Pfannkuchen gehören auf vielen Touren sowieso ins Standardrepertoire. Mit ein paar Tricks lässt sich der Teig campingtauglich vorbereiten, der Abwasch klein halten und trotzdem richtig abwechslungsreich kochen. Dieser Artikel zeigt, wie Pfannkuchen unterwegs gelingen und bietet sieben Rezepte, die sich auf Gaskocher, Spirituskocher, auf einer Induktionskochplatte oder am Lagerfeuer umsetzen lassen.

Warum Pfannkuchen perfekt zum Camping passen
Pfannkuchen haben unterwegs einige Vorteile, die andere Campinggerichte nicht immer bieten.
- Die Zutaten sind günstig und überall zu bekommen.
- Es braucht nur eine Pfanne, einen Löffel und eine Schüssel oder Flasche.
- Der Teig lässt sich vorbereiten und im Kühler oder sogar ungekühlt (als Trockenmischung) mitnehmen.
- Süß, herzhaft, vegetarisch, mit Resten – alles möglich.
- Pfannkuchen sättigen ordentlich und passen zu jeder Tageszeit.
Gerade wer mit begrenztem Stauraum und Gewicht unterwegs ist, profitiert davon, wenn trockene Zutaten schon zu Hause abgewogen werden. Unterwegs kommen dann nur noch Wasser, Milch oder Eier dazu – fertig.
Basis: Ein Pfannkuchenteig für alles
Mit einem soliden Grundteig lassen sich fast alle Varianten abdecken. Der Teig lässt sich entweder komplett zu Hause vorbereiten und kühl transportieren oder als Trockenmischung im Beutel mitnehmen.
Grundrezept für 2–3 Personen
Zutaten:
- 200 g Mehl (Weizen oder Dinkel, Type 405–630)
- 2 Eier
- ca. 300 ml Milch oder pflanzliche Milch (zur Not Wasser)
- 1 Prise Salz
- 1 EL Öl oder geschmolzene Butter für den Teig
- Öl oder Butter zum Braten

So geht’s:
- Mehl mit Salz in einer Schüssel oder direkt im Schraubglas mischen.
- Eier und etwa zwei Drittel der Flüssigkeit dazugeben, kräftig verrühren oder schütteln.
- Nach und nach die restliche Flüssigkeit zugeben, bis ein glatter, eher dünnflüssiger Teig entsteht.
- Das Öl unterrühren und den Teig einige Minuten stehen lassen, während der Kocher vorbereitet wird.
- Pfanne erhitzen, leicht einfetten, eine kleine Kelle Teig hineingeben und von beiden Seiten goldbraun backen.
Tipp für die Campingküche
- Teig aus der Flasche: Trockene Zutaten zu Hause mischen, in eine leere Trinkflasche oder Schüttelflasche füllen. Unterwegs nur noch Flüssigkeit und ggf. Eier dazugeben, dann kräftig schütteln. Spart Schüssel und Rührbesen.
- Ohne Eier: 1 EL neutrales Öl plus etwas mehr Flüssigkeit ersetzt die Eier überraschend gut. Für Stabilität können 1–2 EL Haferflocken oder Speisestärke in den Teig.
Ausrüstung: Welche Pfanne ans Feuer darf
Nicht jede Pfanne eignet sich für jeden Kocher. Damit die Rezepte funktionieren, hilft ein kurzer Blick auf das Material:
- Gusseisenpfanne: Ideal fürs Lagerfeuer und kräftiges Anbraten. Hält Hitze sehr lange, braucht aber etwas Übung, damit nichts anbrennt.
- Beschichtete Pfanne: Perfekt für Gaskocher, sehr pflegeleicht, weniger Fettbedarf. Nicht direkt in die Flammen hängen.
- Leichte Alu- oder Titanpfannen: Gut für Trekkingtouren, verteilen Hitze aber oft ungleichmäßig – Pfannkuchen eher kleiner ausbacken.
Ein passender Deckel wirkt beim Camping wie ein kleiner Ofen: Pfannkuchen garen gleichmäßiger durch und bleiben saftiger. Eine hitzebeständige Silikon- oder Metallzange erleichtert das Wenden.
OutdoorMonster-Tipp: Für zuhause und unterwegs haben wir eine kleine Pfanne von endusor gekauft und sind damit sehr zufrieden. Die Pfannkuchen werden damit top:


