Long Way Up mit Ewan McGregor: Die komplette Route von Feuerland bis Los Angeles

Von Ushuaia bis Los Angeles: Long Way Up zeigt die spektakuläre Motorradreise von Ewan McGregor & Charley Boorman durch Süd- und Mittelamerika.


21.000 Kilometer. Zwei Motorräder. Ein elektrisches Abenteuer durch Süd- und Mittelamerika. Long Way Up ist mehr als nur eine Reisedokumentation – es ist ein Roadtrip, der Geschichte schreibt. Ewan McGregor und Charley Boorman wagen sich auf elektrifizierten Harley-Davidson LiveWire Motorrädern von Ushuaia, dem südlichsten Punkt Argentiniens, bis nach Los Angeles. Begleitet von zwei Rivian R1T Pick-up Trucks und einem Kamerateam im Schlepptau, erkunden sie einige der spektakulärsten Landschaften der Welt – von der patagonischen Wildnis über die Anden und den Amazonas bis hin zur Panamericana.

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Die Serie ist nicht nur visuell atemberaubend, sondern auch ein Experiment unter realen Bedingungen: Wie weit kommt man mit Elektromobilität abseits asphaltierter Straßen? Wie reagieren Mensch und Maschine auf extreme Hitze, eisige Kälte, Höhenlagen und technische Rückschläge? Und wie verändert sich die Reise, wenn Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und kultureller Austausch im Zentrum stehen?

Ladestationen entlang der Route
Ladestationen entlang der Route. @ Joojo Mills

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OutdoorMonster nimmt Euch mit auf diese außergewöhnliche Reise. Etappe für Etappe. Land für Land. Mit allen Herausforderungen, Erlebnissen, Sehenswürdigkeiten und persönlichen Begegnungen, die Long Way Up so einzigartig machen.

Kauf-Tipp: Um die Serie in Top Qualität zu sehen, benötigt Ihr eine Apple TV-Box:

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Folge 1–2: Von der südlichsten Stadt der Welt in die ungezähmte Weite Feuerlands

Startpunkt: Bahía Lapataia, Ushuaia (Argentinien)
Etappenziel: Onaisin, Chile

Die Reise beginnt dort, wo die Welt scheinbar endet: am Ende der Ruta Nacional 3, in Bahía Lapataia – dem letzten Punkt des panamerikanischen Highway-Systems, tief im Tierra del Fuego Nationalpark. Das Panorama: schneebedeckte Andenausläufer, dichte Südbuchenwälder und eine dramatisch zerklüftete Küste, an der der Beagle-Kanal tosend ans Land schlägt. Hier, am 1. September 2019, beginnt Long Way Up – eine epische Expedition auf elektrifizierten Motorrädern, 21.000 Kilometer durch ganz Amerika.

See im Tierra del Fuego-Nationalpark
Tierra del Fuego Nationalpark. @ Florian Delee/Unsplash

Doch Feuerland ist kein sanfter Auftakt. Wintereinbruch, Schneefall und frostige Temperaturen setzen den Harley-Davidson LiveWire-Prototypen und den beiden Rivian R1T-Pick-ups sofort zu. Die geplante Ladeinfrastruktur ist kaum existent. Schnell wird klar: Diese Reise ist ein Abenteuer an der Grenze des technisch Machbaren.

Long Way Up Harley elektro
Ewan und Charly fahren auf Prototypen der Harley-Davidson LiveWire. @ Apple

Königspinguine und Ladeprobleme mit den Bikes

Bereits wenige Kilometer nach dem Start wird ein erster, magischer Ort angesteuert: das Pinguino Rey Natural Reserve an der Bahía Inútil. Auf der chilenischen Seite der Insel liegt hier die einzige Kolonie von Königspinguinen auf dem südamerikanischen Kontinent. Die Tiere stehen aufrecht im Wind, beobachten die Neuankömmlinge neugierig – ein Moment von stiller Erhabenheit. Doch die Freude wird getrübt: Die Motorräder lassen sich nicht laden, die Temperatur ist zu niedrig, die Steckdosen zu schwach. Improvisation ist gefragt.

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Erste technische Rückschläge treffen das Team hart. In der abgelegenen Estancia Caleta Josefina finden sie Unterschlupf – ein geschichtsträchtiger Hof, dessen Türen für die Abenteurer noch einmal geöffnet werden. Die Produktionsfahrzeuge kämpfen derweil mit Strommangel: In einem dramatischen Moment muss ein R1T-Pick-up auf den letzten Kilometern zur Unterkunft abgeschleppt werden. Willkommen in der Realität des elektrischen Overlandings.

Route (Episode 2):
Ushuaia (ARG) → Ruta Nacional 3 → Tolhuin (ARG) → Ruta Nacional 3 → Grenzübertritt (San Sebastián) → Ruta 257-CH → Onaisin (CHL)

Folge 3: Southern Patagonia – Gletscher, Gauchos und große Reichweitenängste

Startpunkt: Onaisin (Chile)
Etappenziel: Las Horquetas (Argentinien)

Die dritte Etappe führt das Team mitten ins Herz Patagoniens – ein wilder, überwältigender Landstrich, in dem sich Gletscher, Steppe und Granitriesen abwechseln. Nach der Fährüberfahrt von Porvenir über die Magellanstraße landen Ewan, Charley und das Team in Punta Arenas. Von hier beginnt eine der eindrucksvollsten Strecken des gesamten Roadtrips: die Fahrt über die legendäre Ruta 9 in Richtung Torres del Paine.

