21.000 Kilometer. Zwei Motorräder. Ein elektrisches Abenteuer durch Süd- und Mittelamerika. Long Way Up ist mehr als nur eine Reisedokumentation – es ist ein Roadtrip, der Geschichte schreibt. Ewan McGregor und Charley Boorman wagen sich auf elektrifizierten Harley-Davidson LiveWire Motorrädern von Ushuaia, dem südlichsten Punkt Argentiniens, bis nach Los Angeles. Begleitet von zwei Rivian R1T Pick-up Trucks und einem Kamerateam im Schlepptau, erkunden sie einige der spektakulärsten Landschaften der Welt – von der patagonischen Wildnis über die Anden und den Amazonas bis hin zur Panamericana.
Die Serie ist nicht nur visuell atemberaubend, sondern auch ein Experiment unter realen Bedingungen: Wie weit kommt man mit Elektromobilität abseits asphaltierter Straßen? Wie reagieren Mensch und Maschine auf extreme Hitze, eisige Kälte, Höhenlagen und technische Rückschläge? Und wie verändert sich die Reise, wenn Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und kultureller Austausch im Zentrum stehen?

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OutdoorMonster nimmt Euch mit auf diese außergewöhnliche Reise. Etappe für Etappe. Land für Land. Mit allen Herausforderungen, Erlebnissen, Sehenswürdigkeiten und persönlichen Begegnungen, die Long Way Up so einzigartig machen.
Kauf-Tipp: Um die Serie in Top Qualität zu sehen, benötigt Ihr eine Apple TV-Box:

Folge 1–2: Von der südlichsten Stadt der Welt in die ungezähmte Weite Feuerlands
Startpunkt: Bahía Lapataia, Ushuaia (Argentinien)
Etappenziel: Onaisin, Chile
Die Reise beginnt dort, wo die Welt scheinbar endet: am Ende der Ruta Nacional 3, in Bahía Lapataia – dem letzten Punkt des panamerikanischen Highway-Systems, tief im Tierra del Fuego Nationalpark. Das Panorama: schneebedeckte Andenausläufer, dichte Südbuchenwälder und eine dramatisch zerklüftete Küste, an der der Beagle-Kanal tosend ans Land schlägt. Hier, am 1. September 2019, beginnt Long Way Up – eine epische Expedition auf elektrifizierten Motorrädern, 21.000 Kilometer durch ganz Amerika.

Doch Feuerland ist kein sanfter Auftakt. Wintereinbruch, Schneefall und frostige Temperaturen setzen den Harley-Davidson LiveWire-Prototypen und den beiden Rivian R1T-Pick-ups sofort zu. Die geplante Ladeinfrastruktur ist kaum existent. Schnell wird klar: Diese Reise ist ein Abenteuer an der Grenze des technisch Machbaren.

Königspinguine und Ladeprobleme mit den Bikes
Bereits wenige Kilometer nach dem Start wird ein erster, magischer Ort angesteuert: das Pinguino Rey Natural Reserve an der Bahía Inútil. Auf der chilenischen Seite der Insel liegt hier die einzige Kolonie von Königspinguinen auf dem südamerikanischen Kontinent. Die Tiere stehen aufrecht im Wind, beobachten die Neuankömmlinge neugierig – ein Moment von stiller Erhabenheit. Doch die Freude wird getrübt: Die Motorräder lassen sich nicht laden, die Temperatur ist zu niedrig, die Steckdosen zu schwach. Improvisation ist gefragt.
Erste technische Rückschläge treffen das Team hart. In der abgelegenen Estancia Caleta Josefina finden sie Unterschlupf – ein geschichtsträchtiger Hof, dessen Türen für die Abenteurer noch einmal geöffnet werden. Die Produktionsfahrzeuge kämpfen derweil mit Strommangel: In einem dramatischen Moment muss ein R1T-Pick-up auf den letzten Kilometern zur Unterkunft abgeschleppt werden. Willkommen in der Realität des elektrischen Overlandings.
Route (Episode 2):
Ushuaia (ARG) → Ruta Nacional 3 → Tolhuin (ARG) → Ruta Nacional 3 → Grenzübertritt (San Sebastián) → Ruta 257-CH → Onaisin (CHL)
Folge 3: Southern Patagonia – Gletscher, Gauchos und große Reichweitenängste
Startpunkt: Onaisin (Chile)
Etappenziel: Las Horquetas (Argentinien)
Die dritte Etappe führt das Team mitten ins Herz Patagoniens – ein wilder, überwältigender Landstrich, in dem sich Gletscher, Steppe und Granitriesen abwechseln. Nach der Fährüberfahrt von Porvenir über die Magellanstraße landen Ewan, Charley und das Team in Punta Arenas. Von hier beginnt eine der eindrucksvollsten Strecken des gesamten Roadtrips: die Fahrt über die legendäre Ruta 9 in Richtung Torres del Paine.

