Diese Dachzelte von der SEMA Motorshow habt Ihr noch nie gesehen!

Auf der SEMA Motorshow in Las Vegas zeigen internationale Hersteller Dachzelte, die man in Deutschland (noch) vergeblich sucht. 5 Modelle aus Kanada, Korea und den USA stechen dabei besonders hervor.

Dachzelte auf der SEMA

Die SEMA Motorshow in Las Vegas ist nicht nur ein Paradies für Tuning- und Offroad-Fans, sondern hat sich in den letzten Jahren auch zu einer Bühne für innovative Dachzelte entwickelt. Hier präsentieren Hersteller aus aller Welt ihre neuesten Kreationen – darunter einige Dachzelt-Marken, die auf dem deutschen Markt (noch) nicht verfügbar sind. Es ist nicht so, dass Dachzelte einen wichtigen Schwerpunkt der SEMA bilden, zahlenmäßig findet man vielleicht ein gutes Dutzend. Doch spannend sind sie auf jeden Fall. Im Folgenden stellen wir fünf dieser Dachzelt-Modelle vor, die wir auf der SEMA gesehen haben und in Deutschland derzeit nicht zu bekommen sind.

Amber Adventure – „The Cabin“ (Kanada)

Ein Highlight aus Kanada ist das Amber Adventure – The Cabin Dachzelt. Dieses Modell ist ein faltbares Hartschalen-Dachzelt aus Aluminium und bietet Platz für bis zu drei Personen. Es wurde speziell für raues Gelände und Familien konzipiert. Es kombiniert hohe Robustheit mit großem Innenraum – daher der Name „Cabin“. Die Aluminium-Hartschale lässt sich seitlich ausklappen und schafft so den Raum einer kleinen Kabine auf dem Dach. Stabile Gasdruckfedern unterstützen den Aufbau und machen das Aufstellen mühelos.

Im Inneren findet sich eine 2,5 Zoll dicke Memory-Foam-Matratze mit abnehmbarem Bezug für hohen Schlafkomfort. Zudem ist eine LED-Lichtleiste integriert, welche die Zeltkabine abends beleuchtet. Eingebaute Querstangen auf dem Dach erlauben die Mitnahme von zusätzlicher Ausrüstung wie Solarpanels oder Kajaks. Außerdem besitzt das Zelt verstellbare Öffnungen für Heizungs- und Klimageräte an beiden Seiten – ideal für Camping bei extremer Kälte oder Hitze. Amber Adventures „The Cabin“ ist ein Beispiel dafür, wie hochwertig und gut durchdacht Dachzelte außerhalb Europas sein können. Es dürfte sich in Bezug auf die Qualität an AluCab orientieren.

Marre – elektrisches Hub-Dachzelt (Südkorea)

Aus Südkorea stammt Marre Campingcar, ein Hersteller, der ein noch selten gesehenes, neuartiges Dachzelt-Konzept präsentiert: ein elektrisch betriebenes Hub-Dachzelt mit vier Armen. Statt herkömmlich per Hand aufgeklappt zu werden, fährt dieses Zelt auf Knopfdruck automatisch hoch und runter. Das Herzstück ist ein 4-Arm-Hubmechanismus, der einen stabilen, rechteckigen Aufbau ermöglicht.

Dieses System wurde speziell für die Montage auf Vans und Pick-up-Trucks entwickelt. Elektromotoren fahren das Dachzelt synchron nach oben und unten, was den Auf- und Abbau extrem komfortabel macht. Camping abends im Dunkeln oder bei schlechtem Wetter wird dadurch erheblich erleichtert. Durch die vier Hubarme entsteht im ausgefahrenen Zustand eine stehwändeartige, stabile Kabine auf dem Fahrzeugdach. Die Wände sind senkrecht und bieten volle Kopffreiheit über die gesamte Zeltfläche. Wind und Wetter trotzt dieses Design besser als manch klassisches Klappzelt, da die Konstruktion sehr verwindungssteif ist.

Dachzelte auf der SEMA
Der 4-Arm-Mechanismus voll entfaltet. @ Martin Zink

Marres E-Dachzelt ist groß dimensioniert und speziell dafür gedacht, auf Camper-Vans oder in Pick-up-Ladeflächen integriert zu werden. Es verwandelt z. B. einen Kastenwagen auf Knopfdruck in einen Camper mit Hochdach. Elektrische Dachzelte kennen wir übrigens auch bei ARB.