Das EcoCamp im Torres del Paine Nationalpark
Das EcoCamp im Torres del Paine Nationalpark. @ Jonas Ducker/Unsplash

Die drei ikonischen Felstürme des Nationalparks – Namensgeber des UNESCO-Biosphärenreservats – ragen wie Zähne aus dem patagonischen Boden. Zwei Tage verweilt die Crew hier, im nachhaltig konzipierten EcoCamp Patagonia, einer geodätischen Zeltlodge mit spektakulärer Aussicht. Doch die Idylle trügt: In der frostigen Nacht fallen die Bordakkus der LiveWires aus, selbst die kleinsten Systeme benötigen einen Neustart am nächsten Morgen.

Die Energie wird knapp

Es sind die ersten Erfahrungen mit der harten Realität eines Elektromotorrad-Abenteuers in unwirtlichem Terrain. Range-Anxiety ist nun ein ständiger Begleiter. Die Distanz bis zum argentinischen El Calafate beträgt knapp 160 Kilometer – zu weit für eine volle Akkuladung. Ein Dieselgenerator wird herbeigeschafft, das Fahren bleibt auf Kante genäht.

Das Perito-Moreno-Gletscher in Argentinien, Patagonien
Imposant: der Perito-Moreno-Gletscher in Argentinien. @ Birger Strahl/Unsplash

Nach dem Grenzübertritt bei Río Don Guillermo wird die Landschaft weiter, einsamer, und das Licht Patagoniens taucht Steppe und Himmel in ein weiches, silbriges Blau. In El Calafate schließlich gönnt sich das Team eine wohlverdiente Pause – und einen Bootsausflug zum Perito-Moreno-Gletscher, einem der wenigen Gletscher der Welt, der noch wächst. 70 Meter hohe Eistürme stürzen mit Donnern in den Lago Argentino – ein Moment von Naturgewalt, der elektrisiert.

Route (Episode 3):
Onaisin (CHL) → Ruta Y-71 → Porvenir (CHL) → Fähre → Punta Arenas (CHL) → Ruta 9-CH → Torres del Paine Nationalpark (CHL) → Grenzübertritt (Río Don Guillermo) → Ruta Nacional 40 (ARG) → El Calafate → La Leóna → Tres Lagos → Las Horquetas

Folge 4: Aufbruch in die Anden – Vulkane, Mapuche und ein Blick in die Seele Südamerikas

Startpunkt: Las Horquetas (Argentinien)
Etappenziel: Belén (Argentinien)

Obwohl der Episodentitel „The Andes“ lautet, spielt sich die vierte Etappe der Reise eher im Vorfeld des Andenhauptkamms ab. Doch landschaftlich hat diese Strecke alles, was das Herz von Fernreisenden höherschlagen lässt: Patagonische Leere, smaragdgrüne Seen, Nebelwälder, schroffe Passstraßen – und mittendrin ein Duo auf elektrischen Motorrädern, das nicht nur mit Distanzen, sondern auch mit Technik und Wetter kämpft.

Der Weg führt zunächst über die berühmte Ruta Nacional 40 in Richtung Norden. In Perito Moreno biegt das Team ab Richtung Westen, überquert die Grenze bei Ingeniero Pallavicini nach Chile. Die Bikes bewegen sich nun durch die Aysén-Region, eine der ursprünglichsten Gegenden Südamerikas.

Long Way Up Episode 4
@ Apple

Auf der legendären Carretera Austral, der Ruta 7-CH, durchqueren Charley und Ewan dichte Wälder, passieren Gletscherzungen und Vulkankegel. Die Küstenstraße ist spektakulär – aber auch tückisch: Regen und Kälte setzen nicht nur den Fahrern zu, sondern auch der Elektronik der LiveWires.

Vom Bike auf die Fähre

In Chaitén angekommen, entscheidet sich das Team für eine ungewöhnliche Maßnahme: Statt die zahlreichen Wasserquerungen der nördlichen Carretera auf sich zu nehmen, besteigen sie eine Fähre, die sie über den Golf von Corcovado und den Golf von Ancud bis nach Puerto Montt bringt. Dort treffen sich alle wieder und planen den nächsten Grenzübertritt.

Ein weiterer Höhepunkt folgt mit dem Cardenal Samoré Pass, einer der schönsten Hochgebirgspässe zwischen Chile und Argentinien. Auf der argentinischen Seite warten kristallklare Seen, alpine Täler und das mondäne Villa La Angostura.

Chaitén, Chile, Patagonien
Chaitén, Chile. @ Carter Obasohan/Unsplash

Die Motorräder zeigen sich erstaunlich effizient: Dank milderer Temperaturen gelingt sogar eine Etappe von über 220 Kilometern – eine Seltenheit auf diesem Trip.

In Chorriaca und Chos Malal begegnen Charley und Ewan der indigenen Mapuche-Kultur. Sie erleben ein friedliches Miteinander von Tradition und Moderne – ein stilles, aber prägendes Kapitel dieser Reise.

Erstmals zelten die beiden im Freien, nahe Barrancas, unter dem gewaltigen Sternenhimmel der Anden. Wenig später überqueren sie die Pasarela del Rio Grande – ein schwindelerregendes Stahlbrückenkunstwerk – und bestaunen die Agua del Toro Talsperre, ein gigantisches Hydroprojekt in der Provinz Mendoza.

