Wer einen Hochdachkombi oder kleineren Van im Alltag fährt und nur am Wochenende zum Camper machen möchte, kennt das Problem: Ein fester Ausbau nimmt Platz weg, eine komplette Campingbox muss nach der Tour erst einmal aus dem Auto – und anschließend irgendwo untergebracht werden. QUQUQ verfolgt mit seinem neuen CORE System deshalb einen anderen Ansatz: Statt einer großen Box werden Bett, Küche, Wasser, Kühlung und Stauraum auf mehrere transportable Bausteine verteilt.
Das Spannende daran ist weniger ein einzelnes Modul als das Gewicht des gesamten Systems. Das klappbare Bettgestell BOARD bringt laut QUQUQ 18 Kilogramm auf die Waage, die vier Funktionsmodule zusammen weitere 13 Kilogramm. Damit lässt sich ein komplettes Reise-Setup mit gut 30 Kilogramm Gesamtgewicht theoretisch von einer Person zum Auto bringen. Ob das tatsächlich so unkompliziert funktioniert, wie es auf den Bildern aussieht, werden wir uns auf dem Caravan Salon in Düsseldorf persönlich ansehen.

Statt einer großen Campingbox gibt es fünf Bausteine
Ganz neu ist die Idee einer herausnehmbaren Campinglösung natürlich nicht. QUQUQ selbst bietet seine klassische All-in-one-Campingbox bereits seit vielen Jahren an und will diese auch weiterhin im Programm behalten. CORE ergänzt das Konzept nun um eine deutlich modularere Alternative.
Im Mittelpunkt steht das BOARD genannte Bettgestell. Zusammengeklappt ist es lediglich 12,5 Zentimeter hoch und wiegt 18 Kilogramm. Die erste Variante ist für Hochdachkombis und kleinere Vans vorgesehen. Welche Fahrzeuge konkret kompatibel sind, geht aus den bislang vorliegenden Unterlagen allerdings nicht hervor.
Unter dem Bett bleibt Platz für die sogenannten CUBES. Dabei handelt es sich um einzelne Funktionsmodule auf Basis des Eurobox-Formats, die je nach Reise zusammengestellt werden können. Vorgesehen sind Module zum Kochen, Waschen, Kühlen und Lagern. Wer nur für eine Nacht losfährt, muss also nicht zwangsläufig die komplette Ausstattung mitnehmen.
Vier Boxen werden zum mobilen Camping-Setup
Interessant wird CORE vor allem dort, wo Campingausrüstung nicht dauerhaft im Auto bleiben soll. Die vier CUBES lassen sich laut QUQUQ zu einem schmalen Turm stapeln und mit dem WHEELY genannten Transportroller bewegen. Auf einem der Pressefotos zieht eine Person sämtliche vier Module hinter sich her und trägt gleichzeitig das zusammengeklappte Bettgestell. Laut Bildunterschrift verteilen sich dabei 18 Kilogramm auf das BOARD und 13 Kilogramm auf die Rollen.
Damit adressiert QUQUQ ein ziemlich alltägliches Problem: Nicht jeder Minicamper-Besitzer besitzt eine Garage oder einen großen Keller, in dem außerhalb der Saison eine komplette Campingbox verschwinden kann. Das flache BOARD soll beispielsweise unter einem Bett gelagert werden können, während sich die einzelnen CUBES getrennt im Keller oder in einer Ecke verstauen lassen. Ob das zuhause wirklich so platzsparend funktioniert, hängt natürlich von der jeweiligen Zusammenstellung ab.
Kocher, Wasser und Kühlbox stecken in den CUBES
Die Module sind dabei mehr als einfache Aufbewahrungsboxen. Auf den Pressebildern ist unter anderem eine ausklappbare Arbeitsfläche zu sehen, die als kleine Outdoor-Küche dienen kann. QUQUQ nennt außerdem einen Edelstahlkocher mit Piezo-Zündung sowie ein Wassermodul mit zehn Litern Frischwasser und Akku-Wasserhahn. Für Lebensmittel und Getränke ist eine passive Kühlbox mit 26 Litern Volumen vorgesehen.

Gerade die modulare Aufteilung könnte einen weiteren Vorteil haben: Die CUBES sind nicht zwingend an das BOARD gebunden. QUQUQ sieht sie beispielsweise auch für Reisen mit Dachzelt oder andere Outdoor-Aktivitäten vor. Damit wäre es möglich, für verschiedene Touren dieselben Module zu verwenden, anstatt für jede Reiseart eine eigene Campingausstattung zusammenzustellen.
Entscheidend wird, wie schnell der Umbau wirklich klappt
Auf den Pressebildern sieht das Konzept angenehm unkompliziert aus: BOARD ins Fahrzeug, Module darunter, Matratze darauf – fertig ist der Minicamper. Genau an diesem Punkt beginnt für uns allerdings der interessante Teil.
QUQUQ spricht von einem Einbau mit wenigen Handgriffen und davon, dass eine Person das komplette System transportieren und installieren kann. Das sind bislang Herstellerangaben, die wir noch nicht selbst überprüfen konnten.
Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf wollen wir uns CORE deshalb genauer ansehen. Interessant sind für uns vor allem das tatsächliche Handling des 18 Kilogramm schweren BOARD, der Platzbedarf im zusammengeklappten Zustand, die Stabilität des Bettes und die Frage, wie sinnvoll die einzelnen CUBES im Campingalltag angeordnet sind. Auch der Wechsel zwischen Alltagsauto und Minicamper dürfte darüber entscheiden, ob das modulare Konzept gegenüber einer klassischen Campingbox tatsächlich einen Vorteil bringt.
Ebenfalls offen sind derzeit zwei wichtige Punkte: Preis und konkrete Fahrzeugkompatibilität. In den uns vorliegenden Presseunterlagen nennt QUQUQ weder Preise für das komplette CORE System beziehungsweise die einzelnen Module noch eine konkrete Fahrzeugliste. Sobald wir das System in Düsseldorf gesehen haben, lässt sich deshalb deutlich besser einschätzen, für wen CORE tatsächlich eine interessante Alternative zum festen Ausbau oder zur klassischen Campingbox sein kann.
