Sitzen und liegen auf Luft – da fällt einem zuerst die gute alte Luftmatratze ein. Doch der Camping-Klassiker hat mittlerweile luftige Geschwister bekommen, die Van-Freunden das Reisen massiv erleichtern sollen. Auf der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart hat das Unternehmen Stuff Bubble aus Scheidegg im Allgäu jetzt neuartige Möbel zum Aufblasen präsentiert, die den Markt für kompakte Camper revolutionieren könnten. Die Basis der Konstruktion ist so ungewöhnlich wie effektiv: Die Möbel näht Stuff Bubble aus Stoffen, die sonst Fallschirmspringer tragen. In Form kommen sie durch luftgefüllte Schläuche, wie man sie von den Kites der Strandsurfer kennt.
Diese Materialwahl soll für einen extremen Gewichtsvorteil sorgen. Laut den Stuff Bubble-Herstellern Benjamin Hörburger und Markus Wolf wiegen die Module teilweise deutlich mehr als 50 Prozent weniger als konventionelle Einbauten aus Holz oder Metall. Dieser Aspekt ist für viele Camper essenziell, da die magische Grenze von 3,5 Tonnen Gesamtgewicht für den Führerschein der Klasse B oft schwer einzuhalten ist. Besonders bei Elektro-Vans zählt jedes Kilogramm, um die Zuladung nicht zu gefährden.
Vom Küchenmodul bis zum Mietwagen-Upgrade
Das Herzstück des Stuff Bubble-Sortiments ist ein aufblasbares Küchenmodul, das ab 1.250 Euro erhältlich ist. Es bietet Platz für ein Spülbecken und einen Wassertank. Je nach gewählter Variante sind sogar ein komplettes Wassersystem und ein ebenfalls luftgeformter Kühlschrank integriert. Zusätzlich gibt es eine luftgefüllte Markise für rund 350 Euro, die sich flexibel via Magneten, Saugnäpfen oder Schienen am Fahrzeug befestigen lässt. Auch eine Hightech-Luftmatratze, die Camper als Bett über die Sitze legen können, gehört zum Portfolio.
Ein besonderer Clou der Entwickler: Die stabilen Unterbauten der Stuff Bubble-Möbel fungieren im entleerten Zustand als Transport-Koffer. Da diese innerhalb der Gepäckgrenzen der meisten Airlines liegen, ermöglichen sie ein völlig neues Reisekonzept. Camper können so theoretisch die Möbel im Flugzeug mitnehmen, vor Ort einen günstigen Standard-Van mieten und diesen direkt auf dem Parkplatz zum vollwertigen Wohnmobil aufrüsten. Das verspricht teure Mietgebühren für spezialisierte Camper zu sparen.
Stuff Bubble: Auch praktisch nach der Saison
Das Aufpumpen soll unkompliziert mit einer handelsüblichen Luftpumpe für Schlauchboote oder optional mit einer elektrischen Pumpe funktionieren. Doch der größte Vorteil zeigt sich vielleicht erst, wenn die Reise vorbei ist. Im Gegensatz zu sperrigen Holzeinbauten nehmen die Möbel von Stuff Bubble kaum Platz weg, sobald die Luft abgelassen wurde. In diesem Zustand lassen sie sich kompakt im Keller oder in einer Ecke der Garage verstauen, bis das nächste Abenteuer ruft. Damit adressiert das Allgäuer Startup ein Kernproblem vieler Teilzeit-Camper: den Platzmangel bei der Lagerung des Equipments außerhalb der Saison.