Route (Episode 4):
Las Horquetas (ARG) → Ruta Nacional 40 → Perito Moreno (ARG) → Ruta Provincial 45 → Grenzübertritt Ingeniero Pallavicini → Ruta X-65 / Ruta 7-CH → Villa Mañihuales (CHL) → Puyuhuapi → Chaitén → Fähre (Golfo de Corcovado, Ancud) → Puerto Montt → Ruta 5-CH / 215-CH → Grenzübertritt Cardenal Samoré → Villa La Angostura (ARG) → Aluminé → Ruta Provincial 46 → Zapala → Las Lajas → Barrancas → Bardas Blancas → Malargüe → San Juan → Villa Unión → Chilecito → Belén

Folge 5: In die Höhe – Quebradas, Salzseen und das Tor zur Atacama

Startpunkt: Belén (Argentinien)
Etappenziel: Laguna Colorada (Bolivien)

Mit der fünften Etappe ändert sich alles. Aus den kargen Weiten der Andenvorläufer wird nun ein Ritt durch die Höhe, die Farben und die Extreme Südamerikas. Die Landschaft wird monumentaler, das Klima härter – und die Technologie empfindlicher. Die Harley-Davidson LiveWires kämpfen nun nicht mehr nur mit Reichweite, sondern auch mit Höhe, Kälte und Wind. Willkommen auf dem Altiplano.

Die Schlucht der Muscheln und das Tal der Wolken

Auf dem Weg Richtung Norden weichen Charley und Ewan erstmals von der Ruta 40 ab, um eine der spektakulärsten Landschaften Argentiniens zu erleben: die Quebrada de las Conchas nahe Cafayate. Die orangefarbenen Felsformationen, das zerklüftete Terrain und das natürliche Amphitheater wirken wie von einer anderen Welt – surreal, still, heiß. Hier wird Südamerika zu einem Gemälde.

Cafayate in Patagonie, Argentinien
Orangefarbene Landschaft bei Cafayate, Argentinien. @ Rodrigo Posada/Unsplash

Weiter geht es mit einer ganz anderen Art von Hochgenuss: der Tren a las Nubes – der “Zug zu den Wolken”. Eine historische Andenbahn, die sich über Viadukte und Serpentinen auf bis zu 4.220 Meter Höhe schraubt. Ein technisches Wunderwerk und Symbol für den menschlichen Willen, das Unüberwindbare zu überwinden.

Grenzübertritt bei 4.500 Metern – Willkommen in der Atacama

Über den windumtosten Paso Sico erreicht das Team schließlich Chile – genauer gesagt: die Region Antofagasta. Es ist der Eintritt in die Atacama-Wüste, die trockenste Nichtpolare Wüste der Welt. Die Landschaft gleicht einer Marslandschaft: Vulkane wie der Licancabur, glitzernde Salzseen, rosa Flamingos, endlose Geröllfelder.

Und mitten darin: zwei Elektromotorräder, die sich gegen Wind und Höhe stemmen. Unterstützt von den beiden Rivian R1T Support-Trucks, deren Batterien nicht nur die Bikes laden, sondern immer wieder auch selbst an die Grenze der Kapazität gebracht werden.

Salzbecken Atacama-Wüste in Patagonien
Salzbecken in der Atacama-Wüste in Patagonien. @ Diego Jimenez/Unsplash

Eines der Highlights ist der Salar de Atacama, ein gewaltiges Salzbecken, das sich wie ein weißes Meer in der Wüste ausbreitet. Staub, Hitze, Wind – und doch eine fast meditative Ruhe. Wer hier fährt, spürt, wie klein man selbst ist.

Bolivien: Farben des Altiplano und erste Stürze

Der Grenzübertritt bei Hito Cajón ist kompliziert, denn Ewan nutzt versehentlich seinen US-Pass – ein Fehler, der fast zum Verbleib an der Grenze führt. Doch nach Klärung geht es weiter, tief hinein ins bolivianische Hochland.

Das Gelände wird rau, der Untergrund sandig. In der abgelegenen Siloli-Wüste kommt es zum ersten ernsten Sturz. Die Luft ist dünn, der Grip schwach, das Tempo reduziert sich dramatisch. Dennoch sind die Fahrer entschlossen, die nächsten Naturschätze zu erreichen: den türkisgrünen Laguna Verde, die dampfenden Polques-Thermalquellen und schließlich die blutrote Laguna Colorada, ein surreal gefärbter See, der von Mikroorganismen und Algen geprägt wird.

Long Way Up Episode 6
@ Apple

Hier endet die Etappe – und sie markiert einen Wendepunkt: Die Route verlässt das Bekannte. Ab jetzt zählt nicht mehr das Erleben – sondern das Durchhalten.

Route (Episode 5):
Belén (ARG) → Ruta Nacional 40 → Calchaquí-Täler (ARG) → Ruta Nacional 68 → Cafayate → Quebrada de las Conchas → Ruta Nacional 51 → San Antonio de los Cobres → Paso Internacional de Sico (Grenze) → Ruta 23-CH → San Pedro de Atacama (CHL) → Salar de Atacama → Ruta 27-CH / Ruta B-243 → Hito Cajón (Grenze) → Ruta de las Joyas Altoandinas → Laguna Verde → Termas de Polques → Laguna Colorada (BOL)

Folge 6: Blutrote Seen, Salzmeere und das Herz Boliviens

Startpunkt: Laguna Colorada (Bolivien)
Etappenziel: Copacabana (Bolivien), Titicacasee

Die sechste Etappe von Long Way Up ist eine der eindrucksvollsten – und eine der forderndsten. In kaum einem anderen Land wechselt das Terrain so dramatisch wie in Bolivien: von rot schimmernden Hochlandseen zu endlosen Salzwüsten, von andiner Einsamkeit bis in die pulsierende Metropole La Paz. Für Charley und Ewan wird es zu einer Reise zwischen den Elementen – und an die Grenzen ihrer Technik.