7 Camping-Pfannkuchen-Rezepte für draußen
Alle Rezepte bauen auf dem Grundteig auf. Die Mengen lassen sich flexibel hoch- oder runterrechnen, je nach Hunger und Gruppengröße.
1. Frühstücks-Pfannkuchen aus der Flasche
Für den Start in einen Tourentag, wenn es schnell gehen muss.
Zusätzlich zum Grundteig:
- 1–2 EL Zucker oder Honig
- 1 TL Vanillezucker oder etwas Zimt (optional)
- Marmelade, Nusscreme oder frisches Obst als Topping
So geht’s:
- Trockene Zutaten zu Hause mischen: Mehl, Salz, Zucker, Vanillezucker. In eine stabile Flasche füllen.
- Am Morgen auf dem Campingplatz Milch oder Wasser bis zur Markierung auffüllen, Eier dazu, Flasche fest verschließen und kräftig schütteln.
- Direkt in eine gut gefettete Pfanne gießen und portionsweise ausbacken.
- Mit Marmelade, Nusscreme oder Obst belegen und warm essen.
Vorteil: Nach dem Frühstück bleibt kaum Abwasch – Flasche ausspülen, fertig.
2. Herzhafte Speck-Zwiebel-Pfannkuchen aus der Gusspfanne
Sättigender Klassiker nach einer langen Wanderung.

Zusätzlich zum Grundteig:
- 100 g gewürfelter Speck oder vegane Speckalternative
- 1 Zwiebel, fein gewürfelt
- Pfeffer, eventuell etwas Paprikapulver
So geht’s:
- Speck in der heißen Pfanne auslassen, bis er leicht knusprig ist. Zwiebeln dazugeben und glasig braten.
- Einen Teil des ausgetretenen Fettes in der Pfanne lassen, den Rest beiseitestellen.
- Grundteig mit etwas Pfeffer und Paprikapulver abschmecken.
- Ein Viertel der Speck-Zwiebel-Mischung in der Pfanne verteilen, Teig dünn darüber gießen und von beiden Seiten goldbraun backen.
- Vorgang wiederholen, bis Teig und Speck aufgebraucht sind.
Dazu passt ein einfacher Salat aus dem Campingkühler oder ein paar Tomaten und Gurken direkt vom Markt.
3. Apfel-Zimt-Pfannkuchen aus der Feuerpfanne
Wenn das Lagerfeuer knistert, sorgen Apfelpfannkuchen für Dessert-Stimmung.

Zusätzlich zum Grundteig:
- 1–2 Äpfel, in dünne Scheiben oder kleine Würfel geschnitten
- 1–2 EL Zucker
- 1 TL Zimt
- Optional: eine kleine Handvoll Rosinen
So geht’s:
- In der Pfanne etwas Öl oder Butter erhitzen. Apfelstücke, Zucker und Zimt anbraten, bis die Äpfel leicht karamellisieren.
- Apfelmischung aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.
- Teig in die leicht gefettete Pfanne geben, sofort einige Apfelstücke und Rosinen darauf verteilen.
- Auf mittlerer Hitze backen, vorsichtig wenden und kurz fertig garen.
Wer mag, bestreut die fertigen Pfannkuchen mit etwas zusätzlichem Zimt-Zucker.
4. Protein-Pfannkuchen mit Haferflocken
Gut geeignet für Bikepacking oder lange Trekkingtage, wenn der Körper Energie und Eiweiß braucht.

Abgewandelter Grundteig:
- 50 g zarte Haferflocken
- 2 Eier
- 1 Banane
- 200 ml Milch oder Haferdrink
- 2 EL Hüttenkäse
- 1 Prise Salz
- 1 EL Öl
- Optional: 1–2 EL Proteinpulver (neutral oder Vanille)
So geht’s:
- Banane mit einer Gabel zu einem Brei drücken und mit Eiern und Hüttenkäse vermengen
- Haferflocken, Salz, Proteinpulver und Flüssigkeit dazugeben und den Teig gut verrühren
- Teig etwas dicker lassen als beim klassischen Rezept, damit die Pfannkuchen stabil bleiben.
- Pfannkuchen bei mittlerer Hitze ausbacken.
Als Topping eignen sich Erdnussmus, Beeren, ein Klecks Joghurt bzw. Magerquark oder einfach etwas Sirup.
5. Gemüse-Pfannkuchen „Resteküche“
Perfekt, wenn noch Paprika, Zucchini oder Pilze vom Vortag übrig sind.