Roveroll – Teton Tri-Clam Hard Shell (USA)

Die Firma Roveroll aus den USA präsentierte auf der SEMA ihr Teton Tri-Clam Hard Shell Roof Top Tent, ein neuartiges Hartschalen-Dachzelt für SUVs. Der Name „Tri-Clam“ deutet es bereits an: dieses Zelt besitzt ein dreiteiliges Klappsystem, das an eine Muschel erinnert. Durch dieses raffinierte Falt-Design lässt sich das Zelt sehr kompakt zusammenklappen und bei Bedarf schnell aufklappen. Es bietet Schlafplatz für zwei bis vier Personen, je nach Zeltgröße.

Die geschlossene Außenhülle besteht aus robustem Aluminium und schützt das Zeltinnere im geschlossenen Zustand zuverlässig vor Witterung. Dach und Boden sind 20 mm dick und in Wabenstruktur gefertigt, was für hohe Stabilität und gute Isolation sorgt. Alle Verbindungen sind vollständig abgedichtet, damit kein Wasser eindringt. Das Zeltmaterial ist ein hochwertiges 280 g/m² Ripstop-Poly/Baumwoll-Gewebe. Dieses Material ist atmungsaktiv und gleichzeitig absolut wasserdicht. Für kalte Nächte ist eine Anti-Kondensationsmatte unter der Matratze enthalten, und abnehmbare Seitenwände halten Zugluft fern. Damit eignet sich das Zelt für 4-Jahreszeiten-Camping. Im Lieferumfang ist eine hochdichte Schaumstoffmatratze mit waschbarem Bezug enthalten.

Dachzelte auf der SEMA
Dicke Gummilippen schützen das Zelt. @ Martin Zink

Innen sorgen große Öffnungen mit Moskitonetzen für Belüftung sowie ein 12V-Lüfter für Luftzirkulation. Ein dimmbares LED-Lichtband erhellt den Innenraum, und ein integriertes Strompanel mit USB-Anschlüssen, 12V-Steckdose und Spannungsanzeige bietet modernen Komfort beim Camping. Dank des Tri-Clam-Mechanismus genügt es beim Aufbau lediglich seitliche Verschlüsse zu lösen. Danach entfaltet sich das Zelt nahezu selbstständig. Eine leichte, ausziehbare Alu-Leiter ermöglicht bequemen Einstieg. Trotz der soliden Bauweise wiegt das größte Modell nur etwa 65 bis 70 kg, was für ein voll ausgestattetes Hartschalenzelt dieser Größe bemerkenswert leicht ist.

Inspired Overland – Stargazer Duo (USA)

Einen echten Hingucker auf der SEMA lieferte Inspired Overland mit dem Modell „Stargazer Duo“. Dieses Hartschalen-Dachzelt füür zwei Personen erhielt wegen seines durchsichtigen Dachfensters aus Acrylglas, das einen ungestörten Blick auf den Sternenhimmel ermöglicht, viel Aufmerksamkeit. Das Zeltgehäuse besteht aus ultraleichtem Carbonfaser-Verbundmaterial und Aluminium, wodurch das Gesamtgewicht nur ca. 42 kg beträgt. Damit zählt es zu den leichtesten seiner Klasse. Solche Gewichte kennen wir in Deutschland nur von einem Modell von OLC und Decathlon. Das klare Acrylglas-Dach ist das zentrale Feature – schlafen unter dem Sternenhimmel vom Autodach aus, ohne auf Schutz verzichten zu müssen.

Trotz Transparenz ist das Material robust und in den Carbon-Rahmen integriert. Ein Verdunkelungsrollo innen sorgt bei Bedarf für Privatsphäre und Schatten am Morgen. Durch die Carbon-Hartschale wird das schon erwähnte Gewicht erreicht, was selbst auf kleineren Fahrzeugen das oft vorhandene Gewichtslimit kaum erreicht. Zudem ist das zusammengeklappte Zelt mit nur etwa 16 cm Höhe außerordentlich schlank. Das verbessert Aerodynamik und Optik. Inspired Overland verwendet ein neuartiges X-Scharniersystem, das es ermöglicht, die Dachschale beim Öffnen anzuheben und gleichzeitig nach oben wegzuschwenken.

