Wer schon einmal eine Soundboks 4 vom Camper bis zum Strand geschleppt hat, kennt die Kehrseite ihrer brachialen Leistung: Rund 16 Kilogramm trägt man nicht mal eben unter dem Arm spazieren. In unserem Test war genau das einer der wenigen echten Kritikpunkte. Die große Soundboks macht draußen enormen Druck, braucht aber Platz und jemanden, der sie dorthin trägt, wo die Party stattfinden soll.
Jetzt geht Soundboks genau dieses Problem an. Der neue Soundboks Rider wiegt nur 6,5 Kilogramm, misst 35 × 24 × 20 Zentimeter und soll trotzdem einen maximalen Schalldruckpegel von 118 dB erreichen. Damit wird aus dem bislang eher transportablen Party-System erstmals eine Soundboks, die sich tatsächlich einhändig vom Camper zum See, Strand oder Festival-Camp tragen lässt. Der Preis: 499 Euro, ausgeliefert wird laut Soundboks ab dem 17. September.

Fast zehn Kilo weniger als die Soundboks 4
Wie groß der Unterschied ist, zeigt der direkte Vergleich. Die von uns getestete Soundboks 4 bringt laut aktueller Herstellerangabe 16,1 Kilogramm auf die Waage und misst 66 × 43 × 32 Zentimeter. Dafür erreicht sie maximal 126 dB und setzt auf zwei 10-Zoll-Woofer. Der Rider begnügt sich mit einem 8-Zoll-Woofer und einem 1,2-Zoll-Hochtöner und erreicht maximal 118 dB.
Das klingt zunächst nach acht Dezibel Unterschied auf dem Datenblatt. Was das in der Praxis für Klang, Bass und Reichweite bedeutet, können wir allerdings erst nach einem eigenen Test beurteilen. Von der Soundboks 4 wissen wir dagegen ziemlich genau, was draußen passiert: In unserem Test blieb der Bass selbst unter freiem Himmel körperlich spürbar, während Vocals und Höhen auch bei höheren Pegeln klar erkennbar blieben. Genau an diesem Punkt wird ein späterer Vergleich mit dem Rider besonders spannend.
Für Camping ist der Rider auf dem Papier interessanter
Soundboks hat beim Gehäuse nicht einfach nur Material eingespart. Der Rider besitzt ein verstärktes ABS-Gehäuse mit Polycarbonat, Silikon-Kugelecken und abnehmbarem Stahlgitter. Mit IP66 ist er gegen Staub und kräftiges Strahlwasser geschützt. Einen integrierten Griff gibt es ebenfalls, zusätzlich lässt sich der separat angebotene Strap 2.0 befestigen.
Gerade für Camper ist das eine interessante Kombination. Unsere Soundboks 4 fährt problemlos im MonsterBulli mit und fühlt sich auf Festival-Wiesen, an Vanlife-Spots und bei größeren Outdoor-Partys zuhause. Für einen längeren Fußweg zum Strand oder See werden 16 Kilogramm allerdings schnell lästig. Mit 6,5 Kilogramm verändert der Rider genau diese Rechnung.
Ob der kleinere Lautsprecher deshalb ähnlich viel Spaß macht, steht auf einem anderen Blatt. Die 118 dB sind zunächst eine Herstellerangabe – und Lautstärke allein sagt noch wenig darüber aus, wie druckvoll und sauber der Rider draußen tatsächlich spielt.
Der bekannte Wechselakku bleibt
Eine gute Entscheidung trifft Soundboks beim Akku. Im Rider steckt derselbe herausnehmbare „The Battery“-Akku, der auch mit anderen aktuellen Soundboks-Lautsprechern kompatibel ist. Wer bereits eine Soundboks besitzt, kann vorhandene Akkus also weiterverwenden.
Der LiFePO4-Akku bietet 99,84 Wh Kapazität. Soundboks nennt eine Laufzeit von bis zu 35 Stunden bei mittlerer Lautstärke und acht Stunden bei voller Leistung. Zum Vergleich: Für die Soundboks 4 nennt der Hersteller 40 beziehungsweise sechs Stunden. Beim Rider lässt sich über den USB-C-Ausgang außerdem ein Smartphone mit bis zu 10 Watt versorgen.

Beim Laden gibt es allerdings einen Haken: Ein Ladegerät gehört nicht zum Lieferumfang. Soundboks verweist dabei auf die EU-Funkanlagenrichtlinie und bietet „The Charger“ separat für 59 Euro an. Mit diesem soll der Akku innerhalb von zwei Stunden vollständig geladen sein.
Bei der Ausstattung muss der Rider Federn lassen
Der niedrigere Preis und das kompaktere Format bringen einige Einschränkungen mit. Das Pro Panel der Soundboks 4 mit seinen XLR/Klinke-Anschlüssen fehlt. Einen 3,5-Millimeter-AUX-Eingang hat der Rider dennoch.
Noch wichtiger für bestehende Soundboks-Besitzer: TeamUp wird nicht unterstützt. Der Rider lässt sich damit nicht wie die Soundboks 4 mit mehreren kompatiblen Soundboks-Lautsprechern zu einem größeren kabellosen System zusammenschalten. Soundboks positioniert ihn ausdrücklich als eigenständigen Lautsprecher für kleinere Veranstaltungen und spontane Einsätze.

Etwas überraschend wirkt außerdem Bluetooth 4.2. Die App wird dagegen unterstützt und erlaubt unter anderem individuelle EQ-Einstellungen, Soundprofile, Fernsteuerung, Sicherheits-PIN und Firmware-Updates. Auch ein Stereo-Setup aus zwei Ridern ist laut Hersteller über die App möglich.
499 Euro verändern die Soundboks-Rechnung
Der Rider kostet 499 Euro und ist damit halb so teuer wie die aktuell mit 999 Euro gelistete Soundboks 4. Soundboks platziert dazwischen außerdem die 699 Euro teure Soundboks Mix. Der Rider bildet damit den neuen Einstieg in die aktuelle Produktfamilie.

Und genau deshalb finden wir ihn interessant. In unserem Test der Soundboks 4 war die Kaufentscheidung ziemlich eindeutig: Wer mit Crew, Camper oder Festival-Camp unterwegs ist und Musik nicht nur hören, sondern körperlich spüren möchte, bekommt ein außergewöhnliches Outdoor-Partysystem. Wer dagegen alleine reist, selten richtig aufdreht oder keine 16 Kilogramm zusätzliche Ausrüstung transportieren möchte, reizt ihre Stärken kaum aus.
Der Rider könnte genau diese Lücke schließen. 6,5 Kilogramm sind zwar noch immer deutlich mehr als bei einem kleinen Bluetooth-Lautsprecher, aber eben auch fast zehn Kilogramm weniger als bei der Soundboks 4. Ob von der besonderen Soundboks-DNA bei 118 dB und nur einem 8-Zoll-Woofer genug übrig bleibt, muss ein Praxistest zeigen.
