Einmal quer durch Amerika – auf den Spuren einer der ältesten Fernstraßen der USA. Der Lincoln Highway war 1913 die erste durchgehende Straßenverbindung zwischen Ost- und Westküste. Heute ist er ein Roadtrip-Traum für alle, die Geschichte, Weite und Americana lieben. Rund 5.000 Kilometer geht es von New York City nach San Francisco, vorbei an Kleinstädten, historischen Tankstellen, stillgelegten Motels, Nationalparks und atemberaubenden Landschaften.
In vier Wochen lässt sich der Lincoln Highway komfortabel mit dem Mietwagen bereisen. Die Route folgt nicht durchgängig der originalen Strecke von 1913, sondern orientiert sich an der modernisierten Variante, die durch sieben Bundesstaaten führt. Unterstützt wird die Navigation durch die Lincoln Highway Association App, die historische Punkte und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke kenntlich macht.

Die Lincoln Highway Association App – Ein digitaler Reiseführer für unterwegs
Die Lincoln Highway Association App ist der ideale Begleiter für diesen Roadtrip. Sie wurde von der gleichnamigen gemeinnützigen Organisation entwickelt, die sich seit Jahrzehnten für den Erhalt und die Dokumentation der historischen Route einsetzt. Die App liefert nicht nur präzise Kartendaten zur ursprünglichen Trasse, sondern auch:
- Hintergrundinformationen zu historischen Orten
- Bilder alter Tankstellen, Hotels und Diner
- Interaktive Karten mit Navigation entlang der Originalroute
- Informationen zu Umleitungen und Alternativstrecken
- Hinweise zu Museen und offiziellen Markierungen entlang des Highways

Verfügbar ist die App aktuell für iOS und Android. Sie kann kostenlos im Apple App Store oder Google Play Store heruntergeladen werden. Einmal installiert, ist sie auch offline nutzbar, wenn man Karteninhalte vorher herunterlädt – ideal für abgelegene Streckenabschnitte ohne Netz.
Etappe 1: Von New York City nach Gettysburg – Urbaner Trubel und ländliche Idylle
Startpunkt: Times Square, Manhattan
Der offizielle Start des Lincoln Highway liegt mitten im Herzen von Manhattan: am Times Square. Wer hier aufbricht, beginnt seine Reise buchstäblich an einem der pulsierendsten Orte der Welt – ein scharfer Kontrast zur Weite, die schon bald folgt.

Route: Manhattan – Newark – Princeton – Trenton – Philadelphia – Lancaster – Gettysburg
Die Route führt durch das urbane Chaos von New York und New Jersey. Statt über Interstates zu hetzen, lohnt es sich, sich grob an der alten Route zu orientieren:
- Newark & Elizabeth
- Princeton (Unistadt mit Geschichte)
- Trenton (Brücke über den Delaware River)
- Philadelphia (Independence Hall, Liberty Bell, Reading Terminal Market)
Hinter Philly beginnt das ländliche Pennsylvania:
- Lancaster County mit Amish-Kultur und klassischer Americana (Dutch Haven Pie Bakery, Quilt Shops)
- Latrobe mit dem Lincoln Highway Experience Museum
- Gettysburg als Abschluss mit Schlachtfeld-Tour und viel Geschichte
Übernachten: Motels, Campgrounds, charmante Inns.
Etappe 2: Der Mittlere Westen – Ohio, Indiana und Illinois
Ab Gettysburg wird die Strecke geradliniger – über Pittsburgh geht es hinein ins Herz der USA:
- Pittsburgh: Industriestadt mit Kultur, Stahlgeschichte und Skyline
- East Liverpool (Ohio): Keramik-Museum, Route 30 Klassiker
- Canton & Mansfield: kleine Towns mit typischem Midwest-Charme
- Columbus: Hauptstadt von Ohio mit großem Studentenflair
- Fort Wayne (Indiana): klassischer Highway-Knotenpunkt
- Chicago Outskirts: Der alte Highway verläuft südlich an der Großstadt vorbei
Sehenswert:
- Historische Diners, Roadside-Americana, das Lincoln Monument in Dixon (IL)
- Alte Tankstellen, Burgruinen (!) und Drive-Ins