Start im Nichts: Die Siloli-Wüste und die Laguna Colorada

Nach einer frostigen Nacht in einer Schutzhütte an der Laguna Colorada, die durch Algen und Mikroorganismen in leuchtendem Rot erscheint, bricht das Team im Dunkeln auf. Ziel: Strom finden. Doch die Realität ist rau: einer der Rivian R1T-Pick-ups bleibt ohne Saft, der andere erleidet einen Hydraulikschaden an Bremse und Fahrwerk. Es wird geschleppt, getüftelt und geflucht – und das alles auf 4.300 Metern Höhe.

Die Laguna Colorada Patagonien Bolivien
Die Laguna Colorada, Bolivien. @ Mark Kuiper/Unsplash

Dennoch geht es weiter, durch die karge Schönheit der Siloli-Wüste, vorbei am geheimnisvollen Lago Colorado, auch bekannt als Blood of the Gods Lake. Die Luft ist dünn, der Sand tief, die Bikes kämpfen – und Charley stürzt erneut. Es ist kein Wunder: die Wege sind kaum mehr als Spurrillen, der Wind weht erbarmungslos, und das nächste Ladegerät liegt Tage entfernt.

Magische Weite: Der Salar de Uyuni

Nach den Extremen des Altiplano erreichen sie eines der größten Naturwunder Südamerikas: den Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt. Eine gleißend weiße Fläche von über 10.000 Quadratkilometern, die so flach ist, dass man sich fühlt, als würde man durch den Himmel fahren.

Long Way Up Episode 6
@ Apple

Hier testet das Team erstmals die neuen Ladeadapter, die es erlauben, die Harleys direkt aus den R1T-Akkus zu laden – ein großer Schritt in Richtung Selbstversorgung. Doch so märchenhaft der Salar auch ist, so tückisch ist seine Umgebung: salzhaltige Luft, blendende Sonne, Orientierungslosigkeit – und kaum Infrastruktur.

Einblicke statt Aussicht: Bildung und Kulinarik in La Paz

Nach dem Wüstenabenteuer geht es weiter nach Challapata, wo Ewan und Charley eine Schule besuchen, die von UNICEF unterstützt wird. Hier lernen indigene Quechua-Kinder zweisprachig – auf Spanisch und in ihrer Muttersprache. Es ist ein Moment, der bleibt. Nicht wegen der Strecke, sondern wegen der Begegnung.

In La Paz, Boliviens Regierungssitz, treffen sie auf ein weiteres außergewöhnliches Projekt: das Restaurant Gustu, das Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen eine kulinarische Ausbildung ermöglicht. Die Küche ist kreativ, die Perspektiven weit – und einmal mehr wird klar, dass Long Way Up mehr ist als nur eine Motorradreise. Es ist auch eine Reise zu den Geschichten der Menschen.

Letzter Halt: Der mystische Titicacasee

Über El Alto, eine chaotisch wachsende Trabantenstadt oberhalb von La Paz, erreichen Charley und Ewan schließlich den Titicacasee – das höchste schiffbare Gewässer der Welt. Am Ufer, in Copacabana, endet diese Etappe. Doch bevor Ruhe einkehrt, wird es noch einmal herausfordernd: die Höhenkrankheit erwischt Ewan und Taylor, Schwindel und Atemnot machen das letzte Stück zur Tortur. Aber sie haben es geschafft – Bolivien liegt hinter ihnen. Vor ihnen: Peru.

Der Titicacasee, Patagonien
Der Titicacasee. @ Azzedine Rouichi/Unsplash

Route (Episode 6):
Laguna Colorada → Ruta Laguna Colorada → Ruta 701 → Ruta 5 → Uyuni → Ruta 30 → Salar de Uyuni → Ruta 30 → Challapata → Ruta 1 → La Paz → Ruta 1 → El Alto → Ruta 2 → Titicacasee → Fährüberfahrt nach Copacabana

Folge 7: Peru – Kondore, Phallus-Tempel und der letzte Urwald

Startpunkt: Copacabana (Bolivien)
Etappenziel: Tumbes (Peru), an der Grenze zu Ecuador

Diese Etappe ist eine der kontrastreichsten des gesamten Trips: Sie führt Charley und Ewan durch spirituelle Stätten, über Andenpässe, in abgelegene Urwälder und bis zur heißen Küste Nordperus. Auf ihrer Reise durch Peru treffen sie nicht nur auf archäologische Wunder wie Machu Picchu, sondern auch auf Menschen, die in entlegenen Regionen Großes leisten – im Umweltschutz, in der Bildung, in der Flüchtlingshilfe.

Grenzübertritt mit Kulturschock: Der Tempel der Fruchtbarkeit

Von Copacabana aus überqueren Charley und Ewan die Grenze nach Peru bei Khasani – und fahren direkt in eine andere Welt. Erste Station: der skurrile Inca Uyo, ein präkolumbianisches Heiligtum in Chucuito, nahe Puno, wo über zwei Dutzend steinerne Phallusse aus dem Boden ragen. Der Ort galt als Fruchtbarkeitstempel – und bietet mit seinem offenen Zugang zur Symbolik einen faszinierenden Kontrast zur sonst oft stillen Spiritualität der Inka-Kultur.