Die drei ikonischen Felstürme des Nationalparks – Namensgeber des UNESCO-Biosphärenreservats – ragen wie Zähne aus dem patagonischen Boden. Zwei Tage verweilt die Crew hier, im nachhaltig konzipierten EcoCamp Patagonia, einer geodätischen Zeltlodge mit spektakulärer Aussicht. Doch die Idylle trügt: In der frostigen Nacht fallen die Bordakkus der LiveWires aus, selbst die kleinsten Systeme benötigen einen Neustart am nächsten Morgen.
Die Energie wird knapp
Es sind die ersten Erfahrungen mit der harten Realität eines Elektromotorrad-Abenteuers in unwirtlichem Terrain. Range-Anxiety ist nun ein ständiger Begleiter. Die Distanz bis zum argentinischen El Calafate beträgt knapp 160 Kilometer – zu weit für eine volle Akkuladung. Ein Dieselgenerator wird herbeigeschafft, das Fahren bleibt auf Kante genäht.

Nach dem Grenzübertritt bei Río Don Guillermo wird die Landschaft weiter, einsamer, und das Licht Patagoniens taucht Steppe und Himmel in ein weiches, silbriges Blau. In El Calafate schließlich gönnt sich das Team eine wohlverdiente Pause – und einen Bootsausflug zum Perito-Moreno-Gletscher, einem der wenigen Gletscher der Welt, der noch wächst. 70 Meter hohe Eistürme stürzen mit Donnern in den Lago Argentino – ein Moment von Naturgewalt, der elektrisiert.
Route (Episode 3):
Onaisin (CHL) → Ruta Y-71 → Porvenir (CHL) → Fähre → Punta Arenas (CHL) → Ruta 9-CH → Torres del Paine Nationalpark (CHL) → Grenzübertritt (Río Don Guillermo) → Ruta Nacional 40 (ARG) → El Calafate → La Leóna → Tres Lagos → Las Horquetas

Folge 4: Aufbruch in die Anden – Vulkane, Mapuche und ein Blick in die Seele Südamerikas
Startpunkt: Las Horquetas (Argentinien)
Etappenziel: Belén (Argentinien)
Obwohl der Episodentitel „The Andes“ lautet, spielt sich die vierte Etappe der Reise eher im Vorfeld des Andenhauptkamms ab. Doch landschaftlich hat diese Strecke alles, was das Herz von Fernreisenden höherschlagen lässt: Patagonische Leere, smaragdgrüne Seen, Nebelwälder, schroffe Passstraßen – und mittendrin ein Duo auf elektrischen Motorrädern, das nicht nur mit Distanzen, sondern auch mit Technik und Wetter kämpft.
Der Weg führt zunächst über die berühmte Ruta Nacional 40 in Richtung Norden. In Perito Moreno biegt das Team ab Richtung Westen, überquert die Grenze bei Ingeniero Pallavicini nach Chile. Die Bikes bewegen sich nun durch die Aysén-Region, eine der ursprünglichsten Gegenden Südamerikas.

