Kärnten mit dem Camper entdecken: Die perfekte Tour zwischen Seen, Bergen und Panoramastraßen

Eine Woche Kärnten mit dem Camper: Die perfekte Roadtrip-Route zwischen Faaker See, Nockalmstraße, Weissensee und Millstätter See inklusive Campingtipps.


Kärnten gehört zu den Regionen, die wie gemacht für einen Roadtrip wirken. Türkisfarbene Seen treffen auf kurvige Alpenstraßen, kleine Bergdörfer wechseln sich mit modernen Campingplätzen ab und dazwischen warten immer wieder Aussichtspunkte, die man eigentlich nur aus Reisekatalogen kennt. Gleichzeitig bleibt die Region angenehm entspannt. Genau das macht Kärnten für Camper, Kastenwagen und ausgebaute Vans so attraktiv.

Der Ausgangspunkt dieser Reise war das „Gates of Summer“-Festival am Faaker See. Doch schnell wurde klar, dass nicht das Event selbst im Mittelpunkt stehen würde, sondern die Region rundherum. Denn Kärnten schafft etwas, das nur wenige Reiseziele hinbekommen: Innerhalb eines einzigen Tages lassen sich Badeseen, Alpenpässe, Almen und mediterran wirkende Orte erleben – ohne stundenlang unterwegs zu sein.

Wer eine Woche Zeit hat, kann daraus einen fantastischen Roadtrip machen. Die folgende Route verbindet einige der schönsten Straßen, Seen und Campingplätze Kärntens miteinander und eignet sich perfekt für Camper, Vans oder kleinere Wohnmobile.

Warum Kärnten perfekt für Camper funktioniert

Viele Alpenregionen wirken spektakulär, sind mit größeren Fahrzeugen allerdings schnell anstrengend. Enge Passagen, überfüllte Straßen und komplizierte Stellplatzsituationen sorgen dort oft für Stress. Kärnten funktioniert anders.

Die meisten Straßen sind hervorragend ausgebaut, gleichzeitig bleibt die Landschaft abwechslungsreich und wild genug, um echtes Abenteuergefühl entstehen zu lassen. Mit dem Monster Bulli ließ sich die gesamte Strecke problemlos fahren. Auch mit einem Sprinter oder klassischen Campervan dürfte die Route für fast alle Fahrer absolut entspannt bleiben.

Entspanntes Campen mit dem Monsterbulli in Kärnten. © OutdoorMonster

Nur bei einigen kleineren Almauffahrten wäre mit einem großen Wohnmobil etwas Vorsicht angebracht. Manche Wege werden dort tatsächlich überraschend offroadig. Genau das machte zwar enorm viel Spaß, allerdings eher mit kompakten Fahrzeugen als mit einem sieben Meter langen Reisemobil.

Dafür punktet Kärnten an anderer Stelle umso stärker: kurze Etappen, viele Campingplätze und eine Infrastruktur, die Roadtrips unglaublich unkompliziert macht.

Die Kärnten Card lohnt sich fast immer

Wer mehrere Tage in Kärnten unterwegs ist, sollte sich unbedingt die Kärnten Card anschauen. Die Karte bietet freien oder vergünstigten Zugang zu zahlreichen Attraktionen, Panoramastraßen, Bergbahnen und Ausflugszielen. Gerade auf einem Roadtrip macht das enorm viel Sinn, weil man unterwegs ständig spontan anhält.

Besonders interessant: Auch einige der bekanntesten Panoramastraßen lassen sich damit günstiger oder kostenlos nutzen. Dadurch wird der gesamte Roadtrip flexibler und entspannter.

Tag 1: Ankommen am Faaker See

Der ideale Startpunkt für diese Tour ist der Faaker See.

Schon die ersten Stunden dort vermitteln dieses typische Kärnten-Gefühl. Das Wasser leuchtet fast unwirklich türkis, dahinter stehen die Karawanken und rund um den See herrscht eine angenehm entspannte Atmosphäre.