Geier, Gleise, Gipfel: Von Cusco bis Machu Picchu

Weiter geht’s über die berühmte Ruta Nacional 3S durch das südliche Hochland nach Cusco. In der ehemaligen Hauptstadt des Inka-Reichs besuchen sie das Ccochahuasi-Tierschutzreservat, wo sie Andenkondore, Lamas und Pumas sehen – Tiere, die für die Hochkultur der Region von besonderer Bedeutung sind.

Machu Picchu, Patagonien
Machu Picchu. @ Eddie Kiszka/Unsplash

Von Ollantaytambo nehmen sie den Zug nach Aguas Calientes, dem Tor zu Machu Picchu. Die legendäre Inkastadt liegt in den Wolken – im wahrsten Sinne. Erst nach stundenlangem Warten hebt sich der Nebel und gibt den Blick auf die Ruinen frei. Es ist einer der großen Momente der Reise – nicht laut, aber tief bewegend.

Wald der Hoffnung: Die Asháninka im Regenwald

Nach dem Hochgebirge geht es in entlegenere Regionen. Von Ayacucho, einer von spanischer Kolonialarchitektur geprägten Stadt in den Anden, fliegen sie per Helikopter über 140 Kilometer in den dichten Dschungel, um das Dorf Tinkareni zu besuchen. Hier leben die Asháninka, ein indigener Stamm, der einst nomadisch unterwegs war und heute in zwölf festen Siedlungen die Verantwortung für den Schutz des peruanischen Regenwalds übernommen hat. Gemeinsam mit der NGO Cool Earth setzen sie auf nachhaltige Forstwirtschaft und Bildungsinitiativen – und zeigen, dass Klimaschutz ganz konkret und lokal gelebt wird.

Es ist eine stille, aber tiefgreifende Begegnung, die beiden Reisenden deutlich macht, was „Bewahrung“ im globalen Maßstab bedeutet.

Mystik von oben: Die Nazca-Linien

Wieder zurück auf der Straße reisen sie nach Ica und steigen dort in ein Kleinflugzeug, das sie über die sagenumwobenen Nazca-Linien fliegt. Die riesigen Geoglyphen – von Affen, Kolibris und Spiralen – sind bis heute nicht vollständig entschlüsselt. Waren es Kultstätten? Sternenkarten? Zeichen für die Götter? Charley und Ewan staunen – und sind sich einig: Wer fliegen kann, sieht mehr.

Abschied von Peru: Flüchtlinge im Niemandsland

Im Norden, kurz vor der Grenze zu Ecuador, besuchen sie ein UNICEF-Flüchtlingscamp in Tumbes. Hier, nahe der Stadt Aguas Verdes, hilft die Organisation Kindern und Jugendlichen, die vor der Krise in Venezuela fliehen mussten. Viele sind allein unterwegs, ohne Eltern oder Angehörige – und hoffen auf ein besseres Leben jenseits der Grenze.

Noch einmal wird die emotionale Tiefe von Long Way Up spürbar: Diese Reise dokumentiert nicht nur Landschaften, sondern vor allem Menschen. Und ihre Geschichten.

Route (Episode 7):
Copacabana (BOL) → Ruta 2 → Grenzübergang Khasani → Ruta 130 / Ruta Nacional 3S → Chucuito (PER)Puno (PER)Cusco (PER) → Ruta Nacional 28G / Ruta 28B → Ollantaytambo (PER)Andahuaylas (PER)Ayacucho (PER) → Helikopterflug nach Tinkareni (PER) → zurück nach Ayacucho → Ruta 28A / Ruta 1S → Ica (PER) → Flug über Nazca-Linien → Ruta 1S / Ruta 1N → Tumbes (PER)Grenzübergang Aguas Verdes

Folge 8: Ecuador – Panamahüte, Nebelwälder und ein kaputtes Motorrad

Startpunkt: Tumbes (Peru)
Etappenziel: Pasto (Kolumbien)

In Ecuador erleben Charley und Ewan, wie dicht Schönheit und Pannen zusammenliegen: Ihr Weg führt sie zu ikonischen Wahrzeichen wie der Las Lajas Kathedrale, zu aufforstenden Regenwaldprojekten, handgefertigten Panamahüten – und mitten hinein in eine technische Katastrophe.

Einreise nach Ecuador: Tropenflair und Vulkankulisse

Die Grenzüberquerung bei Aguas Verdes ist unspektakulär – doch mit jedem Kilometer nach Norden verändert sich die Vegetation. Entlang der E25 rollen Charley und Ewan durch fruchtbare Küstenregionen und quirlige Städte wie El Oro und Guayaquil. In der Hafenmetropole treffen sie auf eine Gruppe Star-Wars-Fans – eine charmante Szene, die zeigt, wie international die Serie inzwischen geworden ist.

Guayaquil in Ecuador, Patagonien
Die Hafenmetropole Guayaquil in Ecuador. @ Andres Medina/Unsplash

Montecristi: Die wahre Heimat des Panamahuts

In Montecristi besuchen die beiden eine traditionelle Manufaktur, in der die berühmten “Panamahüte” noch von Hand geflochten werden – aus Toquilla-Stroh, das nur in Ecuador wächst. Ein faszinierender Ort, an dem Handwerkskunst und globale Modegeschichte zusammenkommen. Dass die Hüte einst durch den Panamakanal in die Welt gelangten, erklärt ihren irreführenden Namen.