Auf der legendären Carretera Austral, der Ruta 7-CH, durchqueren Charley und Ewan dichte Wälder, passieren Gletscherzungen und Vulkankegel. Die Küstenstraße ist spektakulär – aber auch tückisch: Regen und Kälte setzen nicht nur den Fahrern zu, sondern auch der Elektronik der LiveWires.
Vom Bike auf die Fähre
In Chaitén angekommen, entscheidet sich das Team für eine ungewöhnliche Maßnahme: Statt die zahlreichen Wasserquerungen der nördlichen Carretera auf sich zu nehmen, besteigen sie eine Fähre, die sie über den Golf von Corcovado und den Golf von Ancud bis nach Puerto Montt bringt. Dort treffen sich alle wieder und planen den nächsten Grenzübertritt.
Ein weiterer Höhepunkt folgt mit dem Cardenal Samoré Pass, einer der schönsten Hochgebirgspässe zwischen Chile und Argentinien. Auf der argentinischen Seite warten kristallklare Seen, alpine Täler und das mondäne Villa La Angostura.

Die Motorräder zeigen sich erstaunlich effizient: Dank milderer Temperaturen gelingt sogar eine Etappe von über 220 Kilometern – eine Seltenheit auf diesem Trip.
In Chorriaca und Chos Malal begegnen Charley und Ewan der indigenen Mapuche-Kultur. Sie erleben ein friedliches Miteinander von Tradition und Moderne – ein stilles, aber prägendes Kapitel dieser Reise.
Erstmals zelten die beiden im Freien, nahe Barrancas, unter dem gewaltigen Sternenhimmel der Anden. Wenig später überqueren sie die Pasarela del Rio Grande – ein schwindelerregendes Stahlbrückenkunstwerk – und bestaunen die Agua del Toro Talsperre, ein gigantisches Hydroprojekt in der Provinz Mendoza.
Route (Episode 4):
Las Horquetas (ARG) → Ruta Nacional 40 → Perito Moreno (ARG) → Ruta Provincial 45 → Grenzübertritt Ingeniero Pallavicini → Ruta X-65 / Ruta 7-CH → Villa Mañihuales (CHL) → Puyuhuapi → Chaitén → Fähre (Golfo de Corcovado, Ancud) → Puerto Montt → Ruta 5-CH / 215-CH → Grenzübertritt Cardenal Samoré → Villa La Angostura (ARG) → Aluminé → Ruta Provincial 46 → Zapala → Las Lajas → Barrancas → Bardas Blancas → Malargüe → San Juan → Villa Unión → Chilecito → Belén
Folge 5: In die Höhe – Quebradas, Salzseen und das Tor zur Atacama
Startpunkt: Belén (Argentinien)
Etappenziel: Laguna Colorada (Bolivien)
Mit der fünften Etappe ändert sich alles. Aus den kargen Weiten der Andenvorläufer wird nun ein Ritt durch die Höhe, die Farben und die Extreme Südamerikas. Die Landschaft wird monumentaler, das Klima härter – und die Technologie empfindlicher. Die Harley-Davidson LiveWires kämpfen nun nicht mehr nur mit Reichweite, sondern auch mit Höhe, Kälte und Wind. Willkommen auf dem Altiplano.
Die Schlucht der Muscheln und das Tal der Wolken
Auf dem Weg Richtung Norden weichen Charley und Ewan erstmals von der Ruta 40 ab, um eine der spektakulärsten Landschaften Argentiniens zu erleben: die Quebrada de las Conchas nahe Cafayate. Die orangefarbenen Felsformationen, das zerklüftete Terrain und das natürliche Amphitheater wirken wie von einer anderen Welt – surreal, still, heiß. Hier wird Südamerika zu einem Gemälde.