Zusätzlich zum Grundteig:
- 1 kleine Zucchini, geraspelt, oder anderes Gemüse (Paprika, Möhre, Pilze)
- 1 Frühlingszwiebel oder kleine Zwiebel, fein geschnitten
- 50 g geriebener Käse (optional)
- Salz, Pfeffer, Kräuter nach Geschmack
So geht’s:
- Gemüse klein schneiden oder raspeln, in der Pfanne mit etwas Öl anbraten, bis es leicht Farbe bekommt.
- Gemüse mit dem Teig mischen, kräftig mit Salz, Pfeffer und Kräutern würzen.
- Nach Wunsch Käse unterheben.
- Den eher dickflüssigen Teig portionsweise in die Pfanne geben, Pfannkuchen etwas kleiner halten, damit sie sich gut wenden lassen.
So lassen sich Kühlschrankreste verwerten, ohne dass es nach „Resteteller“ aussieht.
6. Wrap-Pfannkuchen für unterwegs
Diese Variante lässt sich vorbereiten, rollen und im Rucksack mitnehmen.

Grundidee:
- Dünne, große Pfannkuchen wie Wraps ausbacken
- Füllung nach Wahl: Frischkäse, Salat, Gurke, Tomate, Käse, Hummus, Reste vom Grillabend
So geht’s:
- Teig etwas flüssiger anrühren, damit sehr dünne Pfannkuchen möglich sind.
- Pfanne nur leicht einfetten und Teig schwenken, sodass der Boden gerade eben bedeckt ist.
- Pfannkuchen von beiden Seiten kurz backen, abkühlen lassen.
- Nach Belieben füllen, eng aufrollen und halbieren.
Wrap-Pfannkuchen eignen sich als unkomplizierte Verpflegung für den nächsten Tagesausflug, ohne dass belegte Brote vorbereitet werden müssen.
7. Süßer „Pancake-Stack“ aus der Campingpfanne
Für alle, die es morgens oder abends etwas luxuriöser mögen.

Abgewandelter Teig:
- 200 g Mehl
- 1 Päckchen Backpulver
- 2 EL Zucker
- 1 Prise Salz
- 1 Ei
- 250 ml Milch oder Pflanzendrink
- 2 EL Öl
Toppings:
- Beeren aus dem Tiefkühlfach des Campingplatzes oder frische Früchte
- Sirup, Honig oder Schokosauce
- Joghurt oder Quark
So geht’s:
- Trockene Zutaten (Mehl, Backpulver, Zucker, Salz) mischen.
- Ei, Milch und Öl dazugeben und kurz zu einem glatten Teig verrühren. Nicht zu lange rühren, der Teig darf leicht klumpig sein.
- In einer gut gefetteten Pfanne kleine Pancakes ausbacken, etwa handtellergroß.
- Auf einem Teller einen „Stapelturm“ bauen, mit Joghurt, Früchten und Sirup schichten.
Das Ganze wirkt wie ein kleines Camping-Brunchbuffet, auch wenn im Grunde nur eine Pfanne und ein Teller im Spiel sind.
Praktische Pfannkuchen-Hacks für unterwegs
Ein paar kleine Tricks erleichtern das Pfannkuchenleben im Camp erheblich:
- Teig nicht zu dick: Gerade auf Campingkochern ist die Hitze oft ungleichmäßig. Dünner Teig verzeiht mehr.
- Hitze reduzieren: Viele Kocher brennen sehr heiß. Lieber etwas länger bei mittlerer Hitze backen, statt die Pfannkuchen außen zu verbrennen.
- Abwasch minimieren: Teig im Schraubglas oder in der Flasche mischen, Pfanne direkt nach dem Braten mit einem Papiertuch auswischen, solange sie noch warm ist.
- Toppings vorportionieren: Nusscreme, Sirup oder Kräuterbutter in kleine Döschen füllen. Spart Glasgewicht und Chaos in der Küchenbox.
- Vegetarisch und vegan denken: Grundteig ohne Eier, dafür mit Haferflocken und etwas mehr Öl, funktioniert überraschend gut. Pflanzliche Drinks oder Wasser ersetzen Milch ohne Probleme.
Wer diese Basis im Kopf hat, kann unterwegs frei kombinieren: Einmal Grundteig, dazu das, was gerade im Rucksack oder im Kühlschrank des Campingplatzes zu finden ist – fertig ist das Pfannkuchengericht.