Grün wird wieder grün: Die Jama-Coaque-Reserve

In der Nähe von Jama besuchen Charley und Ewan die Aufforstungsinitiative der Third Millennium Alliance (TMA). Im abgeholzten Küstenregenwald, wo mehr als 90 Prozent des ursprünglichen Baumbestands verschwunden waren, wächst wieder ein lebendiger Wald heran. Sie entdecken Brüllaffen, Kolibris und erleben, wie sich Biodiversität zurückmeldet, wenn man ihr Raum lässt. Es ist einer der stilleren, aber eindrucksvollsten Momente der Reise.

Pechsträhne kurz vor Kolumbien: Der Bock streikt

Die Reise nimmt eine Wendung, als Ewans Harley kurz vor der kolumbianischen Grenze in Tulcán eine Fehlermeldung ausspuckt. Ein Softwareupdate hat das Batteriemanagementsystem (BMS) lahmgelegt – der Elektromotor ist tot. Harley-Davidson bietet zwei Optionen: Ersatzbike oder Austausch der Batterie – beides nur in Panama möglich. Die Mission: improvisieren.

Ein Wallfahrtsort wie aus einem Märchen: Las Lajas

Bevor es in den Flieger geht, machen die beiden noch einen Umweg zur legendären Las Lajas Kathedrale bei Ipiales. Sie wurde in eine Schlucht gebaut, dort, wo angeblich im 18. Jahrhundert die Jungfrau Maria erschien. Der Bau schwebt über einer Brücke – fast zu kitschig, um echt zu sein, und doch so eindrucksvoll, dass sie beide schweigen. Ein magischer Ort.

Las Lajas Kathedrale bei Ipiales, Panamericana
Die Las Lajas Kathedrale bei Ipiales. @ Cristian Borrero/Unsplash

Über den Wolken nach Panama

Die ursprünglich geplante Weiterfahrt fällt ins Wasser. Stattdessen steigt Ewan in Pasto ins Flugzeug. Die Route wird neu geplant: Von Buenaventura an der kolumbianischen Pazifikküste soll ein altes Frachtschiff sie entlang der Küste nach Bahía Solano bringen, von wo es weiter nach Panama-Stadt geht. Ewan übernimmt kurzfristig das Bike von Kameramann Claudio – der wiederum hinten aufs Motorrad steigt. Teamgeist auf südamerikanisch.

Route (Episode 8):
El Oro (ECU)Ruta E25Guayaquil (ECU)Ruta 482Montecristi (ECU)Ruta E15Jama-Coaque Ecological Reserve (ECU)Ruta E30 / E25 / E20 / E35Tulcán (ECU)Border crossing RumichacaRuta 25 (COL)Las Lajas Shrine (Ipiales)Pasto (COL)

Folge 9: Kolumbien, Panama & Costa Rica – Schmugglerboote, Straßenkunst und ein Wiedersehen in San José

Startpunkt: Pasto (Kolumbien)
Etappenziel: San José (Costa Rica)

Diese Etappe bringt das Team ans Limit: Ohne fahrbereites Motorrad, mit zweifelhaftem Boot und wechselndem Transportmittel hangeln sich Charley und Ewan von der kolumbianischen Pazifikküste über Panama bis nach Costa Rica. Was dabei hilft: Improvisationstalent, Allradantrieb – und eine große Portion Humor.

Zwischenstopp Buenaventura: Auf einem rostigen Kutter

Statt die Darien-Gap per Landweg zu durchqueren – was bis heute unmöglich ist – geht es in Buenaventura an Bord eines alten Fischerboots, das wohl eher auf Schmuggelware als auf Elektrofahrzeuge vorbereitet war. Der Motor tuckert, das Deck ächzt, doch für Charley, Ewan und das Team ist klar: Es gibt keinen Plan B.

Auf der Route entlang der tropisch-feuchten Chocó-Küste halten sie in abgelegenen Dörfern wie Nuquí, wo sie mit Einheimischen ins Gespräch kommen. Diese Begegnungen zeigen das andere, abgelegene Kolumbien – fernab von Drogenkrieg und Großstadt – geprägt von Natur, Lebensfreude und Gastfreundschaft.

Zwischen Himmel und Tropen: Flug nach Panama

Vom Küstenort Bahía Solano geht es im Antonov-Frachtflugzeug über das grüne Dach Südamerikas. Für Ewan als “Crew-Mitglied” ist sogar der Weiterflug nach Panama-Stadt drin – ein kurioser Grenzfall der Einreisegesetze. Charley hingegen wird in Medellín zwischengelandet – und nutzt die Chance für einen Streifzug durch die einst berüchtigte Stadt.

Medellín, Kolumbien, Patagonien
Medellín, die Hauptstadt der kolumbianischen Bergprovinz Antioquia. @ Joel Duncan/Unsplash

Streetart in Medellín: Von Comuna 13 bis Graffiti-Galerie

In Comuna 13, einst ein Zentrum des kolumbianischen Drogenkriegs, trifft Charley den lokalen Künstler Yesgraff. Wo früher Gewalt regierte, leuchten heute Graffiti an bunten Häuserwänden. Rolltreppen verbinden die Stadtviertel, Musik liegt in der Luft – ein Symbol für Wandel und Lebensfreude.

Panama: Von Harley-Fans und Filmgeschichte

In Panama-Stadt erwartet Ewan bereits die Weiterfahrt. Mit einem Pickup wird seine reparierte Harley zu ihm transportiert. Charley landet wenig später und besucht zunächst den Panamakanal, wo er Ilya Espino de Marotta, die Chefingenieurin des Kanalprojekts, trifft. Ein starker Moment, der die Verbindung von Technik, Vision und Frauenpower feiert.