Weiter geht es mit einer ganz anderen Art von Hochgenuss: der Tren a las Nubes – der “Zug zu den Wolken”. Eine historische Andenbahn, die sich über Viadukte und Serpentinen auf bis zu 4.220 Meter Höhe schraubt. Ein technisches Wunderwerk und Symbol für den menschlichen Willen, das Unüberwindbare zu überwinden.
Grenzübertritt bei 4.500 Metern – Willkommen in der Atacama
Über den windumtosten Paso Sico erreicht das Team schließlich Chile – genauer gesagt: die Region Antofagasta. Es ist der Eintritt in die Atacama-Wüste, die trockenste Nichtpolare Wüste der Welt. Die Landschaft gleicht einer Marslandschaft: Vulkane wie der Licancabur, glitzernde Salzseen, rosa Flamingos, endlose Geröllfelder.
Und mitten darin: zwei Elektromotorräder, die sich gegen Wind und Höhe stemmen. Unterstützt von den beiden Rivian R1T Support-Trucks, deren Batterien nicht nur die Bikes laden, sondern immer wieder auch selbst an die Grenze der Kapazität gebracht werden.

Eines der Highlights ist der Salar de Atacama, ein gewaltiges Salzbecken, das sich wie ein weißes Meer in der Wüste ausbreitet. Staub, Hitze, Wind – und doch eine fast meditative Ruhe. Wer hier fährt, spürt, wie klein man selbst ist.
Bolivien: Farben des Altiplano und erste Stürze
Der Grenzübertritt bei Hito Cajón ist kompliziert, denn Ewan nutzt versehentlich seinen US-Pass – ein Fehler, der fast zum Verbleib an der Grenze führt. Doch nach Klärung geht es weiter, tief hinein ins bolivianische Hochland.
Das Gelände wird rau, der Untergrund sandig. In der abgelegenen Siloli-Wüste kommt es zum ersten ernsten Sturz. Die Luft ist dünn, der Grip schwach, das Tempo reduziert sich dramatisch. Dennoch sind die Fahrer entschlossen, die nächsten Naturschätze zu erreichen: den türkisgrünen Laguna Verde, die dampfenden Polques-Thermalquellen und schließlich die blutrote Laguna Colorada, ein surreal gefärbter See, der von Mikroorganismen und Algen geprägt wird.

Hier endet die Etappe – und sie markiert einen Wendepunkt: Die Route verlässt das Bekannte. Ab jetzt zählt nicht mehr das Erleben – sondern das Durchhalten.
Route (Episode 5):
Belén (ARG) → Ruta Nacional 40 → Calchaquí-Täler (ARG) → Ruta Nacional 68 → Cafayate → Quebrada de las Conchas → Ruta Nacional 51 → San Antonio de los Cobres → Paso Internacional de Sico (Grenze) → Ruta 23-CH → San Pedro de Atacama (CHL) → Salar de Atacama → Ruta 27-CH / Ruta B-243 → Hito Cajón (Grenze) → Ruta de las Joyas Altoandinas → Laguna Verde → Termas de Polques → Laguna Colorada (BOL)
Folge 6: Blutrote Seen, Salzmeere und das Herz Boliviens
Startpunkt: Laguna Colorada (Bolivien)
Etappenziel: Copacabana (Bolivien), Titicacasee
Die sechste Etappe von Long Way Up ist eine der eindrucksvollsten – und eine der forderndsten. In kaum einem anderen Land wechselt das Terrain so dramatisch wie in Bolivien: von rot schimmernden Hochlandseen zu endlosen Salzwüsten, von andiner Einsamkeit bis in die pulsierende Metropole La Paz. Für Charley und Ewan wird es zu einer Reise zwischen den Elementen – und an die Grenzen ihrer Technik.
Start im Nichts: Die Siloli-Wüste und die Laguna Colorada
Nach einer frostigen Nacht in einer Schutzhütte an der Laguna Colorada, die durch Algen und Mikroorganismen in leuchtendem Rot erscheint, bricht das Team im Dunkeln auf. Ziel: Strom finden. Doch die Realität ist rau: einer der Rivian R1T-Pick-ups bleibt ohne Saft, der andere erleidet einen Hydraulikschaden an Bremse und Fahrwerk. Es wird geschleppt, getüftelt und geflucht – und das alles auf 4.300 Metern Höhe.

