mehr nur „Wochenende ohne Landstrom“ bedeutet, sondern je nach Setup und Verbrauch auch mehrere Tage realistisch werden können. Besonders fürs Wintercamping ist das relevant, weil im Winter nicht nur der Strombedarf steigt (Heizungslüfter, längere Lichtzeiten), sondern Solarertrag oft einbricht.
Wichtig ist hier wieder die Arctic-Funktion, denn klassische LiFePO4-Batterien sollten bei Frost nicht geladen werden. Das Heizelement-Konzept soll genau dieses Problem abfedern, wenn Ladestrom anliegt.
LIONTRON nennt zudem die Passform „unter dem Sitz“ für Fiat Ducato und baugleiche Modelle wie Peugeot Boxer und Citroën Jumper. Für viele Ausbauten ist das der attraktivste Einbauort, weil Stauraum und Zuladung unter dem Sitz oft besser planbar sind als im Heck oder in Schränken.
EKOcast: Batterie wird digitaler und lässt sich stärker ins Bordnetz einbinden
Neben Hardware zeigt LIONTRON mit EKOcast ein Kommunikations- und Sicherheitskonzept für LiFePO4-Batterien mit Bluetooth. Ziel ist eine „digitalere“ Aufbaubatterie: mehr Kontrolle, bessere Integration, mehr Geräte gleichzeitig verbunden.

Das Update läuft über die LIONFlash App, die die Software direkt auf die Batterie spielt. Danach sollen sich beliebig viele Displays und Endgeräte gleichzeitig verbinden lassen. Zusätzlich nennt LIONTRON Fernwartung und Updates per Smartphone oder Tablet.
Praktisch klingt auch die Aussage, dass Daten von bis zu 10 Batterien weiterhin in der Multi App sichtbar sind – und künftig auch über das Internet, wenn das System entsprechend angebunden ist. Für alle, die gern eine zentrale Visualisierung im Fahrzeug nutzen (Display im Armaturenbrett, Tablet an der Wand, Steuerzentrale im Schrank), ist genau diese „Daten überall“-Idee oft der entscheidende Komfortgewinn.
PIN-Schutz: sinnvoll, wenn mehrere Hände am System sind
Ein Detail, das im Campingalltag überraschend relevant sein kann, ist der neue PIN-Schutz gegen Fremdzugriff. LIONTRON will damit verhindern, dass unbefugte Personen Einstellungen verändern, die Lebensdauer oder Funktion beeinflussen könnten.

Das ist vor allem in drei Situationen interessant:
- Werkstatt- oder Servicebesuche, bei denen Geräte gekoppelt werden
- Fahrzeuge mit Vermietung oder wechselnden Nutzern
- Ausbauten, bei denen mehrere Personen Zugriff auf die Apps haben
Der PIN wird nach einem Software-Update gesetzt, die Batterie bleibt danach „digital verriegelt“, bis die Berechtigung wieder stimmt.

Einschätzung: Für wen sich welche Neuheit lohnt
Die prismatischen 100/300-Ah-Akkus wirken vor allem für klassische Selbstausbauten spannend: leichter, robuster (IP67), bessere Verkabelung, App-Überwachung und optionaler CAN-Bus. Das ist genau das Paket, das den Einbau weniger fummelig machen kann.
Die 720-Ah-Untersitzbatterie ist dagegen ein Produkt für klare Anforderungen: hoher Energiebedarf, wenig Platz, und idealerweise ein Setup, das regelmäßig Ladestrom liefert (Fahren, Landstrom, starke Solar-/Ladeinfrastruktur). Dann kann die Kombination aus großer Kapazität und Arctic-Funktion besonders fürs Wintercamping interessant werden.
EKOcast und PIN-Schutz sind die Software-Seite derselben Idee: weniger „Black Box“, mehr Kontrolle. Ob das im Alltag wirklich so gut funktioniert wie angekündigt, wird im Test entscheidend sein – gerade bei Stabilität, App-Handling und Integration in vorhandene Bordtechnik.