Außerdem nutzt er die Kulisse, um eine Szene aus dem Film „The Tailor of Panama“ nachzuspielen – ein Werk seines Vaters, Regisseur John Boorman. Und weil das Abenteuer auch Spaß machen darf, trifft Charley noch den 85-jährigen Pachanga Russell, einen lokalen Harley-Fan und echten Charakterkopf.

Wiedersehen in San José

Nachdem die Motorräder repariert und das Team vollständig ist, geht es über die berühmte Panamericana in Richtung Costa Rica. Ziel ist San José, wo sich Charley und Ewan wieder vereinen. Das Wiedersehen ist emotional – hinter ihnen liegen Wochen voller technischer Probleme, kultureller Highlights und landschaftlicher Extremen.

Route (Episode 9):
Pasto (COL)Flugzeug (Let L-410UVP-E)Buenaventura (COL)Boot (MC01457 „Dani“)Bahía Solano (COL)Flugzeug (Antonov AN-26B)Medellín (COL)FlugzeugPanama-Stadt (PAN)Ruta 1 (Panamericana)Chiriquí (PAN)Ruta Nacional Primaria 2San José (CRI)

Folge 10: Nicaragua, Honduras, Guatemala & Mexiko – Vulkane, Jugendzentren und indigene Vielfalt

Startpunkt: San José (Costa Rica)
Etappenziel: Oaxaca (Mexiko)

In dieser Etappe durchqueren Charley und Ewan gleich vier Länder in Mittelamerika. Zwischen aktiven Vulkanen, UNICEF-Projekten, tiefgrünen Kraterseen und indigenen Gemeinschaften nehmen sie die kulturelle Vielfalt des Kontinents hautnah wahr – und reisen so schnell wie nie zuvor gen Norden.

Costa Rica: Playa Hermosa und ein Familienmoment

Von San José führt die Panamericana Richtung Pazifikküste. In Playa Hermosa, einem Hotspot für Surfer, genießen sie ein wenig Erholung – und Ewan wird emotional: Hier trifft er seine adoptierte Tochter Jamyan, die er 2004 während der Dreharbeiten zu Long Way Round in der Mongolei kennengelernt und später adoptiert hat. Ein persönlicher Moment, der die Reise mit einem berührenden Zwischenstopp versieht.

Playa Hermosa, Costa Rica, an der Panamericana
Playa Hermosa, Costa Rica. @ Jorge Luis Duarte/Unsplash

Nicaragua: Rauchende Krater und koloniale Städte

Nach dem Grenzübertritt bei Peñas Blancas tauchen die beiden in die vulkanisch geprägte Landschaft Nicaraguas ein. In Granada, der ältesten Kolonialstadt Mittelamerikas, streifen sie durch Kopfsteinpflastergassen und koloniale Fassaden, bevor es weiter geht zum Masaya-Vulkan – einem der wenigen aktiven Vulkane weltweit, dessen glühender Krater auch nachts sichtbar bleibt. Hier trifft archaische Natur auf modernen Nervenkitzel.

Honduras: Hoffnung in Choloma

Über den Grenzübergang Guasaule erreichen Charley und Ewan Honduras. In der von Armut und Bandengewalt geplagten Stadt Choloma besuchen sie ein UNICEF-Jugendzentrum, das Jugendlichen durch Theater, Musik und Kreativangebote Perspektiven bietet – und Alternativen zu einem Leben in Gewalt und Unsicherheit. Es ist einer der wichtigsten sozialen Stopps der gesamten Reise.

Guatemala: Schwimmen im Kratersee

Nach einem kurzen Aufenthalt in San Pedro Sula und dem Grenzübertritt bei El Florido führt der Weg durch das Hochland von Guatemala. Sie machen Halt am Ipala-See, einem mit türkisfarbenem Wasser gefüllten Vulkankrater auf über 1.500 Metern Höhe. Dort schlagen sie ihr Lager auf, baden in der kühlen Caldera und erleben einen der magischsten Sonnenuntergänge der Reise.

Mexiko: Muxes, Mixteken und ein Bus voller Technik

Der Grenzübergang bei La Mesilla bringt sie nach Mexiko, wo neue Herausforderungen warten. Weil bestimmte Regionen unsicher gelten, wird ein Bus organisiert, der die Motorräder über Nacht transportiert. Tagsüber fahren Charley und Ewan selbst – so auch nach San Cristóbal de las Casas, wo sie den Markt besuchen und indigene Handwerkskunst entdecken.

In Tehuantepec treffen sie auf Muxes, Mitglieder des dritten Geschlechts innerhalb der indigenen Zapotekenkultur, deren Rolle in der Gesellschaft von Respekt und Vielfalt geprägt ist. Ein eindrucksvolles Beispiel gelebter Toleranz. Ziel der Etappe ist die bunte Stadt Oaxaca, wo das Team den Nachtbus technisch aufrüstet – und sich auf die letzte große Strecke vorbereitet.