Dennoch geht es weiter, durch die karge Schönheit der Siloli-Wüste, vorbei am geheimnisvollen Lago Colorado, auch bekannt als Blood of the Gods Lake. Die Luft ist dünn, der Sand tief, die Bikes kämpfen – und Charley stürzt erneut. Es ist kein Wunder: die Wege sind kaum mehr als Spurrillen, der Wind weht erbarmungslos, und das nächste Ladegerät liegt Tage entfernt.
Magische Weite: Der Salar de Uyuni
Nach den Extremen des Altiplano erreichen sie eines der größten Naturwunder Südamerikas: den Salar de Uyuni, die größte Salzwüste der Welt. Eine gleißend weiße Fläche von über 10.000 Quadratkilometern, die so flach ist, dass man sich fühlt, als würde man durch den Himmel fahren.

Hier testet das Team erstmals die neuen Ladeadapter, die es erlauben, die Harleys direkt aus den R1T-Akkus zu laden – ein großer Schritt in Richtung Selbstversorgung. Doch so märchenhaft der Salar auch ist, so tückisch ist seine Umgebung: salzhaltige Luft, blendende Sonne, Orientierungslosigkeit – und kaum Infrastruktur.
Einblicke statt Aussicht: Bildung und Kulinarik in La Paz
Nach dem Wüstenabenteuer geht es weiter nach Challapata, wo Ewan und Charley eine Schule besuchen, die von UNICEF unterstützt wird. Hier lernen indigene Quechua-Kinder zweisprachig – auf Spanisch und in ihrer Muttersprache. Es ist ein Moment, der bleibt. Nicht wegen der Strecke, sondern wegen der Begegnung.
In La Paz, Boliviens Regierungssitz, treffen sie auf ein weiteres außergewöhnliches Projekt: das Restaurant Gustu, das Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen eine kulinarische Ausbildung ermöglicht. Die Küche ist kreativ, die Perspektiven weit – und einmal mehr wird klar, dass Long Way Up mehr ist als nur eine Motorradreise. Es ist auch eine Reise zu den Geschichten der Menschen.
Letzter Halt: Der mystische Titicacasee
Über El Alto, eine chaotisch wachsende Trabantenstadt oberhalb von La Paz, erreichen Charley und Ewan schließlich den Titicacasee – das höchste schiffbare Gewässer der Welt. Am Ufer, in Copacabana, endet diese Etappe. Doch bevor Ruhe einkehrt, wird es noch einmal herausfordernd: die Höhenkrankheit erwischt Ewan und Taylor, Schwindel und Atemnot machen das letzte Stück zur Tortur. Aber sie haben es geschafft – Bolivien liegt hinter ihnen. Vor ihnen: Peru.

Route (Episode 6):
Laguna Colorada → Ruta Laguna Colorada → Ruta 701 → Ruta 5 → Uyuni → Ruta 30 → Salar de Uyuni → Ruta 30 → Challapata → Ruta 1 → La Paz → Ruta 1 → El Alto → Ruta 2 → Titicacasee → Fährüberfahrt nach Copacabana
Folge 7: Peru – Kondore, Phallus-Tempel und der letzte Urwald
Startpunkt: Copacabana (Bolivien)
Etappenziel: Tumbes (Peru), an der Grenze zu Ecuador
Diese Etappe ist eine der kontrastreichsten des gesamten Trips: Sie führt Charley und Ewan durch spirituelle Stätten, über Andenpässe, in abgelegene Urwälder und bis zur heißen Küste Nordperus. Auf ihrer Reise durch Peru treffen sie nicht nur auf archäologische Wunder wie Machu Picchu, sondern auch auf Menschen, die in entlegenen Regionen Großes leisten – im Umweltschutz, in der Bildung, in der Flüchtlingshilfe.
Grenzübertritt mit Kulturschock: Der Tempel der Fruchtbarkeit
Von Copacabana aus überqueren Charley und Ewan die Grenze nach Peru bei Khasani – und fahren direkt in eine andere Welt. Erste Station: der skurrile Inca Uyo, ein präkolumbianisches Heiligtum in Chucuito, nahe Puno, wo über zwei Dutzend steinerne Phallusse aus dem Boden ragen. Der Ort galt als Fruchtbarkeitstempel – und bietet mit seinem offenen Zugang zur Symbolik einen faszinierenden Kontrast zur sonst oft stillen Spiritualität der Inka-Kultur.
Geier, Gleise, Gipfel: Von Cusco bis Machu Picchu
Weiter geht’s über die berühmte Ruta Nacional 3S durch das südliche Hochland nach Cusco. In der ehemaligen Hauptstadt des Inka-Reichs besuchen sie das Ccochahuasi-Tierschutzreservat, wo sie Andenkondore, Lamas und Pumas sehen – Tiere, die für die Hochkultur der Region von besonderer Bedeutung sind.