Tipp: Entlang der Route stehen Dutzende alter Werbeschilder und restaurierter Meilensteine – ideal für Fotostopps.
Etappe 3: Iowa und Nebraska – Durch die Kornkammer Amerikas
Highlights:
- Clinton: Einfahrt nach Iowa, Mississippi-Querung
- Cedar Rapids: Skandinavisches Erbe, Kunst und Kultur
- Ames: Universitätsstadt mit historischem Charme
- Carroll & Denison: Lincoln Highway Interpretive Center
Dann geht es über den Missouri River nach Nebraska:
- Omaha: Lebendige Stadt mit Old Market District
- Lincoln: Nebraskas Hauptstadt mit gut erhaltener Highway-Infrastruktur
- Kearney: Das offizielle Great Platte River Road Archway Monument ist ein Must-See
- North Platte: Heimat von Buffalo Bill, Westernflair garantiert
Die Landschaft wird weiter, das Licht intensiver – der Westen kündigt sich an.

Etappe 4: Wyoming – Weite, Wind und Cowboy-Romantik
In Wyoming wird der Highway zur Bühne für einsame Weite:
- Cheyenne: Hauptstadt und Cowboy-Metropole
- Laramie: Alt-Western trifft Studentenstadt
- Rawlins: Ehemaliges Gefängnis mit Touren
- Rock Springs & Green River: Ursprüngliches Wildwest-Feeling
Dazwischen: endlose Straßen, Windräder, Prärie. Die alte Route 30 verläuft häufig parallel zur Interstate – mit dem besseren Gefühl.
Übernachten: Motels, Cabins, freie Campgrounds.
Etappe 5: Utah & Nevada – Wüsten, Pässe und Einsamkeit
Der Lincoln Highway führt weiter nach Westen:
- Evanston (UT): Alte Eisenbahnstrecke und schöner Downtown-Bereich
- Wendover: Grenzstadt mit Casinos und Zugang zu den Bonneville Salt Flats
- Ely (NV): Historische Bahnstrecke, gutes Museum
- Austin: Tiny Town mitten im Nirgendwo
- Fallon: Ab hier beginnt Kalifornien
Nevada ist rau, leer, weit. Wer Weite liebt, wird hier glücklich.
Etappe 6: Kalifornien – Sierra Nevada, Central Valley und Golden Gate
Der letzte Abschnitt ist spektakulär:
- Donner Pass: Historischer Ort mit grandiosem Blick
- Sacramento: Hauptstadt Kaliforniens, viele Museen
- Livermore & Oakland: letzte Stopps vor dem Ziel
- San Francisco: Das Ziel – und der ikonische Abschluss am Lincoln Park, Ocean Beach
Hier endet der Lincoln Highway – am pazifischen Ozean, mit Blick auf die Golden Gate Bridge.
Praktische Tipps für unterwegs
- App nutzen: Die Lincoln Highway Association App ist Gold wert. Sie zeigt Abzweigungen, Originalrouten, POIs und Infos
- Navigation: Google Maps hilft, aber echte Straßenkarten helfen beim Entdecken alter Trassen
- Übernachten: Motels, Airbnbs und einfache Campgrounds entlang der Route

- Tanken: Kein Problem, aber westlich von Nebraska sollte man rechtzeitig auffüllen
- Verpflegung: Unbedingt lokale Diners und Country Stores nutzen
- Mobilfunkempfang: Besorgt Euch vorher eine eSim bei einem der großen Anbieter. Wenn es das Gepäck zulässt ist sicherlich auch eine Starlink Mini-Antenne ideal.
- VPN: Seid ihr in Hotels empfehlen wir Euch ein VPN im WLAN zu nutzen. Bedeutet mehr Datenschutz und die Möglichkeit, Filme und Serien auch aus Deutschland zu empfangen und anzusehen. Ein super Angebot findet Ihr hier.
Fazit: Der Lincoln Highway ist mehr als eine Straße
Er ist ein Fenster in ein anderes Amerika – eines, das zwischen Megacitys und Natur liegt, zwischen Hightech und Zeitkapsel. Der Roadtrip von New York nach San Francisco über den Lincoln Highway ist kein Sprint. Er ist ein leiser, nachhallender Ritt durch Geschichte, Landschaft und Lebensgefühl.