Route (Episode 10):
San José (CRI)Playa Hermosa (CRI)Grenze Peñas BlancasGranada (NIC)Masaya-Vulkan (NIC)Grenze GuasauleSan Pedro Sula (HND)Choloma (HND)Grenze El FloridoIpala (GTM)Panajachel (GTM)Grenze La MesillaSan Cristóbal de las Casas (MEX)Chahuites (MEX)Tehuantepec (MEX)Oaxaca (MEX)

Folge 11: Oaxaca bis Los Angeles – Die letzte Etappe durch Mexiko und die USA

Startpunkt: Oaxaca (Mexiko)
Ziel: Los Angeles, Kalifornien (USA)
Distanz: rund 4.000 Kilometer

Die letzte Etappe bringt nicht nur technische Hürden, sondern auch emotionale Höhepunkte: Nach über 100 Drehtagen, zig Grenzübertritten und zahllosen Ladeproblemen stehen Charley und Ewan kurz vor dem Ziel. Doch Mexiko und der amerikanische Südwesten halten noch einige Überraschungen bereit.

Long Way Up Episode 11
@ Apple

Oaxaca: Zwischen Technik und Tradition

In Oaxaca, der Stadt des Mezcal, treffen sie erneut auf das Support-Team und bereiten den Nachtbus technisch auf seine finale Reise vor. Die Motorräder werden sicher verzurrt, das Lade-Setup optimiert. Doch während der Bus noch auf Nummernschilder und Genehmigungen wartet, satteln Charley und Ewan wieder selbst auf – es zieht sie gen Norden.

Tehuacán-Cuicatlán-Tal & Teotihuacán: Archäologie aus der Vogelperspektive

Die Route führt durch das UNESCO-geschützte Biosphärenreservat Tehuacán-Cuicatlán, eines der artenreichsten Trockengebiete Nordamerikas. Kaktuswälder, Vulkankegel und historische Pfade säumen den Weg zur berühmtesten archäologischen Stätte Mexikos: Teotihuacán.

Dort steigen die beiden in einen Heißluftballon auf – ein letztes visuelles Highlight, das die gewaltigen Ausmaße der Sonnen- und Mondpyramide eindrucksvoll offenbart.

Heißluftballons über Teotihuacán, Mexico
Heoßluftballons über der Sonnen- und Mondpyramide in Teotihuacán. @ DJI

Der Norden Mexikos: Wüste, Regen und Grenzdrama

Die Reise beschleunigt sich. Mit dem Bus im Schlepptau geht es durch die Wüsten von Chihuahua Richtung Ciudad Juárez. Kurz vor dem Grenzübergang bei El Paso del Norte geraten sie in heftigen Regen, die Straßen stehen unter Wasser.

Als wäre das nicht genug, trennt die amerikanische Grenzbehörde das Team: Während Motorräder und Ausrüstung als kommerzielle Fracht abgefertigt werden müssen, dürfen Charley und Ewan als Touristen nur über einen anderen Grenzposten einreisen – 30 Kilometer entfernt. Nach zwölf Stunden Papierkrieg und Koordination ist es geschafft: Die Grenze ist überwunden.

USA: Die letzte Gerade

In den USA macht sich die elektrische Infrastruktur erstmals wirklich bezahlt. Schnelllader ermöglichen längere Etappen ohne nennenswerte Ladepausen. Die Route führt über die Interstate 10 durch Texas, New Mexico und Arizona – vorbei an Saguaro-Kakteen, Truck Stops und ikonischen Wüstenlandschaften.

Kakteen im Saguaro-Nationalpark, Arizona, USA
Kakteen im Saguaro-Nationalpark. @ Jacob Diehl/Unsplash

In Palm Springs, Kalifornien, wartet eine letzte Überraschung: Familie und Freunde sind angereist, um die Helden zu empfangen. Gemeinsam geht es im Konvoi über die letzten Meilen in Richtung Küste.

Ziel: Los Angeles – Der Kreis schließt sich

Die finale Fahrt endet im Bike Shed Moto Co. im hippen Arts District von Los Angeles. Der Kreis schließt sich – nicht nur symbolisch, sondern auch emotional. Was als ökologisches Wagnis begann, wurde zu einer der spannendsten und aufschlussreichsten Reisedokumentationen der letzten Jahre.

Hier trifft Technik auf Menschlichkeit, Abenteuer auf Verantwortung – und Motorradkultur auf moderne Elektromobilität.

Route (Episode 11):
Oaxaca (MEX)Tehuacán-Cuicatlán-Tal (MEX)Teotihuacán (MEX)Chihuahua (MEX)Ciudad Juárez (MEX)Grenzübergang El Paso del NorteEl Paso (USA)Interstate 10 → Willcox (AZ)Palm Springs (CA)Los Angeles (CA)

Los Angeles Skyline, USA
Das Ende der Tour: Los Angeles. @ Nventi Views/Unsplash

Fazit

Long Way Up ist ein modernes Abenteuer, das beweist, wie weit sich Technik, Mut und Freundschaft tragen lassen. Ewan und Charley durchqueren zwölf Länder, kämpfen gegen Regen, Schnee und Ladeprobleme – und beweisen mit jeder Etappe, dass Elektromobilität kein Hindernis, sondern eine neue Form der Freiheit sein kann.

Die Reiseroute liest sich wie ein epischer Roman: Königspinguine in Feuerland, tosende Wasserfälle in Patagonien, rußige Schiffe im kolumbianischen Dschungel, der Sonnenaufgang über Machu Picchu, Lagerfeuer mit indigenen Gemeinschaften im Amazonas – all das macht Long Way Up zu einem der faszinierendsten Roadtrips unserer Zeit.

Für alle, die selbst von einem großen Abenteuer träumen – sei es mit dem Motorrad, dem Camper oder zu Fuß – liefert Long Way Up mehr als Inspiration. Es ist eine Einladung, die Welt mit offenen Augen, Respekt und Neugier zu entdecken. Und vielleicht ist das genau das, was wir in Zeiten wie diesen brauchen.


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