Von Ollantaytambo nehmen sie den Zug nach Aguas Calientes, dem Tor zu Machu Picchu. Die legendäre Inkastadt liegt in den Wolken – im wahrsten Sinne. Erst nach stundenlangem Warten hebt sich der Nebel und gibt den Blick auf die Ruinen frei. Es ist einer der großen Momente der Reise – nicht laut, aber tief bewegend.
Wald der Hoffnung: Die Asháninka im Regenwald
Nach dem Hochgebirge geht es in entlegenere Regionen. Von Ayacucho, einer von spanischer Kolonialarchitektur geprägten Stadt in den Anden, fliegen sie per Helikopter über 140 Kilometer in den dichten Dschungel, um das Dorf Tinkareni zu besuchen. Hier leben die Asháninka, ein indigener Stamm, der einst nomadisch unterwegs war und heute in zwölf festen Siedlungen die Verantwortung für den Schutz des peruanischen Regenwalds übernommen hat. Gemeinsam mit der NGO Cool Earth setzen sie auf nachhaltige Forstwirtschaft und Bildungsinitiativen – und zeigen, dass Klimaschutz ganz konkret und lokal gelebt wird.
Es ist eine stille, aber tiefgreifende Begegnung, die beiden Reisenden deutlich macht, was „Bewahrung“ im globalen Maßstab bedeutet.
Mystik von oben: Die Nazca-Linien
Wieder zurück auf der Straße reisen sie nach Ica und steigen dort in ein Kleinflugzeug, das sie über die sagenumwobenen Nazca-Linien fliegt. Die riesigen Geoglyphen – von Affen, Kolibris und Spiralen – sind bis heute nicht vollständig entschlüsselt. Waren es Kultstätten? Sternenkarten? Zeichen für die Götter? Charley und Ewan staunen – und sind sich einig: Wer fliegen kann, sieht mehr.
Abschied von Peru: Flüchtlinge im Niemandsland
Im Norden, kurz vor der Grenze zu Ecuador, besuchen sie ein UNICEF-Flüchtlingscamp in Tumbes. Hier, nahe der Stadt Aguas Verdes, hilft die Organisation Kindern und Jugendlichen, die vor der Krise in Venezuela fliehen mussten. Viele sind allein unterwegs, ohne Eltern oder Angehörige – und hoffen auf ein besseres Leben jenseits der Grenze.
Noch einmal wird die emotionale Tiefe von Long Way Up spürbar: Diese Reise dokumentiert nicht nur Landschaften, sondern vor allem Menschen. Und ihre Geschichten.
Route (Episode 7):
Copacabana (BOL) → Ruta 2 → Grenzübergang Khasani → Ruta 130 / Ruta Nacional 3S → Chucuito (PER) → Puno (PER) → Cusco (PER) → Ruta Nacional 28G / Ruta 28B → Ollantaytambo (PER) → Andahuaylas (PER) → Ayacucho (PER) → Helikopterflug nach Tinkareni (PER) → zurück nach Ayacucho → Ruta 28A / Ruta 1S → Ica (PER) → Flug über Nazca-Linien → Ruta 1S / Ruta 1N → Tumbes (PER) → Grenzübergang Aguas Verdes