Dachzelte auf der SEMA
@ Martin Zink

Das kennen wir von fast allen James Baroud Dachzelten. Dadurch wird innen mehr nutzbare Stehhöhe geschaffen, als ein klassisches Scharnier bieten würde. Das Ergebnis ist ein überraschend geräumiges Innenzelt mit etwa 2,15 m Längenausdehnung, 1,30 m Breite und 1,20 m Höhe trotz der flachen Bauweise. Das Zelt ist vierjahreszeitentauglich und besitzt eine isolierte Bodenmatte. Im Lieferumfang sind unter anderem eine aufblasbare Matratze sowie eine Teleskopleiter enthalten. Die Zeltplane besteht aus strapazierfähigem 2000D Oxford-Gewebe mit UV-Schutz.

Goverland – Z-Typ Dachzelt (Südkorea)

Aus Südkorea stammt Goverland, ein Hersteller, der vor allem für modulare Truck Camper bekannt ist, aber auch eigene Dachzelt-Konzepte entwickelt. Auf der SEMA wurde das Goverland Z-Type Rooftop Tent vorgestellt – ein hybrides Hard/Softshell-Dachzelt, das durch außergewöhnliche Flexibilität besticht. Das „Z“ im Namen weist auf die markante Faltmechanik hin: Dieses Zelt lässt sich in zwei Stufen öffnen – ähnlich dem Buchstaben Z. Dabei kombiniert es feste Hartwände mit ausklappbaren Zeltdach-Segmenten.

Dachzelte auf der SEMA
Seht Ihr auch das Z beim Z-Modell? @ Martin Zink

Das Z-Type bietet je nach Bedarf drei Nutzungsmodi. Im „Safe Mode“ wird nur ein Teil angehoben, wodurch ein vollständig geschlossener, harter Wohnraum entsteht – ideal für sehr kalte Winternächte oder stürmisches Wetter, da maximale Isolierung und Windstabilität gewährleistet sind. Im „Comfort Mode“ wird zusätzlich ein zweites, weiches Zeltdach aufgespannt, was die Innenhöhe und das Raumvolumen deutlich vergrößert. So entsteht ein erstaunlich großes Innenzelt mit etwa 1,9 m x 1,2 m Grundfläche bei 1,2 m Höhe, ausreichend für zwei Erwachsene und ein Kind. Daneben gibt es einen offenen Camping-Modus, bei dem alle Wände geöffnet werden können, um ein Gefühl von „Dachterrasse“ und maximale Luftigkeit zu schaffen. Die festen Elemente des Z-Type bestehen aus Fünfschicht-Sandwichpaneelen mit außen GFK, innen Schaum- und Verbundschichten. Diese Bauweise bietet exzellente Dämmung gegen Wärme, Kälte und Lärm sowie hohe Stabilität bei vergleichsweise geringem Gewicht.

In geschlossenem Zustand liegt das Zelt flach als niedriger Kasten mit nur etwa 20 cm Höhe auf dem Dach und trotzt dauerhaft der Witterung. Trotz der ausgefeilten Mechanik ist das Handling einfach – Gasdruckfedern unterstützen das Aufrichten der Elemente. Innen verfügt das Zelt über LED-Beleuchtung und mehrere Organizer-Taschen für Kleinkram. Optional sind z. B. Heizungssysteme integrierbar sowie anklippbare Vorzelte, um den Wohnraum nach außen zu erweitern. Das Zelt ist so konstruiert, dass es auf verschiedensten Fahrzeugtypen montiert werden kann – von SUVs über Pick-ups bis hin zu Vans.

Spannende Dachzeltideen in den USA

Generell empfanden wir die auf der SEMA ausgestellten Dachzelte als überaus spannend. Wir sind uns sicher, dass viele der Zelte, wie in Deutschland auch, ursprünglich in China gefertigt werden, doch das tut unserer Begeisterung keinen Abbruch. Denn die Qualität war bei unserem Besuch als gut zu beschreiben. Wir sind uns genauso sicher, dass einige der Zelte in den nächsten Jahren auch in Deutschland regulär erhältlich sein werden.


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