Der wunderschöne Campingplatz Anderwald © OutdoorMonster

Als Basislager eignet sich der Strandcamping Anderwald hervorragend. Der Platz liegt direkt am Wasser und gehört definitiv zu den schönsten Campingplätzen der Region.

Besonders angenehm ist die Mischung aus entspannter Atmosphäre und guter Infrastruktur. Morgens direkt an den See laufen, tagsüber Roadtrips starten und abends mit Blick aufs Wasser essen – genau dafür kommt man eigentlich nach Kärnten.

Auch kulinarisch bleibt der Platz positiv in Erinnerung. Das Restaurant serviert klassische Kärntner Küche in entspannter Umgebung und passt perfekt zu einem ersten Urlaubstag.

Tag 2: Vom Faaker See Richtung Ossiacher See und Nockberge

Am zweiten Tag beginnt der eigentliche Roadtrip.

Die Strecke führt zunächst vorbei am Ossiacher See, weiter über Feldkirchen und Himmelberg in Richtung Bad Kleinkirchheim. Genau hier zeigt Kärnten erstmals seine besondere Stärke: Die Landschaft verändert sich permanent.

Innerhalb kurzer Zeit wechseln mediterrane Seenlandschaften mit alpinen Bergpanoramen.

Hoch oben auf einer Alm. © OutdoorMonster

Unterwegs lohnen sich mehrere Zwischenstopps. Besonders schön sind die kleinen Orte direkt am Ossiacher See oder ein kurzer Besuch der Adler Arena Burg Landskron. Auch das Stift Ossiach eignet sich hervorragend für eine Pause.

Spätestens hinter Bad Kleinkirchheim beginnt dann die eigentliche Bergwelt Kärntens.

Tag 3: Die Nockalmstraße erleben

Die Nockalmstraße gehört ohne Frage zu den schönsten Panoramastraßen Österreichs.

Schon nach den ersten Kilometern wird klar, warum diese Strecke unter Campern und Motorradfahrern beinahe Kultstatus besitzt. Die Straße zieht sich durch weite Almgebiete, vorbei an Zirbenwäldern und offenen Berglandschaften.

Bei unserem Trip hatten wir die legendäre Nockalmstrasse fast für uns allein. © OutdoorMonster

Anders als viele andere Alpenstraßen wirkt die Nockalmstraße nie aggressiv oder extrem. Statt schroffer Felswände dominieren sanfte Bergformen und weite Panoramen. Genau das macht die Fahrt so angenehm. Mit dem Van durch die Kurven zu rollen, immer wieder anzuhalten und einfach nur die Aussicht zu genießen, gehört definitiv zu den stärksten Momenten dieses Roadtrips.

Die Straße selbst ist hervorragend ausgebaut und auch mit größeren Fahrzeugen gut fahrbar. Viele Aussichtspunkte bieten genügend Platz für kurze Stopps.

Die Nockalmstrasse © OutdoorMonster

Kleine Almwege sorgen für Abenteuergefühl

Abseits der großen Panoramastraßen warten in Kärnten immer wieder kleinere Almwege und Zufahrten.

Einige davon entwickelten sich auf dieser Reise schnell zu echten Offroad-Erlebnissen. Schmale Wege, lose Steine und steilere Passagen sorgten dafür, dass der Monster Bulli dort richtig Spaß machte.

Auch abseits der großen Wege fanden wir tolle Gelegenheit für einen Halt. © OutdoorMonster

Mit kompakten Campern oder Allradfahrzeugen sind solche Strecken oft problemlos fahrbar. Mit großen Wohnmobilen würde ich allerdings eher vorsichtig sein.

Das Gute daran: Selbst ohne diese Abstecher bleibt Kärnten spektakulär genug.

Tag 4: Weiter zum Millstätter See

Nach den Bergen geht es wieder Richtung Wasser.

Der Millstätter See wirkt beinahe mediterran. Die Promenaden, Cafés und das ruhige Wasser erzeugen eine Atmosphäre, die eher an Südeuropa erinnert als an Österreich.

