Wer viel reist, kennt das Dilemma: Entweder man zahlt teure Roaminggebühren, irrt am Flughafen auf der Suche nach einem SIM-Shop herum oder hängt verzweifelt an wackeligem WLAN. Die Alternative: eSIMs. Besonders der Anbieter Airalo hat sich hier als Vorreiter etabliert. Wir haben die digitale SIM-Lösung auf einem Roadtrip durch Frankreich getestet und uns angeschaut, was das Unternehmen besonders macht.
Wer oder was ist Airalo überhaupt?
Airalo ist laut eigenen Angaben der weltweit erste und größte eSIM-Store. Gegründet 2019, hat sich das Startup in wenigen Jahren zur festen Größe entwickelt:
- 250+ Teammitglieder aus 44+ Ländern auf 6 Kontinenten
- Über 10 Millionen Nutzer weltweit
- Abdeckung in mehr als 200 Ländern und Regionen
Ihre Vision ist klar: eine „Gateway to instant connectivity worldwide“ zu bauen. Dahinter stehen die Gründer Ahmet Bahadır Özdemir, ein Serienunternehmer aus der Schifffahrtsbranche, und Abraham Burak, ein kanadischer Unternehmer und Jurist. Zusammen haben sie Airalo gegründet, weil sie selbst oft mit hohen Roaminggebühren, schlechter Netzabdeckung und SIM-Chaos zu kämpfen hatten. Nun gut, eine gute Geschichte gehört schließlich zum Geschäft. Aber schauen wir mal auf das Produkt selbst.
Wie funktioniert Airalo?
Airalo ist eine reine App-Lösung (Android & iOS). So läuft’s:
- App herunterladen und registrieren
- Land oder Region auswählen und Datenpaket kaufen
- eSIM installieren und aktivieren (funktioniert in wenigen Minuten direkt im Handy)
Eine physische SIM-Karte brauchst du nicht mehr. Du kannst deine eSIM sogar vor der Reise installieren und bist dann direkt beim Aussteigen online. Das Ganze läuft auf deinem Gerät rein digital, wichtig ist nur, dass dein Smartphone eSIM unterstützt.

Unser Test auf einem Roadtrip in Frankreich
Wir wollten wissen, wie simpel und zuverlässig das wirklich ist. Trotz EU-Roamingfreiheit haben wir Airalo auf einer Tour durch die Normandie und an der französischen Atlantikküste ausprobiert und die App auf dem Samsung Galaxy S25 Ultra installiert.
Einrichtung: Achtung beim QR-Code
Bei der Installation zeigt sich eine kleine Schwäche des ansonsten einfachen Systems: Nach dem Kauf eines Datenpakets wird häufig ein QR-Code angezeigt, der vom Smartphone gescannt werden muss, um die eSIM zu installieren. Mit demselben Gerät ist das jedoch nicht möglich. Am unkompliziertesten ist es, einen Screenshot des QR-Codes anzufertigen und diesen auf ein anderes Gerät wie einen Laptop oder ein Tablet zu übertragen, um den Code von dort zu scannen. Zwar bietet Airalo auch die Möglichkeit, die lange Aktivierungsnummer manuell einzugeben, diese Variante ist jedoch deutlich umständlicher. Der Umweg über den QR-Code bleibt die praktischste Lösung.
- Netzqualität: In Städten und an der Küste fast immer LTE. In abgelegenen Dörfern teilweise nur 3G, was aber am lokalen Netz lag.
- Kosten: Für Frankreich lag ein 3-GB-Paket vom bei 7 Euro. Nicht immer günstiger als lokale Prepaid-Angebote, dafür aber viel stressfreier.
Für wen lohnt sich Airalo?
- Für Vanlife-Fans und Camper, die Länder außerhalb der EU bereisen – z. B. Montenegro, Albanien oder Georgien.
- Für Reisende, die regelmäßig Ländergrenzen überschreiten.
- Für alle, die keinen Nerv haben, sich einen lokalen Anbieter zu suchen. Das kann nämlich in einigen Ländern wirklich herausfordernd sein.

Innerhalb der EU macht Airalo nur bedingt Sinn, da hier die Roaminggebühren gedeckelt sind.
Nachteile? Natürlich gibt’s die auch
- Es sind reine Datentarife, Telefonie läuft über WhatsApp, Signal & Co.
- Teilweise sind lokale SIM-Karten günstiger, besonders wenn du lange bleibst.
- Du brauchst zwingend ein eSIM-fähiges Smartphone.