Besonders schön ist die Kombination aus Bergen und Seeufer. Während am Wasser fast schon Urlaubsstimmung wie am Mittelmeer entsteht, ragen im Hintergrund die Alpen auf.

Unterwegs lohnt sich ein Stopp im Bonsaimuseum Seeboden oder im Stift Millstatt. Genau diese kleinen Sehenswürdigkeiten machen Kärnten als Roadtrip-Region so angenehm abwechslungsreich.

Tag 5: Der Weissensee als Ruhepol

Der Weissensee gehört definitiv zu den Orten, die lange im Kopf bleiben.

Das Wasser leuchtet intensiv blaugrün, während ringsherum Wälder und Berge die Landschaft einrahmen. Gleichzeitig wirkt die Region deutlich ruhiger als viele andere Seen in Österreich. Gerade Camper und Vanlife-Fans dürften diesen Ort lieben.

Die Straßen rund um den See sind entspannt fahrbar und überall entstehen kleine Aussichtspunkte, an denen man eigentlich ständig anhalten möchte.

Wer mag, kann dort problemlos einen kompletten Tag verbringen – mit Spaziergängen, Kajaktouren oder einfach nur entspannt am Wasser sitzen.

Tag 6: Über Hermagor zurück Richtung Villach

Die Rückfahrt Richtung Villach verbindet noch einmal viele unterschiedliche Landschaften miteinander.

Über Hermagor geht es langsam wieder zurück Richtung Faaker See. Unterwegs warten kleinere Orte, Gasthäuser und immer wieder fantastische Ausblicke auf die Berge Kärntens. Gerade dieser Abschnitt zeigt noch einmal, wie angenehm Roadtrips in Kärnten funktionieren. Die Etappen bleiben kurz, gleichzeitig fühlt sich jeder Tag komplett anders an.

Tag 7: Noch einmal an den See

Der letzte Tag gehört wieder dem Faaker See.

Nach mehreren Tagen in den Bergen wirkt die entspannte Atmosphäre am Wasser beinahe wie ein bewusster Kontrast. Genau dadurch entsteht allerdings dieses besondere Reisegefühl, das Kärnten so einzigartig macht.

Noch einmal frühstücken direkt am See, vielleicht eine kleine Runde mit dem Van fahren und einfach den Blick über das türkise Wasser genießen – besser lässt sich ein Roadtrip kaum abschließen.

Warum Kärnten aktuell unterschätzt wird

Erstaunlich ist vor allem, wie wenig Aufmerksamkeit Kärnten im Vergleich zu anderen Alpenregionen bekommt.

Viele Urlauber denken automatisch an Südtirol oder die Dolomiten. Kärnten bleibt dagegen oft etwas unter dem Radar. Genau das macht die Region momentan allerdings so attraktiv. Viele Orte wirken entspannter, weniger überlaufen und gleichzeitig unglaublich vielseitig.

Seen, Berge, Panoramastraßen, gutes Essen und moderne Campingplätze treffen hier aufeinander, ohne dass die Region künstlich inszeniert wirkt.

Fazit: Eine Woche Kärnten reicht eigentlich nicht aus

Diese Tour zeigt vor allem eines: Kärnten eignet sich perfekt für Camper-Roadtrips.

Die Mischung aus Seen, Bergen und entspanntem Reisen funktioniert außergewöhnlich gut. Gleichzeitig bleibt die Region angenehm unkompliziert. Viele Straßen sind hervorragend fahrbar, die Campingplätze modern und die Entfernungen zwischen den Highlights überraschend kurz.

Besonders beeindruckend bleibt allerdings die Vielfalt. Morgens am türkisfarbenen See aufwachen, mittags über Alpenstraßen fahren und abends auf einer Alm sitzen – genau diese Kombination macht Kärnten so besonders.

Wer einmal mit dem Camper dort unterwegs war, versteht schnell, warum viele Reisende immer wieder zurückkehren.


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